Nicht zu fassen: Manuel Baum ist mit Schalke in der Bundesliga noch sieglos - an alter Wirkungsstätte in Augsburg unternimmt er am Sonntag den neunten Versuch. © dpa
Schalke 04

Am Sonntag beginnt die Woche der Wahrheit – auch für Manuel Baum

Der S04-Trainer unternimmt in Augsburg den neunten Versuch, mit Schalke erstmals ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen. Die Reise in die eigene Vergangenheit wird zum Duell mit der Gegenwart.

Es wäre an der Zeit, die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Schließlich kehrt Manuel Baum am Sonntag zu dem Verein zurück, bei dem er fünf Jahre lang gearbeitet hat – zunächst als Trainer der zweiten Mannschaft, dann von 2016 bis 2019 als Chefcoach der Profis.

Punkte wichtiger als Anekdoten

Aber die auf vielen Ebenen bedrohliche Schalker Situation verbietet das Schwelgen in Erinnerungen. Also hält sich Schalkes Trainer auch nicht lange damit auf: „Natürlich hatte ich schöne Momente beim FC Augsburg. Aber das ist Vergangenheit. Ich beschäftige mich mit der Gegenwart. In der geht es darum, aus Augsburg die maximale Punktausbeute mitzubringen.“

Das wären dann also drei – was einen Schalker Sieg voraussetzt. Und über die Schwierigkeiten, die die Königsblauen nun schon seit geraumer Zeit haben, einen Dreier zu landen, ist Fußball-Deutschland mittlerweile hinreichend informiert. Zusammengefasst: Seit 26 Bundesliga-Spielen in Folge ist Schalke ohne Sieg, und bei ehemaligen Spielern und Funktionären von Tasmania Berlin stehen die Telefone nicht mehr still, weil die scheinbar ewigen Rekordhalter von 31 sieglosen Spielen so langsam doch kalte Füße kriegen und um ihren Rekord fürchten müssten. „Stichtag“ wäre übrigens der 9. Januar 2021 – ist Schalke bis dahin weiter sieglos und gewinnt auch dann gegen Hoffenheim nicht, wäre der Rekord von Tasmania zumindest eingestellt. Das aber nur am Rande…

Fortschritte noch zu klein

Dafür, dass es überhaupt so weit kommen konnte, trägt Manuel Baum natürlich nicht die Hauptlast der Verantwortung. Aber aus selbiger stehlen kann er sich auch nicht. Denn das Augsburg-Spiel ist nun bereits sein neunter Versuch, mit Schalke einen Bundesliga-Sieg zu landen. Zwar lassen sich diverse kleinere Fortschritte unter Baum nicht leugnen – insgesamt bleibt aber zu bilanzieren, dass es auch unter ihm einfach (noch) nicht reicht.

Drei Punkte aus acht Spielen sind eine deprimierende Bilanz – zumal mit Union Berlin, dem VfB Stuttgart und Mainz 05 Gegner darunter waren, die dann als „schlagbar“ eingeordnet werden müssen, wenn man wie Schalke gegen die „Großen“ chancenlos ist.

Schalke und die Kategorie „schlagbar“

Begriffe wie die „Woche der Wahrheit“ werden im Fußball oft überstrapaziert, das Schalker Programm lässt sich aber kaum anders bezeichnen. Sonntag in Augsburg, Mittwoch gegen Freiburg, Samstag in Bielefeld – in diesen Spielen wird sich zeigen, ob es für Schalke überhaupt noch Sinn machen würde, im Winter-Schlussverkauf zuzuschlagen, um in der Rückrunde den Versuch einer Aufholjagd zu starten.

Auch für Baum, für diese Theorie sind keine großen prophetischen Gaben notwendig, entscheidet sich dann, ob er auf Schalke länger Wurzeln schlägt. Bei seinem Sieg-Versuch Nummer neun wird übrigens wieder Ralf Fährmann im Tor stehen, wenn er sich denn fit meldet. Frederik Rönnow ist noch verletzt, Michael Langer müsste trotz starker Vorstellung gegen Leverkusen auf die Bank.

Bessere Zukunft muss Sonntag beginnen

Er hat gezeigt, dass er bundesliga-tauglich ist. Bei seinen Mannschaftskollegen sieht das in dieser Saison noch zu oft anders aus. Manuel Baum muss bei seiner Reise in die eigene Vergangenheit also hoffen, dass die bessere Zukunft schon am Sonntag beginnt – mitten in der Gegenwart.

(Augsburg – Schalke/Sonntag, 15.30 Uhr/Sky).

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