Mit schönen Erinnerungen im Gepäck aus dem Urlaub in einem fremden Land nach Hause zurückzukehren, ist eine schöne Sache. Leider fliegt inzwischen auch das Coronavirus immer öfter mit nach Deutschland. © unplash/ jeshoots
Coronavirus

Zahl der Urlaubs-Rückkehrer mit dem Coronavirus im Gepäck steigt stark an

Was viele befürchtet hatten, ist eingetreten. Viele Urlauber bringen aus den Ferien im Ausland das Coronavirus mit zurück nach Deutschland. Vor allem zwei Länder stechen negativ heraus.

Die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Wochenbericht veröffentlicht, sind eindeutig. Jetzt kommt es, wie es seit Wochen prophezeit wurde: Mit den Rückkehrern aus dem Sommerurlaub steigt auch die Zahl der Infektionen, die aus dem Ausland mit nach Deutschland gebracht werden.

Zwischen dem 12. Juli und 8. August wurde in 9.190 Coronafällen eine Ansteckung im Ausland angenommen. Dabei stieg die Zahl seit Juli von Woche zu Woche. Waren es zwischen dem 12. und 18. Juli noch 1.545 Fälle, so sind es in der aktuellsten Woche, für die Daten vorliegen (2. bis 8. August), mehr als doppelt so viele Fälle, nämlich 3.422.

Bei all diesen Zahlen muss man beachten, dass es eine erhebliche Dunkelziffer gibt, denn: Von den 57.049 neuen Corona-Fällen, die das RKI zwischen dem 12. Juli und 8. August registriert, lagen in 23.898 Fällen (42 Prozent) keine Angaben zum Infektionsland vor. Tatsächlich dürfte die Zahl der Fälle, in denen Menschen mit dem Coronavirus zurück nach Deutschland kommen, also noch deutlich höher sein als offiziell registriert.

Bemerkenswert ist ein Blick auf die Länder, aus denen die meisten infizierten Menschen heimkehren. Bis Mitte Juli war Spanien das am stärksten betroffene Land (12. bis 18. Juli: 506 Fälle), ist aber inzwischen lange nicht mehr der Negativ-Spitzenreiter (2. bis 8. August: 212 Fälle).

Mittlerweile (2. bis August) kommen die mit Abstand am meisten Infizierten aus der Türkei (741) und aus dem Kosovo (421). Die Niederlande spielen übrigens als Infektionsland in diesem Ranking keine große Rolle. Hier gab es in der ersten Augustwoche gerade einmal 44 Fälle.

Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt im neuesten Wochenbericht des RKI, nämlich die Frage der Tests. Dabei werden vom RKI die durch ein Labor abgesicherten PCR-Tests gezählt, nicht die Antigen-Schnelltests. Die Zahl der Tests ist nämlich in den vergangenen Monaten immer stärker gesunken. Gleichzeitig ist aber der Anteil der positiven Tests zuletzt wieder gestiegen.

Gab es in der ersten Juniwoche noch 883.832 Tests, waren es in der ersten Augustwoche nur noch 588.404 PSR-Tests, also ein Drittel weniger. Dafür stieg der Anteil mit positiven Testergebnissen von 0,81 Prozent Ende Juni auf 3,95 in der ersten Augustwoche.

Fest steht inzwischen auch, dass die Delta-Variante, die als deutlich aggressiver gilt als das Ursprungsvirus, das Infektionsgeschehen in Deutschland praktisch allein bestimmt. Ihr Anteil liegt jetzt bei 98 Prozent. Und weiterhin gilt: Derzeit stecken sich vor allem jüngere Menschen mit dem Virus an. So liegt die 7-Tage-Inzidenz in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen mit 59 mit Abstand am höchsten.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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