Johan de Kock verschoss in Teneriffa einen Elfmeter. Später war die Freude bei ihm über den Uefa-Cup-Sieg groß. © dpa
Schalke 04

Als Heynckes sich weigert, Deutsch zu sprechen

Es war ein denkwürdiges Spiel an jenem 8. April 1997 im Halbfinal-Hinspiel des UEFA-Cups zwischen CD Teneriffa und Schalke 04. Und zwar in vielen Hinsichten. Teneriffa gewann mit 1:0.

Dieser Treffer fiel bereits nach sechs Minuten und sorgte für die erste große Aufregung. Denn Teneriffas Stürmer Juanelle leitete einen Pass von Felipe mit beiden Händen weiter, drang in den Strafraum der Gäste ein und lief in Olaf Thon. Zum Erstaunen der Zuschauer sowie zum Entsetzen der Schalke-Fans zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt, und Felipe traf zur Führung.

Danach entwickelte sich eine packende Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Schalke agierte ab der 54. Minute in Überzahl, weil Teneriffas Spieler Vivar Dorado einen Platzverweis kassierte.

Zwei Rote Karten

Doch der Bundesligist konnte dies nicht nutzen, ehe in der 78. Minute der Ausgleich in der Luft lag. CD-Torwart Ojeda holte Marc Wilmots von den Beinen und sah die zweite Rote Karte.

Doch den fälligen Elfmeter schoss Johan de Kock weit am linken Pfosten vorbei. Zuvor hatte der Verteidiger rund 25 Strafstöße für Kerkrade und die Elftal verwandelt. „Ich bin mit dem Standbein weggerutscht. Ein Scheiß-Gefühl. Du denkst, die Welt geht unter,“ so de Kock.

Zu kleiner Presseraum

Ihr blaues Wunder erlebten die deutschen Journalisten hinterher im Presseraum, der so klein war, dass mancher Medienvertreter auf dem Boden Platz nehmen musste. Deshalb rechneten es die Journalisten Schalke-Trainer Huub Stevens hoch an, dass dieser mit seinem Statement erst beginnen wollte, bis alle Journalisten auch wirklich Platz nehmen konnten.

Sein Trainer-Kollege Jupp Heynckes fiel dagegen aus der Rolle und weigerte sich, in der Pressekonferenz gegenüber den deutschen Journalisten in seiner Muttersprache zu antworten.

Womöglich ahnte Heynckes da schon, dass der 1:0-Erfolg seiner Mannschaft nicht reichen würde. Und so kam es dann auch. Schalke gewann das Rückspiel nach Verlängerung mit 2:0 und zog ins UEFA-Cup-Finale ein,.

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