Sieht Schalke 04 in großer Gefahr: Klaus Täuber. © Imago
Schalke 04

Der „Boxer“ befürchtet den Schalker K.o.

Der ehemalige Schalke-Profi Klaus Täuber macht sich große Sorgen um die Königsblauen. Er befürchtet den Abstieg, wenn sich nicht bald Erfolge einstellen.

Klaus Täuber gehörte während seiner Profikarriere zu den absoluten Publikumslieblingen beim FC Schalke 04. Das hing nicht zuletzt mit seiner Spielweise zusammen. Der Stürmer gab immer alles. Er konnte einstecken, aber auch austeilen.

Das brachte ihm den Spitznamen „Der Boxer“ ein, was durchaus anerkennend und respektvoll gemeint war. Viele Schalker Fans würden sich sicher wünschen, wenn solche Spieler wie der gebürtige Erlangener im aktuellen Kader des FC Schalke 04 zu finden wären.

Täuber selbst sieht die Entwicklung seines Herzensklubs mit großer Sorge. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ein Verein wie Schalke 04 25 Bundesligaspiele in Folge ohne Sieg bleibt. Das übersteigt mein Vorstellungsvermögen, aber es ist leider die traurige Realität“, sagt der frühere Bundesliga-Profi, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Letzter Sieg am Geburtstag

Der „Boxer“ befürchtet am Saisonende den Schalker K.o., sprich den vierten Abstieg aus der Bundesliga. „Es ist alles schief gelaufen, was nur möglich ist“, seufzt der 62-Jährige, der ausgerechnet am 17. Januar seinen Geburtstag feierte. An diesem Tag gewann der FC Schalke 04 zum letzten Mal in der Bundesliga (2:0 gegen Borussia Mönchengladbach).

Nach mehreren Monaten der Erfolglosigkeit hatte Täuber im Sommer geflachst: „Ich muss wohl erst wieder Geburtstag feiern, damit Schalke gewinnt“. Jetzt könnte dieser flapsige Spruch tatsächlich Realität werden.

Mitleid von BVB-Freunden

Für Täuber ist das eine grausame Vorstellung. Was ihn auch nervt, sind die Gespräche über die Schalke-Krise im Freundeskreis. „Von meinen Tenniskollegen sind auch zwei BVB-Fans. Beide wünschen sich, dass Schalke endlich mal wieder ein Spiel gewinnt. Aus Mitleid, das ist für einen Schalker das Allerschlimmste“, so der frühere Bundesliga-Profi.

Der Pessimismus von Täuber beruht auch auf einer Parallele aus seiner Schalker Zeit. „Damals war die finanzielle Situation ähnlich prekär wie heute. Es war kein Geld da. Leistungsträger mussten verkauft werden“, erinnert sich der Franke, der sieben Jahre später sehr erfolgreich die zweite Schalker Mannschaft betreute.

Täuber vermisst Führungsspieler im aktuellen Bundesligateam der Königsblauen, die von allen anerkannt und intern auch mal auf den Tisch hauen. Von ihm weiß man, dass er Niederlagen so wenig ertragen konnte wie Zahnschmerzen. Während seiner Trainerzeit auf Schalke soll die eine oder andere Kabinentür zu Bruch gegangen sein.

Uefa-Cup-Sieg mit Leverkusen

Sonntag empfängt Schalke die Spitzenmannschaft von Bayer Leverkusen, mit der Täuber 1988 den Uefa-Cup gewann. Noch hat der „Boxer“ die Hoffnung nicht aufgegeben, dass bei Schalke der Knoten platzt. „Aber das wird nur gelingen, wenn sich alle Spieler zerreißen, von der ersten bis zur letzten Minute“, so der „Boxer“. Wenn nicht bald der Knoten platze, werde der Schalker Abstieg immer wahrscheinlicher.

Täuber gibt den Blau-Weißen den Rat, mehr ehemalige Schalke-Profis in die Vereinsarbeit einzubinden. Nicht nur für repräsentative Aufgaben, sondern auch auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene. „Personen, die Profi-Erfahrung haben und Schalke kennen. Die Bayern oder der BVB machen uns doch vor, wie das geht“, so Täuber, der sich sehnlichst das Ende der Negativserie wünscht. Am liebsten so weit wie möglich vor seinem nächsten Geburtstag.

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