Die Polizei musste in den vergangenen Monaten immer wieder Verstöße gegen die Corona-Regeln ahnden. Wir haben zehn besonders krasse Beispiele zusammengetragen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Zehn krasse Fälle von erwischten, reichlich dummen Corona-Sündern

Eigentlich sollte inzwischen jeder wissen, dass es in Corona-Zeiten Regeln gibt, an die man sich halten muss. Sonst kann es teuer werden. Trotzdem gibt es krasse Fälle der Marke „Ober-Depp“.

Seit Anfang des Jahres gibt es Regeln, was man tun muss, damit sich das Coronavirus nicht ungehemmt verbreiten kann. Mal sind sie strenger, mal weniger streng. Aber nicht alle Menschen halten sich dran. Wir haben zehn besonders krasse Fälle zusammengetragen.

1. Mitte Dezember wurde in Düsseldorf eine illegale Spielhölle entdeckt. In einer Bar trafen Polizisten mehr als 20 Spieler an mehreren Tischen vor. Aufmerksam geworden waren die Polizisten, weil auf dem Parkplatz vor der Bar zahlreiche teure Autos abgestellt waren. Jetzt erwartet die Spieler nicht nur eine Anzeige wegen illegalen Glücksspiels, sondern auch wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln. Und mehr als 100.000 Euro sind auch futsch. Die kassierte die Polizei ein.

2. In Schwerte wurde Ende November eine Corona-Party aufgelöst. Acht junge Menschen hatte hier eine nächtliche Sause veranstaltet und waren überhaupt nicht einsichtig, dass der Spaß jetzt vorbei sein sollte, als die Polizei kam. Die Verstöße gegen die Corona-Regeln sind jetzt nicht das einzige Problem der Corona-Sünder, denn die Polizisten stellten auch Drogen sicher.

3. Fast schon legendären Status hat innerhalb weniger Tage die nächtliche Feier in einem Kindergarten im Dortmunder Stadtteil Menglinghausen erreicht. 14 Beschäftige hatten dort ihre Teambesprechung in eine Party bei geschlossenen Fenstern münden lassen – inklusive Alkohol und Büffet, aber ohne Masken. Zum Verhängnis wurde ihnen, dass sie die Musik so laut aufgedreht hatten, dass sich Nachbarn bei der Polizei beschwerten. Jetzt drohen ihnen nicht nur Strafanzeigen, sondern auch noch arbeitsrechtliche Konsequenzen.

4. Die 14 Jugendlichen haben wahrscheinlich geglaubt, sie hätten eine richtig coole Idee, um eine heiße, aber verbotene Party im Münchener Stadtteil Unterhaching zu feiern. In einem Hotel hatten sie sich am dritten Adventswochenende als Geschäftsreisende ausgegeben und unter falschen Daten zwei Zimmer gemietet. Und dann ging die Post ab. Dabei wurde es so laut, dass Anwohner die Polizei einschalteten.

5. Der vermeintlich gute Trick mit dem Hotel schlug auch am Nikolaus-Wochenende in Heidelberg fehl. Dort wurden zehn junge Leute zwischen 16 und 21 Jahren bei einer illegalen Corona-Party in einem Hotel erwischt. Die laute Musik hatte sie auch in diesem Fall verraten.

6. Auch reine Frauen-Clubs schaffen es, sich teure Anzeigen in Sachen Corona einzuhandeln. Anfang Dezember wurden in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis acht Frauen zwischen 21 und 26 Jahren bei einer feucht-fröhlichen Corona-Party ertappt. Weil auch sie die Musik zu stark aufgedreht hatten, kam die Polizei und dann wurde es erst richtig spannend. Einige der Frauen versuchten, sich zu verstecken, zwei wollten durch das Fenster türmen. Blöd für sie nur: Die Polizei hatte das Haus umstellt und erwischte alle.

7. Nett ist auch diese Geschichte, die sich Ende November in einer Kneipe im niedersächsischen Nordenham abgespielt hat. Dort hatten sich 20 Männer zwischen 29 und 63 Jahren einen schönen Abend machen wollen. Dass sie dabei das Licht in der Kneipe fast komplett ausgeschaltet hatten, half ihnen nicht. Die Polizei bekam trotzdem Wind von der verbotenen Party. Den Männern nutzte auch nichts, dass sie sich verschanzten, als die Polizisten anrückten. Sie kassierten allesamt Anzeigen.

8. Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits Mitte November in der Dortmunder Nordstadt ereignete. Dass er die Fenster seiner Kneipe zugeklebt hatte, reichte dem Wirt seinerzeit ebenfalls nicht, um ungeschoren davonzukommen.

9. Auch Prominenz schützt übrigen nicht vor Dummheit. Erst vor wenigen Tagen wurde der kamerunische Fußball-Nationaltorwart Fabrice Ondoa (24) vom belgischen Erstligisten KV Oostende gefeuert. Der Grund: Er hatte eine Corona-Lockdown-Party organisiert. Die Strafe für den Corona-verstoß dürfte jetzt das geringste Problem für den arbeitslosen Profi-Kicker sein.

10. Und nicht nur teuer, sondern auch richtig peinlich wurde es für die 40 Teilnehmer einer Swingerparty in einem Karlsruher Hotel. Dort war am Nikolauswochenende eine Sex-Party in vollem Gang, als die Polizei vorbeischaute. Die fand die 40 Gäste äußerst spärlich bekleidet an und – was besonders heikel war – auch die Schutzmasken fehlten.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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