Coronavirus

NRW-Ministerpräsident Laschet ruft zum Distanzhalten an Weihnachten auf

Mit der überarbeiteten Corona-Schutzverordnung gelten mit Beginn des Lockdowns strengere Regeln in NRW. Armin Laschet hat derweil alle Bürger dazu aufgerufen, an den Festtagen Distanz zu halten.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Landtag in Düsseldorf. © picture alliance/dpa

Kurz vor dem bundesweiten harten Corona-Lockdown hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Bevölkerung zum Distanzhalten auch an Weihnachten aufgerufen. „Das Weihnachtsfest wird anders sein müssen als alle anderen Weihnachtsfeste, die wir vielleicht in unserer Generation erlebt haben“, sagte Laschet am Dienstag in einer Unterrichtung des Landtags in Düsseldorf.

Das Coronavirus nehme keine Rücksicht auf die Feiertage. Das Bösartige an dem Virus sei nicht nur die „zerstörerische Wirkung im Krankheitsfall im Inneren unseres Körpers“, sondern „das Ausnutzen unserer menschlichen Qualitäten“, sagte Laschet. „Dass es ausgerechnet zuschlägt, wenn wir einander nah sind und uns umarmen.“ Gerade an Weihnachten müssten die Menschen nun darauf verzichten.

„Bedrückende Entwicklung“ auf den Intensivstationen

Laschet hat die verschärften Corona-Maßnahmen auch mit der „bedrückenden Entwicklung“ auf den Intensivstationen gerechtfertigt. Zwischen dem 16. Oktober und dem 8. November habe sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Nordrhein-Westfalen vervierfacht, sagte Laschet im Landtag.

Seit dem vergangenen Samstag hätten in NRW erstmals mehr als 1000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen in NRW um ihr Leben gerungen. Die Lage in NRW sei ernst, in anderen Ländern sei sie bereits dramatisch, sagte Laschet.

Neue Corona-Schutzverordnung in der Nacht zu Dienstag veröffentlicht

Auch die Zahl Infektionszahlen steigen weiter an. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts von Dienstag (0 Uhr) liegt der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in NRW bei 171,8. Am Vortag lag die Zahl bei 167,7. Vor einer Woche (8.12.) hatte das RKI für NRW noch einen Wert von 146,4 vermeldet.

In der Nacht auf Dienstag hat die Landesregierung die überarbeitete Corona-Schutzverordnung veröffentlicht, die ab Mittwoch verschärfte Regeln zur Bekämpfung der Pandemie in Nordrhein-Westfalen vorsieht. So muss der Einzelhandel schließen. Öffnen dürfen nur Geschäfte mit Produkten für den täglichen Bedarf wie Lebensmittel, Apotheken, Drogerien und Sanitätshäuser.

Für den Verkauf von Weihnachtsbäumen gilt eine Ausnahmeregelung. Dienstleister wie Friseure, bei denen der Mindestabstand zum Kunden von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, dürfen nicht öffnen. In den Pflegeheimen wurden die Hygieneregeln nochmals verschärft. So müssen Besucher grundsätzlich FFP2-Masken tragen. Die neue Verordnung gilt vorerst bis zum 10. Januar.

Schulen sollen schnellstmöglich wieder öffnen

Nach Weihnachten will NRW so schnell wie möglich zurück zum Präsenzunterricht für alle Schüler. „Wenn die Infektionszahlen es zulassen, werden die Schulen die ersten sein, die wieder vollständig öffnen“, so Laschet. Er dankte ausdrücklich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) für ihren Kampf für den Präsenzunterricht.

Die SPD-Opposition hatte Gebauer hingegen in der vergangenen Woche vorgeworfen, seit Monaten für Chaos und Verwirrung gesorgt zu haben und hatte daher ihren Rücktritt gefordert. Laschet stärkte seiner Schulministerin den Rücken. Sei sei bundesweit die Stimme gewesen, Schulen so lange wie möglich offen zu halten, um Bildungsgerechtigkeit für alle zu wahren.

Laschet will beim Impfstoff keine „künstlichen Beschleunigungen“

In Sachen Impfstoff hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei der Zulassung der Corona-Impfstoffe in Deutschland gegen überstürzte Eile ausgesprochen. Auch wenn die USA und Großbritannien die Impfstoffe „ein paar Tage schneller“ hätten, sei er gegen „künstliche Beschleunigungen“ bei der Zulassung und gegen Druck auf Mediziner, sagte Laschet am Dienstag.

Für Donnerstag habe er NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigungen zu einem Impfgipfel eingeladen, sagte Laschet. Dann werde der Stand der Vorbereitungen erörtert.

Er hoffe, dass die Impfungen in NRW in den ersten Januar-Tagen starten könnten. Zwar werde die Pandemie zum Jahreswechsel noch nicht vorbei sein. Laschet sagte aber mit Blick auf die Impfungen: „Es wird 2021 besser werden.“

dpa/rej

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