Da kommt Freude auf: Suat Serdar (r.) grinst über seinen Treffer zum Schalker 1:0. © dpa
Schalke 04

Nach Pokalsieg erklärt Huub Stevens seine Trainerkarriere für beendet

Schalke steht nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg gegen Ulm im DFB-Pokal-Achtelfinale. Die Trainer-Laufbahn von Huub Stevens endet mit einem Sieg.

Das Lächeln ist nach Schalke zurückgekehrt – zumindest in den viertägigen Weihnachtsurlaub verabschieden sich die S04-Profis, die das Jubeln im Jahr 2020 fast schon verlernt haben müssen, mit einem Sieg: Nach dem 3:1 (1:0) gegen den Regionalligisten SSV Ulm in der Veltins-Arena stehen die Königsblauen im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Immerhin pünktlich vor dem Heiligen Abend so etwas wie ein Lichtblick – und der angemessene Schluss-Strich unter die Trainer-Karriere von Huub Stevens. Der 67-Jährige hatte für zwei Spiele bei den Königsblauen ausgeholfen, nun ist aber Schluss. Oder? „Ich gehe davon aus, dass ich am 2. Januar im Spiel bei Hertha BSC Berlin nicht mehr auf der Bank sitzen werde. Denn dann müsste ich ja meine Lizenz wieder verlängern“, schmunzelte Stevens. Für den Aushilfs-Job auf Schalke hatte er seine Trainer-Lizenz bis zum Ende dieses Jahres verlängern lassen.

Serdar sorgt für die Führung

Gegenüber „Sky“ erklärte Stevens dann, dass er eine erneute Verlängerung ausschließe: „Mit dem heutigen Tag ist meine Trainer-Karriere beendet.“

Insgeheim wird der Niederländer wohl auch froh sein, dass er mit dem frischgebackenen Pokal-Achtelfinalisten nicht wirklich noch durch die lange Bundesliga-Strecke gehen muss.

Als Hoffnungsschimmer im Kampf um den Klassenerhalt taugte die Partie gegen Ulm nämlich nicht unbedingt. Wie schon in der ersten Runde Schweinfurt 05 war auch Ulm in der ersten Halbzeit überlegen, fast in allen Belangen. Nur nicht im Toreschießen: Suat Serdars Fernschuss in der 27. Minute zum 1:0 war so etwas wie der „Dosenöffner“ für die Schalker Mannschaft, die Stevens im Vergleich zum 0:1 gegen Bielefeld umgestellt hatte. So standen Timo Becker und Kilian Ludewig in der Start-Elf, die angeschlagenen Salif Sané und Ozan Kabak waren nicht im Kader. Kabak gilt als Verkaufskandidat, um Geld für Neuzugänge loszueisen.

Dass die nötig sind, zeigte sich auch gegen Ulm: Schalke leistete sich für ein Profi-Team erstaunlich viele technische Fehler, Missverständnisse und war oft zweikampfschwächer als der drei Klassen tiefer spielende Gegner.

Schalke sehr effektiv

Die Bestnote verdienten sich die Königsblauen allerdings in Sachen Effizienz: Nach 51 Minuten ließen sich drei Schalker Schüsse aufs Tor bilanzieren, aus denen zwei Tore fielen: Das 2:0 erzielte Benito Raman im Nachschuss, als Ulms Torhüter Maximillian Reule einen Schuss von Amine Harit abprallen ließ.

Dazwischen gab es immer wieder mal weitere Ulmer Nadelstiche, das dritte Tor erzielte aber wieder Schalke: Erneut war es Raman, der nach Vorarbeit von Steven Skrzybski zum 3:0 traf (63.). Nun war der Deckel drauf, die Null stand aber nicht mal beim Abschied von Stevens: Johannes Reichert erzielte das 3:1 für Ulm, das sich die Gäste redlich verdient hatten. Reichert war mit einem Foulelfmeter zunächst an Fährmann gescheitert, im Nachschuss dann erfolgreich (82.).

Stevens gab wie gewohnt den Pragmatiker: „Unser Ziel war das Erreichen der nächsten Runde. Und das haben wir geschafft.“

Schalke hat das Fußball-Jahr also so beendet, wie es begonnen hatte: Mit einem Sieg (am 17. Januar gegen Gladbach in der Bundesliga, nun im Pokal gegen Ulm). Weil dazwischen – höflich formuliert – nicht alles rund lief, wird nach Stevens nun der vierte Trainer in dieser Saison gesucht. Als Kandidaten konzentriert sich die Gerüchteküche auf Alexander Zorniger und Christian Gross.

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