Unwetter

Sturm in NRW sorgt für Chaos im Bahnverkehr – Frau wird schwer verletzt

Mancherorts sorgte Sturm Ignatz für Verwüstung. In NRW war vor allem der Bahnverkehr betroffen. Nur vereinzelt kam es zu größeren Schäden. Eine Frau wurde schwer verletzt.
In Baden-Württemberg stand ein Lastwagen quer. Der Sturm hatte ihn offenbar empfindlich getroffen. In NRW fiel einer Frau ein Baum aufs Auto. © picture alliance/dpa/Pr-Video
  • Der Deutsche Wetterdienst hat vor Sturm und Gewitter in ganz NRW gewarnt. Dabei sind schwere Sturmböen zwischen 80 und 90 km/h möglich. Am Freitag soll es vereinzelt weitergehen.
  • Der Bahnverkehr ist vor allem durch umgestürzte Bäume beeinträchtigt worden. Nachdem der Fernverkehr in NRW komplett eingestellt wurde, rollten erste Züge wieder. Die ICE-Strecke nach Wuppertal war zeitweise nicht befahrbar, die Strecke Düsseldorf-Köln war es am Abend noch immer nicht. Auch im Regionalverkehr gab es massive Einschränkungen.
  • Mehrere Städte meldeten umgestürzte Bäume, teilweise behinderten diese den Straßenverkehr. In Düsseldorf und Krefeld musste die Feuerwehr umherfliegende Corona-Testzelte sichern. Im Oberbergischen Kreis kam es zu einem schlimmen Unfall. Eine Frau wurde schwer verletzt.
  • Die Polizei appellierte an alle Autofahrer, wegen Ästen und anderen Gegenständen auf den Straßen vorsichtig zu fahren.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist ein starker Sturm vor allem über den Süden und Westen Deutschlands gezogen. Besonders schlimm war es in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland – aber auch Nordrhein-Westfalen war betroffen. Ab dem frühen Nachmittag verlagerte sich das Hauptgeschehen dann eher in den Osten und Nordosten Deutschlands.

„Das Gröbste“ sei durch, so eine Meteorologin mit Blick auf NRW. Zwar sollte bis zum Donnerstagabend eine durchziehende Kaltfront noch die eine oder andere Sturmböe und Regen bringen. Und auch am Freitagvormittag kann es laut DWD noch mal stürmisch werden bei Böen bis zu 85 km/h, wie sie im Hochsauerland erwartet werden. Der ganz heftige Sturm ist offenbar aber vorbeigezogen.

In Essen hat er am Donnerstagvormittag ein großes Metallkreuz von einer Kirchturmspitze geweht. Eine kräftige Böe habe es aus der Verankerung gebrochen, sagte ein Feuersprecher. Stundenlang hatte es in großer Höhe zunächst an einem Blitzableiter festgehangen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Frau wird schwer verletzt – Baum kracht aufs Auto

Am Nachmittag dann kam Verstärkung von einer Werksfeuerwehr aus Gelsenkirchen. Diese habe einen Hubsteiger mit ausreichender Reichweite zur Verfügung gestellt, so dass die Höhenretter das mehr als einen Meter große Kreuz sichern und vor dem Absturz bewahren konnten.

Deutlich schlimmer getroffen wurde eine Autofahrerin in Nümbrecht im Oberbergischen Kreis. Wie die Polizei mitteilte, war die 36-Jährige auf einer Landstraße unterwegs, als ein Baum auf das Dach ihres Autos kippte. Die Fahrerin verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Sie wurde schwer verletzt und kam ins Krankenhaus.

Massive Probleme bei der Bahn

Derweil kam es im Bahnverkehr zu vielen Störungen und Ausfällen. Wegen der anhaltenden Sturmwarnung des DWD hatte die Deutsche Bahn den Fernverkehr in NRW am Donnerstagvormittag komplett eingestellt. Nach und nach erst rollten die ersten Züge dann wieder los.

Allerdings: Die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln dauerten weiter an, und auch die ICE-Strecke nach Wuppertal und Hamm war zunächst nicht befahrbar.

Im Regionalverkehr mussten Reisende den ganzen Tag mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Reparaturtrupps der Bahn seien zu mehr als einem Dutzend Schadensstellen ausgerückt, so ein Bahn-Sprecher. Der Sturm hatte seit der Nacht Äste und Bäume auf Gleise oder in Oberleitungen geweht. Strecken wurden gesperrt und waren nicht befahrbar.

Die Bahn bittet Reisende, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf www.bahn.de, www.zuginfo.nrw, im DB Navigator oder bei der telefonischen Reiseauskunft 030/2970 zu informieren.

Alle Fahrgäste, die ihre für den 21. Oktober 2021 geplante Reise aufgrund des Sturmtiefs verschieben möchten, können ihr bereits gebuchtes Ticket für den Fernverkehr ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen.

Video: Unwetter in Deutschland – Aktuelle Gefahren und Voraussagen


Bereits am Donnerstagmorgen hatten sich erste Auswirkungen des Sturms bemerkbar gemacht. In vielen NRW-Städten meldeten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze. In den meisten Fällen ging es dabei um umgestürzte Bäume, die entweder Straßen oder Bahngleise blockierten oder auf parkende Autos gefallen waren.

Auch andere Gegenstände wurden von starken Sturmböen erfasst und umhergeschleudert. Deswegen warnte die Polizei mehrfach davor, das Haus nicht zu verlassen, wenn man nicht unbedingt muss und sich nicht in der Nähe von Bäumen oder gar im Wald aufzuhalten. In einigen Städten blieben daher auch Zoos oder Parks geschlossen.

In vielen NRW-Städten hat der Sturm Bäume auf Straßen, Autos oder Bahngleise gekippt.
In vielen NRW-Städten hat der Sturm Bäume auf Straßen, Autos oder Bahngleise gekippt. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Unter den ganzen Sturm-Meldungen gab es auch ein paar kuriose: So mussten die Feuerwehr in Düsseldorf sowie die in Krefeld umherfliegende Corona-Testzelte einfangen und sichern.


In Essen wurde eine Dixie-Toilette vom Sturm auf die Straße geschoben und drohte zwischenzeitlich umzufallen. Ein Vorfall, der die Polizei zum Schmunzeln hinriss. Dazu konnte sich an diesem Tag nicht jeder durchringen.

mit dpa

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