Coronavirus

NRW prüft Impfstoffrückgabe an Bund – Hamburg und Berlin gehen voran

Zu Beginn der Corona-Impfkampagne war Impfstoff knapp. Jetzt ist genug für jeden Impfwilligen vorhanden. Erste Bundesländer geben Dosen an den Bund zurück. Auch NRW prüft diese Option.
NRW prüft, ob nicht genutzte Impfdosen an den Bund zurückgegeben werden können. Andere Bundesländer sind da schon weiter. © picture alliance/dpa

Vor dem Hintergrund einer bundesweit nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Corona-Impfstoffdosen an den Bund zurück. Nordrhein-Westfalen behält diese Möglichkeit im Blick, bis die Lieferungen demnächst stärker auf den Bedarf ausgerichtet werden. Das NRW-Gesundheitsministerium prüfe derzeit, ob und wie viele Impfstoffdosen an den Bund zurückgegeben werden können, sagte ein Sprecher des Landesministeriums der dpa.

Keine der im Lager des Landes NRW befindlichen Impfdosen seien bisher verfallen, erklärte er. Die Impfdosen würden rechtzeitig an die Impfzentren ausgeliefert. Die Impfzentren seien aufgefordert, vom Verfall bedrohte Impfdosen rechtzeitig zurückzuführen. Die Hausärzte und Betriebsärzte erhielten hingegen direkt vom Bund den Impfstoff.

Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums werden die Lieferungen an die kreisfreien Städte und Kreise ab Mitte August am Bedarf ausgerichtet statt an einem festen Verteilungsschlüssel. Anhand der Terminbuchungen und Erfahrungswerten vor Ort könne der jeweilige Bedarf der Impfzentren ermittelt werden. Bundesweit sei die Nachfrage nach Corona-Impfstoff rückläufig. Dies sei in NRW nicht anders.

Hamburg und Berlin geben Zehntausende Impfdosen zurück

Hamburg und Berlin wollen nach eigenen Angaben Zehntausende Impfdosen zurückführen. In einem der dpa vorliegendem Schreiben hat das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, „Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen“, ans Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll ddemnach nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben.

„Hamburg wird von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der dpa. Es gehe um einen Lagerbestand von rund 6000 Fläschchen mit rund 60 000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca. „Dieser Impfstoff ist noch mindestens drei Monate haltbar.“

Auch beim Vakzin von Johnson & Johnson gebe es einen Lagerbestand. „Hiervon haben wir gegenwärtig etwa 24 000 Dosen vorrätig.“ Das Mittel werde aber bei den mobilen Impfaktionen – etwa in Jobcentern – eingesetzt.

Länder wollen vor allem Astrazeneca zurückgeben

Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an den Bund zurückgeben, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung. Demnach handelt es sich um den aktuellen Lagerbestand des Vakzins von Astrazeneca, der noch mehrere Monate haltbar ist.

Auch Niedersachsen hält Impfstoffretouren an den Bund für wahrscheinlich. Es sei aber noch nicht absehbar, wie viele Impfdosen zurückgegeben werden, sagte eine Sprecher des Gesundheitsministeriums der dpa in Hannover. Dass es sich dabei vor allem um Dosen des Vakzins von Astrazeneca gehe, liege nahe.

Die Gesundheitsministerium von Schleswig-Holstein prüft nach eigenen Angaben noch eine Rückgabe von Impfdosen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg teilte mit, dass das Land rund 450 000 Dosen Astrazeneca zurückgeben wolle. Weitere 4000 Dosen Astrazeneca mit Verfallsdatum Ende Juli sollen entsorgt werden.

Rheinland-Pfalz will Dosen komplett verimpfen

In Rheinland-Pfalz ist eine Rückgabe von Impfdosen im Moment noch kein Thema. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Mainz sagte der dpa: „Derzeit erreichen wir voraussichtlich nahezu eine Vollverwertung des angelieferten Impfstoffs vor Ablaufdatum.“ Sollte dies künftig nicht mehr gewährleistet sein – dies beträfe voraussichtlich erst im Oktober Chargen von Astrazeneca – könnte sich Rheinland-Pfalz vorstellen, das Angebot des Bundes zur Rückgabe anzunehmen.

dpa

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