Nach der Verurteilung wegen Missbrauchsgeht geht es für einen ehemaligen Arzt um die berufliche Existenz. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Patientin sexuell missbraucht: Ex-Klinikarzt droht Berufsverbot

Ein Mediziner hat in einem Krankenhaus in Recklinghausen eine Patientin sexuell bedrängt. Dafür wurde er bereits verurteilt. Jetzt muss der Arzt auch um seine berufliche Existenz bangen.

Nach der rechtskräftigen Verurteilung wegen des Missbrauchs einer Patientin geht es für einen ehemaligen Arzt des Knappschafts-Krankenhauses in Recklinghausen in knapp drei Wochen um die berufliche Existenz: Vor der 16. Berufungskammer am Bochumer Landgericht wird am 24. August über ein Berufsverbot verhandelt.

Berufsverbot wird neu verhandelt

Sowohl in erster Instanz am Amtsgericht Recklinghausen (im November 2019) als auch später in zweiter Instanz am Bochumer Landgericht war gegen den Mediziner neben einer Bewährungshaftstrafe (eineinhalb Jahre) auch ein dreijähriges Berufsverbot beschränkt auf weibliche Patienten ausgesprochen worden.

Das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm hatte in dritter Instanz das Berufsverbot allerdings als mutmaßlich zu weitgehend aufgehoben und eine neue Berufungsverhandlung einzig über die Frage der Nebenstrafe angeordnet. Die Feststellung, dass der Arzt jedenfalls ein Sexualtäter ist, ist dagegen endgültig und nicht mehr zu verändern.

Arzt bestreitet Anschuldigungen

Der Mediziner hatte laut Urteil im Juni 2019 gleich zweimal eine damals 18-jährige Patientin in einem Krankenzimmer des Krankenhauses sexuell bedrängt. Zunächst bei einer Bewegungsübung, wenig später auch beim Anlegen einer Infusionsnadel.

Der beschuldigte Arzt hat die Anschuldigungen bislang durchweg bestritten. Wenige Tage nach den Vorwürfen hatte er mit dem Recklinghäuser Knappschaft-Krankenhaus einvernehmlich einen Aufhebungsvertrag geschlossen und seinen Dienst dort quittiert.

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