Das Landgericht in Bochum. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Sex-Spiel in der LWL-Forensik endete fast tödlich – „Ich befördere dich in Jenseits“

Ein sadistischer Sextäter soll in der Maßregelvollzugsklinik in Herne einen Mitpatienten bei einem Sex-Spiel fast totgewürgt haben. Der 33-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft eine Gefahr.

Mehr als 15 Jahre nach seiner letzten Verurteilung wegen Missbrauchs von Kindern muss sich ein Sexualstraftäter aus Herne seit Montag erneut vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Weil der durch Gutachten attestiert pädophile und sadistische Triebtäter im Februar 2019 einen Mitpatienten in der Herner LWL-Klinik mit einem Stoffgürtel fast zu Tode gewürgt haben soll, will die Bochumer Staatsanwaltschaft seine Freilassung aus dem Maßregelvollzug unbedingt verhindern – und strebt eine neue Zwangseinweisung in der geschlossenen Psychiatrie zum Schutz der Allgemeinheit an.

Im Raucherraum zum Sex verabredet

Passiert sein soll der lebensgefährliche Übergriff im Patientenzimmer des Angeklagten. Am 21. oder 22. Februar 2019 sollen sich der 33-jähriger Sextäter und das spätere mutmaßliche Opfer, ein Mitinsasse der LWL-Maßregelvollzugsklinik in Herne, im Raucherraum unterhalten und dabei ein-vernehmlichen Sex vereinbart haben.

Zu diesem Zweck ließ sich der andere Patient im Zimmer des Angeklagten laut Staatsanwaltschaft zunächst auch noch freiwillig mit einem Stoffgürtel an den Händen fesseln. Kurz danach soll nach einer privaten Äußerung des Mitpatienten die Situation plötzlich völlig eskaliert sein. Der Angeklagte soll die immer noch gefesselten Hände des mutmaßlichen Opfers neben dessen Kopf auf das Bett gedrückt und dessen Hals so mit dem Stoffgürtel stranguliert haben.

Nur ein störendes Geräusch soll die Tat verhindert haben

Dabei flüsterte der 33-Jährige dem Mitpatienten laut Anklage sinngemäß zu: „Ich werde Dich jetzt ins Jenseits verfrachten und komme dann anschließend hinterher.“ Nur durch ein störendes Geräusch vom Flur soll der 33-Jährige dann von seinem Opfer abgelassen haben. Wie es hieß, klagte der Mitpatient später über Luftnot und Druckschmerz am Hals.

Der vorbestrafte Sexualstraftäter berief sich beim Prozessauftakt am Bochumer Landgericht auf sein Schweigerecht. Der 33-Jährige befindet sich seit einem Urteil des Bochumer Amtsgerichts vom 13. Juli 2005 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen ununterbrochen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Hintergrund für die damalige Zwangseinweisung waren sexuelle Übergriffe auf unterlegene Opfer, unter anderem auf eine Mitpatientin in der Jugendpsychiatrie. Ein Gutachten, auf das sich die aktuelle Anklage beruft, bescheinigt dem 33-Jährigen eine verfestigte „Pädophilie“ und „sexuellen Sadismus“.

Angeklagter schluckte Messer, Rchrauben und Rasierklingen

Im Rahmen seines Lebenslaufes berichtete der Angeklagte am Montag selbst von dem krankhaften Tick, Dominanz und Bösartigkeit auszuüben, indem er immer wieder Messer, Schrauben oder Rasierklingen herunterschluckt. Seit 2011 gab es nach eigenen Angaben 58 solcher Vorfälle, die nicht selten in eine Not-Operation mündeten.

Die Anklage im aktuellen Prozess lautet auf gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Für den Prozess sind vorerst noch drei weitere Verhandlungstage bis zum 15. März anberaumt.

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