Die Zahl der Menschen, die sich neu mit dem Coronavirus infizieren und dann in einer Klinik behandelt werden müssen, sinkt zwar, aber ein anderer Wert bereitet große Sorgen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Wochenbilanz

Zahl der Neuinfektionen sinkt auf besten Wert seit Oktober – aber eine Zahl macht Sorgen

Der Erfolg des Lockdowns lässt sich jetzt auch in Zahlen ablesen. In der Woche vor dem 25. Januar infizierten sich so wenige Menschen wie zuletzt im Oktober. Doch eine andere Zahl bereitet Sorgen.

Seit November leben wir in einem immer weiter verschärften Lockdown. Zunächst wirkte sich das nur im Schneckentempo auf die Infektionszahlen aus. Hier scheint es jetzt eine eindeutige Trendwende zum Guten zu geben. In den vergangenen sieben Tagen seit dem 18. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 100.996 neue Corona-Fälle gemeldet.

Das sind knapp 19.000 Fälle weniger als in der Woche zuvor (11. bis 18. Januar), und rund 72.5000 neue Infektionen weniger im Vergleich zur bisher schlimmsten Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde.

Nach wie vor große Sorgen bereitet die hohe Zahl an Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben sind. In den sieben Tagen zwischen dem 18. und 25. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 5.454 Corona-Tote gemeldet. Das sind zwar immerhin rund 500 Tote weniger als in der Vorwoche, aber noch immer einer der höchsten Werte, die seit dem Ausbruch der Pandemie vor rund zehn Monaten gemeldet worden sind.

Hohe Todeszahlen bereiten die größten Sorgen

In der Woche zwischen dem 7. und 14. September wurden in Deutschland 25 Corona-Tote registriert. Seither kletterte die Zahl der Corona-Toten pro Woche nach oben, seit Anfang November in einer extrem steilen Kurve. Eine Ausnahme gab es lediglich in der Weihnachtswoche zwischen dem 21. und 28. Dezember, was aber mit Sicherheit auf Meldeverzögerungen an den Feiertagen zurückzuführen ist.

Der bisherige Rekordwert wurde in der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar mit 6.112 Corona-Toten registriert. In der Woche danach war dann erstmals ein leichter Rückgang bei den Corona-Toten festzustellen. Dieser Trend hat sich in der vergangenen Woche fortgesetzt. Zu einer wirklichen Entwarnung besteht allerdings noch keinerlei Veranlassung.

Die Zahl der Labortestungen liegt weiterhin bei mehr als 1,1 Millionen pro Woche. Trotzdem sank die Zahl der neuen Fälle. Das ist ebenfalls positiv zu bewerten, denn: Der Anteil der positiven Ergebnisse bei den Tests ist weiter gesunken. Er liegt aktuell bei 10,5 Prozent. Dieser Anteil war seit Monaten kontinuierlich gestiegen. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich auch mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar auf 16,1 Prozent. Das war der bisherige Höchststand.

Die 7-Tages-Inzidenz

Trotz dieser guten Zeichen ist die Lage nach wie vor ernst. Das zeigt ein Blick auf die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Als in der letzten Oktoberwoche der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Regionale Unterschiede sind enorm

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – mit einem zwischenzeitlich erneuten Anstieg – auf aktuell 107,7 zurück. Vor einer Woche lag er noch bei 134,4.

Dabei gibt es allerdings nach wie vor regional erhebliche Unterschiede. Ziel des harten Lockdowns war und ist es, die Inzidenz unter die Schwelle von 50 zu bringen. Das war zuletzt vor fast drei Monaten am 20. Oktober mit 48,6 der Fall. In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz aktuell bei 102,4. Nur in der Stadt Münster liegt der Wert unter 50, nämlich bei 38,4.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
Zur Autorenseite
Ulrich Breulmann

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.