Im Nachschuss stochert Wout Weghorst (l.) den Ball über die Linie. © dpa
Schalke 04

Ein seltsamer Pfiff bringt Schalke 04 ums Pokal-Viertelfinale

0:1 in Wolfsburg – Weghorst trifft im Nachschuss eines Elfmeters, den kaum jemand als solchen gesehen hatte. Starke Königsblaue lassen Top-Chancen liegen und scheiden im DFB-Pokal aus..

Für den FC Schalke 04 gab es in dieser Saison schon (zu) viele Niederlagen, die meisten davon verdient. Die im DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Wolfsburg gehört definitiv nicht dazu: Beim 0:1 (0:1) in der Volkswagen-Arena zeigte die Mannschaft von Trainer Christian Gross über 90 Minuten eine der besten Saisonleistungen – und wurde letztlich durch einen extrem umstrittenen Elfmeter-Pfiff ums Viertelfinale gebracht.

Gross konnte nicht seinen Plan realisieren, im DFB-Pokal Frederik Rönnow spielen zu lassen. Der Torhüter musste wegen Leistenproblemen passen, im S04-Tor stand also wie in der Bundesliga Ralf Fährmann. Außer Rönnow mussten neben dem Langzeit-Verletzten Salif Sané auch die erkrankten Suat Serdar und Benito Raman passen, Klaas-Jan Huntelaar stand wegen seiner Wadenprobleme nicht im Schalker Kader. Der Stürmer soll offenbar für die Bundesliga in Watte gepackt werden – Gross stellte einen Einsatz Huntelaars am Samstag gegen Leipzig von Beginn an in Aussicht. Shkrodan Mustafi gehörte noch nicht zum Kader.

Duell auf Augenhöhe

Auf dem Papier stand das Duell zwischen dem Tabellendritten und dem Schlusslicht, auf dem Rasen entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe mit Vorteilen für Schalke. Die Königsblauen kombinierten munter vor sich hin, hatten durch Amine Harit sogar die erste Chance des Spiels, die Koen Casteels im Wolfsburger Tor vereitelte.

Erst nach einer halben Stunde kamen auch die Wolfsburger ein wenig ins Rollen, ohne die ganz großen Chancen herauszuspielen. Dazu war das Eingreifen des kompletten Schiedsrichter-Teams erforderlich…

Fährmann hat Pech

Nach einem Zweikampf zwischen Schalkes Neuzugang William und seinem früheren Wolfsburger Mitspieler Xaver Schlager an der Strafraumgrenze ließ Schiedsrichter Felix Zwayer zunächst weiterspielen. Warum auch nicht? Es gab keinerlei Proteste, nicht mal von Schlager selbst. Video-Assistent Benjamin Brand war aber offenbar der Meinung, es handele sich um eine klare Fehlentscheidung – sonst hätte er ja nicht eingegriffen.

Zwayer sah sich die Szene noch einmal an – und entschied zur großen Verblüffung aller Beteiligten und Beobachter auf Elfmeter. Mit dem scheiterte Wout Weghorst zunächst an Ralf Fährmann, der damit schon seinen dritten Elfmeter im laufenden Wettbewerb hielt. Das ganze Schalker Pech in dieser gesamten Szene wurde dann durch den Nachschuss von Weghorst komplettiert, der trotz des energischen Nachsetzens von Matija Nastasic zum Wolfsburger 1:0 im Tornetz landete (40.).

Hoppe vergibt Großchance

Von diesem in seiner Entstehung äußerst unglücklichen Gegentores erholte sich Schalke schnell: Nach einer scharfen Hereingabe von Sead Kolasinac scheiterte Matthew Hoppe mit einer Großchance an Casteels, der auch in der 74. Minute stark gegen Mark Uth reagierte. Auch wenn Wolfsburg nach dem Seitenwechsel mehr offensive Akzente als vorher setzen konnte, hatte Schalke die klareren Chancen. So auch in der 85. Minute, als Hoppe nach Vorarbeit von Timo Becker freistehend übers Tor schoss. Den Schuh mangelnder Effizienz muss sich Schalke anziehen.

Schalkes Trainer Christian Gross hatte zwischenzeitlich munter gewechselt – und u. a. den starken, aber wohl noch angeschlagenen Kapitän Sead Kolasinac schon nach einer guten Stunde vom Platz genommen. Schalke, am Ende auch mit Hamza Mendyl, blieb bis zum Schluss am Drücker und Dauergast im Wolfsburger Strafraum – aber die Hypothek des kuriosen Elfmeter-Gegentores ließ sich nicht mehr tilgen.

Dauer-Druck am Ende

Christian Gross gab, ganz Schweizer, in dieser Angelegenheit den Diplomaten: „Das war ein sehr, sehr harter Pfiff. Es war ein Kampf um den Ball.“

Die Wolfsburger waren nicht ihrer Leistung trotz des Weiterkommens nicht zufrieden. Maximilian Arnold: „So dürfen wir nicht auftreten. Wir haben viel zu nervös gespielt“.

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