Coronavirus

Wie geht es für die Schulen in NRW weiter? Gebauer kann sich Wechselunterricht vorstellen

Bis Mitte Februar müssen die Schüler in NRW zuhause lernen. Spannend wird, ob der Distanzunterricht auch danach weitergeht. Die Schulministerin könnte sich auch etwas anderes vorstellen.
Bis zum 14. Februar bleiben die Schulen im Land geschlossen. Wie es danach weiter geht, soll noch diskutiert werden. © picture alliance/dpa

Angesichts der andauernden Corona-Pandemie hat sich Schulministerin Yvonne Gebauer ausdrücklich offen auch für Wechselmodelle von Distanz- und Präsenzunterricht in Nordrhein-Westfalen gezeigt. „Natürlich denken wir über verschiedenste Modelle nach“, sagte die FDP-Politikerin am Dienstag in Düsseldorf.

Ihr Ziel sei zwar, so schnell wie möglich zum Präsenzunterricht zurückzukehren. Wenn das angesichts der Corona-Infektionszahlen aber nicht möglich sei und das Land auch nicht länger im Distanzunterricht verbleiben wolle, „dann bieten sich natürlich auch Wechselmodelle an“. Bisher hatte Gebauer Wechselmodelle nur in engen Grenzen und nicht flächendeckend befürwortet.

Gefahr der Coronavirus-Mutationen

Bis zum 12. Februar werde in NRW in allen Schulen und Schulformen coronabedingt aber weiter Distanzunterricht erteilt, bekräftigte Gebauer. NRW setze damit den jüngsten Bund-Länder-Beschluss konsequent um. Die Entscheidung sei nach Gesprächen mit allen Bildungsverbänden getroffen worden, sagte Gebauer. Die Ministerin sprach von einem „Schulterschluss“.

Grundsätzlich bleibe Präsenzunterricht die erste Wahl. Jetzt sei aber eine weitere „Zeit der Vorsicht“ nötig. Zwar entwickelten sich die Infektionszahlen in NRW positiv, allerdings sei nicht abzuschätzen, wie schnell sich die Coronavirus-Mutationen ausbreiteten und wie gefährlich sie seien.

Offen, wie es nach dem 14. Februar für die Schulen weitergeht

Bund und Länder hatten den Corona-Lockdown mit weitreichenden Schließungen zunächst bis 14. Februar verlängert. Einen Zeitpunkt oder Stichtag, ab wann es Wechselmodelle im Unterricht geben könnte, könne sie angesichts der unklaren Lage derzeit noch nicht nennen, sagte Gebauer. Wie es im zweiten Schulhalbjahr in NRW weitergehe, werde sie mit den Verbänden „im konstruktiven Prozess“ erörtern.

Eine flächendeckende Teilung von Schulklassen als Baustein zur Pandemie-Bekämpfung war in NRW vor allem im Spätherbst politisch hoch umstritten. Die Devise der schwarz-gelben Koalition war seinerzeit, für den Präsenzunterricht zu kämpfen. Das Lernen im Wechsel je zur Hälfte daheim auf Online-Basis und im Klassenraum war der Kern des sogenannten „Solinger Modells“, das die Landesregierung aber untersagt hatte.

Forderungen der SPD-Opposition nach einem „Freischuss“ für Abiturprüfungen in diesem Jahr erteilte Gebauer eine klare Absage. Alle Bundesländer hätten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, Abschlüsse auch in diesem Corona-Jahr auf Basis von Prüfungen zu vergeben. „Wenn ein Land davon abweicht, könnte es die Abiturientinnen und Abiturienten in eine bedrohliche Lage bringen“, warnte sie.

Debatten über „minderwertige Abschlüsse“

Es bestünde die Gefahr, dass das Abitur dann nicht bundesweit anerkannt werde „und der Ruf des NRW-Abiturs wäre auf Jahre beschädigt“. Wer ständig von „Freischüssen“ oder „Kurz-Schuljahren“ spreche, befeuere Debatten über „minderwertige Abschlüsse“, mahnte Gebauer. Ob Schüler in diesem Schuljahr sitzenbleiben können, werde noch mit den Verbänden besprochen.

Lehrerverbände begrüßten die Fortsetzung des Distanzunterrichts bis zunächst Mitte Februar. „Niemand würde von einer vorzeitigen Öffnung profitieren, wenn wenige Tage später die Schulen wieder schließen müssten“, sagte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Behlau. Auch Distanzunterricht sei Unterricht, das dürfe nicht vergessen werden.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW, Maike Finnern, sagte: „Wir müssen weiter auf Nummer sicher gehen, trotz aller Belastungen.“ Nun komme es aber darauf an, wie es ab dem 15. Februar weitergehe. Die Schulen brauchten Regelungen, die bis zu den Osterferien gelten. Die einzelnen Schulen sollten vor Ort Freiheiten bekommen, für sie passende Modelle „auch wirklich umzusetzen“

dpa

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