Tauben sind vielleicht nicht die beliebtesten Vögel, aber eben doch auch Lebewesen. In Unna hat ein Unbekannter eines dieser Tiere vor den Augen eines Zeugen erschossen. © picture alliance/dpa
Polizei

Tierquäler schießt direkt vor einem Fußgänger Taube vom Baum

Mitten in der Stadt hat ein Unbekannter in Unna eine Taube erschossen. Nun sucht ihn die Polizei. Dem Täter oder der Täterin sind eine ganze Reihe von Rechtsverstößen nachzusagen.

Es muss ein verstörendes Erlebnis gewesen sein, das ein Zeuge am Donnerstagmittag um 13.45 Uhr in Unna hatte. Zu Fuß war er am Hellweg unterwegs, als ihn ein dumpfer Knall erschreckte und Sekundenbruchteile später vor ihm eine Taube auf den Gehweg aufschlug. Das Tier zappelte noch und quälte sich durch einen langen Todeskampf. Es starb erst kurz nach dem Eintreffen der Polizei, die der Zeuge sofort gerufen hatte.

Die Beamten stellten eine blutende Verletzung unter dem Flügel des nun verendeten Tieres fest. Augenscheinlich hat ein Unbekannter das Tier erschossen und mit seinem Treffer aus der Krone eines Baums gestoßen. Nun sucht die Polizei diesen Täter.

Ganze Reihe von Rechtsbrüchen

Ihm sind gleich mehrere Rechtsverstöße anzulasten. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz aufgenommen, weil dieser Verstoß der offensichtlichste ist. Doch auch Jagdrecht und Waffenrecht sind mit Sicherheit berührt.

Zudem steht eine Gefährdung von Menschenleben im Raum: Der Augenzeuge war schon sehr nah dran an dem Tier, als es im Baum getroffen wurde. Und je nach Art der Waffe bestand vielleicht auch die Gefahr von Schäden auf anderen Grundstücken.

Getroffen wurde die Taube nahe der Einmündung der Märkischen Straße in den Hellweg, also in der Wohnbebauung. Ob aus einem der Häuser dort gefeuert worden ist oder sich der Täter an anderer Stelle versteckt hat, ist unbekannt. Weder der Zeuge noch die herbeigerufene Polizei konnten diesbezüglich etwas feststellen.

Über die Motive lässt sich nur spekulieren

Völlig unklar ist auch das Motiv. Ob Hass auf Tauben, Lust am Töten oder Freude am Schießen ohne Rücksicht auf die Schäden – in dieser Hinsicht kann die Polizei bestenfalls Hypothesen aufstellen. Tauben gelten nicht als besonders beliebt, und die der Tierschutzverein Unna berichtet hat, kommt es durchaus öfter zu Übergriffen. Klar ist aber, dass es selbst Jägern verboten ist, in der Wohnbebauung Tauben zu schießen. Und selbst erlaubnisfreie Waffen dürfen nur innerhalb eingefriedeter Grundstücke benutzt werden, von denen kein Projektil ins Umland geraten darf.

Die Polizei setzt nun auf weitere Zeugen, die vielleicht etwas von diesem Schuss oder von ähnlichen Vorfällen gehört haben. Wer Hinweise geben kann, erreicht die Ermittler unter der Rufnummer (02303) 921-3120.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka
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