Emotionaler Abschied: 2017 verließ Klaas-Jan Huntelaar Schalke 04 Richtung Amsterdam. Nun wird über seine Rückkehr diskutiert. © dpa
Schalke 04

Klaas-Jan Huntelaar: Vor dem Karriere-Ende mal eben Schalke retten?

Warum die nach Kolasinac zweite Schalker Rückhol-Aktion durch eine kostspielige Verpflichtung von Ajax Amsterdam plötzlich realistischer geworden ist.

Rückhol-Aktionen haben in der Fußball-Bundesliga gerade Konjunktur. Schalke hat Sead Kolasinac für ein halbes Jahr ausgeliehen, der Sonntag-Gegner Eintracht Frankfurt gönnt sich – ebenfalls auf Leihbasis – die Rückkehr von Luka Jovic (Real Madrid). Kein Wunder, dass viele S04-Fans sich in den vergangenen Tagen umschauten, welcher „Local Heroe“ denn noch so alles in Frage kommen würde, um den Königsblauen im Abstiegskampf zu helfen.

Letzte Schicht doch nicht bei Ajax?

Kandidaten – also Spieler, die bei ihren aktuellen Klubs nicht regelmäßig zum Einsatz kommen und daher unzufrieden sind – gibt es genug: Julian Draxler, Mesut Özil, Thilo Kehrer wären zu nennen, und vielleicht ließe sich ja auch Benedikt Höwedes noch einmal zu einem Comeback überreden, wenn die alten Kollegen wieder mit im blau-weißen Boot säßen. Bislang waren das nicht mehr als hübsche Gedankenspielereien – bei einem ehemaligen Schalker Publikumsliebling bahnt sich nach Kolasinac nun allerdings tatsächlich eine Rückhol-Aktion an. Es wäre ein Transfer-Hammer!

Denn im Schalker Visier soll laut „Bild“ und „Kicker“ Klaas-Jan Huntelaar sein. Der Torjäger (Spitzname: Hunter) steht aktuell bei Ajax Amsterdam unter Vertrag und hat sein Laufbahn-Ende zum Saisonende angekündigt. Und ausklingen lassen wolle er seine Karriere bei Ajax, so Huntelaar auf einer Pressekonferenz. Das schien in Stein gemeißelt – offenbar nicht für Jochen Schneider.

Zweitbester Schalker Torschütze

Schalkes Sportvorstand soll Kontakt zu Huntelaar aufgenommen haben, und der Stürmer soll dem Vernehmen nach bezüglich einer Rückkehr nach Schalke nicht abgeneigt gewesen sein. Dass Schneider selbst gegenüber dieser Zeitung darauf hinwies, „generell nicht über Spieler anderer Vereine zu sprechen“, gestattet zumindest die Interpretation, dass er es sich mit einem klaren Dementi einfacher hätte machen können.

Klaas-Jan Huntelaar – zwischen 2010 und 2017 erzielte der mittlerweile 37-jährige 76-fache niederländische A-Nationalspieler in 175 Bundesliga-Spielen 82 Tore und ist damit hinter Klaus Fischer (182 Tore) zweitbester Schalker Bundesliga-Schütze aller Zeiten. Als er Schalke 2017 verließ, verabschiedete er sich mit dem Satz: „Schalke ist so ein Verein, der geht unter deine Haut, der geht nie weg.“ Aber Huntelaar ging – zurück zu Ajax Amsterdam, wo er in 84 Liga-Einsätzen immerhin auch noch 43 Mal ins Schwarze traf.

„Schalke geht unter die Haut“

Bei aller Fußball-Romantik, die eine Rückkehr von Huntelaar nach Schalke mit sich brächte, darf das Thema Geld nicht unter den Tisch fallen. Bei Ajax soll Huntelaar fünf Millionen Euro pro Jahr verdienen – zwei Millionen Euro weniger als bei seinem letzten Vertrag auf Schalke. Mit entscheidend wird sein, ob Ajax – wenn Huntelaar das will – den Spieler freigibt.

Schließlich geht es an der Tabellenspitze der Eredivisie eng zu, und in zehn Einsätzen hat Huntelaar immerhin fünf Tore erzielt. Wo das Tor steht, weiß er also immer noch – durch den für für die Ablösesumme von 22,5 Millionen Euro verpflichteten Sebastien Haller (West Ham United) hat Huntelaar nun aber einen neuen Konkurrenten bekommen, der seine Einsatzzeiten weiter zu reduzieren droht. Und Huntelaar – das war zumindest in seiner Schalker Zeit so – will vor allem eines: spielen.

Konkurrenz durch Haller

In den sozialen Netzwerken wird eine mögliche Huntelaar-Rückkehr weitestgehend positiv bewertet. Lediglich ein paar penible Zeitgenossen warnen vor zu hohen Erwartungen: Denn in seiner letzten S04-Saison 2016/17 hätte der damals lange verletzte Huntelaar nur zwei Tore erzielt.

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