Schalke 04

04 denkwürdige Duelle gegen Bayer Leverkusen

Wenn Schalke 04 in der Veltins-Arena Bayer Leverkusen empfängt, gab es in der Vergangenheit oft denkwürdige Duelle. Wir erinnern an vier dieser Spiele.
Im Jubel vereint: Mike Hanke (l.) und Marcelo Bordon. © dpa

18. August 2001: Im ersten Bundesliga-Heimspiel in der neuen Arena zeigte sich Schalke von Beginn an hellwach, engagiert und offensiv ausgerichtet. Rettete bei Böhmes erster Ecke und der Direktabnahme von Mpenza noch die Latte für Butt, blieb der zweite Versuch nicht ohne Folgen: Hajto nickte seelenruhig und völlig allein gelassen aus vier Metern Entfernung nach Böhmes Ecke ein (9.).

Ein ums andere Mal erschienen die schnellen S04-Spitzen in aussichtsreichen Überzahlsituationen vor dem Bayer-Gehäuse, der Treffer zum 2:0 war nur logisch: Möller trieb den Ball in die gegnerische Hälfte, passte steil auf Mpenza, der im Strafraum versucht, an Lucio vorbeizukommen. Den Einsatz des Brasilianers ahndete Schiedsrichter Berg mit einem zweifelhaften Elfmeter. Böhme ließ sich nicht zwei Mal bitten und vollendete mit einem strammen Vollspannschuss (40.).

Mit der Brechstange

Nach dem Wechsel Leverkusen gewann nun nahezu jeden Zweikampf. Bastürk wich zunehmend auf die halblinke Position aus und sorgte für einige Unruhe. Dem Anschlusstreffer durch Ballack in der 58. Minute ging eine schöne Einzelleistung des Neuzugangs aus Bochum voraus. Da Schalke sich nun noch mehr zurückzog, kam auch der Ausgleich nicht überraschend. Wieder setzte sich Bastürk durch, der Ball trudelte auf das Tor zu und Kirsten nutzte mit seiner Routine den verunglückten Rettungsversuch von van Hoogdalem. Im Anschluss packte Schalke die Brechstange aus.

Und sie hatten Erfolg. Der gerade erst eingewechselte Wilmots flankt von der linken Seite stramm in den Strafraum, Mpenza steigt in Höhe des Elfmeterpunktes nach oben und köpft den zu diesem Zeitpunkt glücklichen Führungstreffer. Ein direkter Freistoß von Schneider aus 20 Metern zentraler Position stellte jedoch den Ausgleich wieder her (90+1.).

17. April 2004: Tore zu schießen, ist für Jörg Butt nichts Ungewöhnliches. Den Ball nur Sekunden später aus dem eigenen Netz zu holen, dagegen schon. „Ich habe ja schon viele Elfmeter geschossen, aber so etwas ist mir noch nie passiert“, kommentierte der Torhüter von Bayer Leverkusen die kurioseste Szene beim 3:2 (1: 0)-Sieg bei Schalke 04. „Das ist mir eine Lehre. Das wird mir nie mehr passieren.“

Hanke trifft vom Anstoßkreis

Das Ungewöhnliche geschah in der 76. Minute: Butt trabte in den gegnerischen Strafraum, schoss den Ball an seinem Schalker Kollegen Christofer Heimeroth vorbei zum 3:1 ins Netz und ließ sich für sein 23. Elfmetertor im 26. Versuch ausgiebig von den Mannschaftskollegen feiern. Als er dann ins eigene Gehäuse zurück trabte, war der Ball schon da – der Schalker Mike Hanke hatte ihn aus dem Anstoßkreis über den Keeper hinweg zum 2:3 ins Netz gedroschen.

