Ein Schalker Jubel-Quartett (v.l.): Thomas Ouwejan, Marius Bülter, Marcin Kaminski und Dominick Drexler. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Drei Entscheidungen von Schalke-Trainer Grammozis machen sich bezahlt

Beim 2:0-Erfolg in Rostock hatte Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis seine Mannschaft auf drei Positionen verändert. Alle Entscheidungen machten sich bezahlt.

Schalkes Trainer Dimitrios hatte sich tatsächlich für einen Torwart-Wechsel entschieden: Martin Fraisl stand anstelle von Ralf Fährmann zwischen den Pfosten. Fraisl, so Grammozis bei Sport1, habe sich im Training unheimlich reingehauen und gezeigt, dass er unbedingt in die Mannschaft wolle: „Und das wird dann irgendwann belohnt.“

„Es war keine Entscheidung gegen Ralf, sondern für Martin Fraisl. Er hart im Training geteigt, dass er unbedingt in die Mannschaft will“, erklärte der Schalker Trainer. Fährmann, der die Entscheidung laut Grammozis „wenig begeistert“ aufgenommen hat, saß auf der Ersatzbank.

Langer wird operiert

Michael Langer wird in diesen Konkurrenzkampf nicht eingreifen können. Der 36-Jährige hat sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen und soll am Sonntag operiert werden.

Für den rot-gesperrten Victor Palsson stand erstmals Dries Wouters in der Schalker Startelf, auf der rechten Seite bekam Mehmet-Can Aydin den Vorzug vor Darko Churlinov. Alle diese drei Umstellungen machten sich bezahlt.

Harte Zweikämpfe

Vor dem Spiel, von der Polizei als „Risikospiel“ eingeordnet, hatte es in Warnemünde Ausschreitungen zwischen Rostocker und Schalker Fans gegeben, der Mannschaftsbus der Gäste erreichte das Ostsee-Stadion außerdem später als geplant, weil Hansa-Fans den Königsblauen die Anfahrt ein wenig erschwerten.

Auch auf dem Platz ging es wenig zimperlich zur Sache: Hansa machte ordentlich Druck und hatte in der elften Minute die erste ganz dicke Chance des Spiels: Aber Fraisl rettete hervorragend gegen den frei vor ihm stehenden Nik Omladic.

Führung aus dem Nichts

Schalke, in der 18. Minute mit dem ersten Torschuss (Marius Bülter) bekam kaum Zeit zum Luftholen – erst gegen Mitte der ersten Hälfte gelang es den Gästen, die Partie immerhin etwas in den Griff zu kriegen. Lediglich einmal mussten die noch tief durchatmen, als Fraisl an einer Flanke vorbei segelte, was aber ohne Konsequenzen blieb.

Was machte eigentlich Simon Terodde? Schalkes Torjäger sah nach einem Foulspiel „Gelb“, fand ansonsten kaum statt. Bis zur 42. Minute – da war er voll da.

Gute Vorarbeit von Aydin

Eine scharf geschossene Flanke von Thomas Ouwejan köpfte Terodde zur Schalker 1:0-Führung ins Rostocker Tor. Sein neuntes Tor im achten Spiel, sein 151. Zweitliga-Tor. Und ein Tor, das für Rostock ein erster Tiefschlag war.

Der zweite folgte vier Minuten nach dem Seitenwechsel: Abgezockt wie ein „Alter“ verlor der junge Aydin im spitzen Winkel zum Rostocker Tor stehend nicht die Nerven, sondern passte abgeklärt und zielgerichtet auf – na klar – Simon Terodde. Der würde es schon richten. Damit lag Aydin richtig: Eiskalt vollendete Terodde zum 2:0 für Schalke (49.). Noch ein Tor, und Terodde hat den Zweitliga-Rekord von Dieter Schatzschneider (153) eingestellt.

Rostock war geschockt

Hansa war nun der Zahn irgendwie gezogen: Das große Bemühen der Rostocker stand in keinem Aufwand mehr zum Ertrag. Im Spiel nach vorn war die Mannschaft von Trainer Jens Härtel nun zu unpräzise und auch ohne den nötigen Biss. Schalke spielte das relativ routiniert runter, Terodde hätte mit einem Kopfball an den Pfosten in der 57. Minute fast noch sein drittes Tor des Abends erzielt.

Aufregung gab es in der 73. Minute: Schiedsrichter Arne Aarnink hatte auf Elfmeter für Rostock entschieden, weil er Thomas Ouwejan ein Handspiel unterstellt hatte. Fälschlicherweise, wie sich nach Intervention der Video-Assistenten Robert Kampka und Jonas Weickenmeier herausstellte – auch wenn es auf den ersten Blick so aussah, hatte Ouwejan den Ball klar nicht mit der Hand berührt.

Grammozis: „Es war das erwartet intensive Spiel.“ Bei aller Freude über die drei Punkte übte Terodde aber auch Selbstkritik: „Ich habe in der ersten Hälfte noch jeden Ball verloren, ich war nicht im Spiel. Ich muss Rostock ein Kompliment machen, sie müssen eigentlich in Führung gehen. So dürfen wir uns nicht präsentieren“, bewertete der 33-Jährige die Leistung der Königsblauen im ersten Durchgang.

Doch am Ende brachte Schalke die drei Punkte doch recht souverän nach Hause – Rostock hatte bei dem Ostsee-Sturm in Hälfte eins sein Pulver verschossen. Im Gegensatz zu Simon Terodde – er war wieder mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort und tat das für ihn und Schalke Richtige: Tore erzielen. Schalke hat nun wieder Witterung zur Spitzengruppe der Tabelle aufgenommen, sollte aber nun auch mal zu Hause nachlegen. Nächster Gegner: Der FC Ingolstadt.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.