„Das sieht natürlich ein bisschen blöd aus“, gab Butt zu, „aber es ist ja noch mal gut gegangen. Jetzt kann ich schon darüber schmunzeln.“ Ganz regulär war der kurioseste Treffer der Saison aber doch nicht. Denn außer Hanke berührte kein Schalker den Ball nach dem Anstoß. „Ich habe Ebbe Sand gesagt: Komm, spiel schnell“, berichtete der Torschütze: „Aber er hat nicht geschaltet. Da habe ich selbst geschossen.“ Also ein irreguläres Tor? „Vielleicht hat ihn Ebbe ja doch noch ganz leicht berührt“, meinte Hanke und schmunzelte.

11. Februar 2006: Fußball verrückt auf Schalke: Die Gastgeber haben beim „Tag der offenen Tür“ in einem kuriosen Spiel die Negativ-Serie in Heimspielen gegen Bayer Leverkusen gestoppt und hält Kurs auf die Champions-League-Ränge. Mit einem 7:4 (3:1) feierten die „Königsblauen“ den ersten Dreier zu Hause gegen den Werksklub seit dem 1. August 1997 und die meisten Treffer in einem Bundesligaspiel sein 29 Jahren.

Kuranyi beendet Ladehemmung

Vor 60.542 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena schossen Sören Larsen (9.), Mladen Krstajic (17.) und Zlatan Bajramovic (34.) eine 3:0-Führung heraus. Leverkusen kam jedoch durch Gegentore von Andre Woronin (40.) und Dimitar Berbatow (50.) wieder ins Spiel, ehe Kevin Kuranyi (55.) zum 4:2 traf. Es war der erste Treffer des Nationalstürmers nach 664 Minuten Ladehemmung.

Larsen (63.) erhöhte auf 5:2, bevor die Leverkusener Woronin (64.) und Jacek Krzynowek (70.) die Begegnung noch einmal spannend machten. Lincoln (76.) und der eingewechselte Gerald Asamoah (81.) besiegelte schließlich den ersten Heimsieg unter Trainer Mirko Slomka, womit Schalke in der Rückrunde weiter unbesiegt blieb.

14. Juni 2019: Das 1:1 gegen Leverkusen verlief recht unspektakulär. Trotzdem hat es einen besonderen Platz in der Schalker Vereinsgeschichte. Es war Schalkes 13. Bundesligapartie in Folge ohne Sieg, womit die Blau-Weißen einen neuen Vereins-Negativrekord aufstellten.

Blieb den Schalkern zu Beginn der Partie noch ein Start nach Maß verwehrt, gelang den Knappen dies nach der Pause. Schon in der 48. Minute berührte Tapsoba den Ball nach einer Flanke von Kenny im Strafraum mit der Hand. Nach Rücksprache mit VAR Günter Perl sah sich Referee Daniel Siebert die Szene selbst noch einmal an und entschied auf Handelfmeter, den Caligiuri souverän verwandelte (51.). Bayer war sofort sichtlich um den Ausgleich bemüht. Alario zielte per Kopf hauchdünn vorbei (55.).

Gelbe Karte für Psychologe

Wenige Minuten später wurde es kurios – und hitzig: Schalke hatte den Ball zunächst ins Aus gespielt, um eine Behandlung des auf dem Rasen liegenden Bozdogan zu erwirken. Als das Spiel mit Einwurf weiterging, wollte Wendell wohl zu den Schalkern zurückgeben, doch Alario spielte nicht mit und tauchte plötzlich frei vor Nübel auf, der im Eins-gegen-eins allerdings Sieger blieb. Danach kam es zu einer Rudelbildung, die Gelbe Karten für Alario, Caligiuri sowie den Schalker Sportpsychologen Sascha Lense zur Folge hatte.

Leverkusen hatte weiterhin deutlich mehr Spielanteile, wurde aber nur ab und an gefährlich. Der späte Ausgleich fiel dann auch mit ein wenig Mithilfe der Gelsenkirchener. Erst attackierte Caligiuri Wendell am Strafraumrand nicht richtig, dann wollte Miranda im Zentrum gegen Paulinho klären, bugsierte den Ball letztlich aber unfreiwillig ins eigene Tor – 1:1 (81.).

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