Schalkes dritter Neuzugang in der Winterpause: William (l.) vom VfL Wolfsburg. © dpa
Schalke 04

Noch 16 Bundesligaspiele: Jetzt muss Schalke 04 liefern!

Gegen die Bayern hatte niemand einen Schalker Sieg erwartet. Doch nun ist die Zeit der Ausreden vorbei. Es muss gepunktet werden. Sonst ist der vierte Abstieg der Klubhistorie bald perfekt.

Wer am Fernsehschirm den Kölner Auftritt in Hoffenheim verfolgte, konnte kaum glauben, dass der FC Schalke 04 zuvor gegen diese biedere Mannschaft sein Heimspiel mit 1:2 verloren hatte. Doch Schalke kann nicht darauf bauen, dass Abstiegskandidaten wie Köln oder Bielefeld weiterhin regelmäßig Punkte lassen.

Noch wichtiger ist jedoch, dass die Königsblauen selbst anfangen, erfolgreich Fußball zu spielen. Denn zehn Punkte Rückstand zum ersten Nicht-Abstiegslatz bzw. acht zum Relegationsplatz sind nur schwer aufzuholen. Ohnehin hat es noch nie eine Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte geschafft, mit nur sieben Punkten nach 18 Spieltagen die Klasse zu halten.

Ausleihe von William perfekt

Damit das ungeachtet aller Statistik doch noch klappt, hat Sportvorstand Jochen Schneider mit den Rückkehrer Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac sowie am Montag mit William vom VfL Wolfsburg den Kader auf den Positionen verstärkt, wo Schalke den größten Handlungsbedarf sah: Auf der rechten und linken Abwehrseite sowie im Sturmzentrum. Die Gerüchte um eine Rückkehr des Ex-Schalkers Rafinha sind damit vom Tisch.

Diese Aktivitäten erfolgen viel zu spät, haben Kritiker oft moniert, aber das auch kurzfristig verpflichtete Spieler sportlich sofort einschlagen könnte, zeigte das vergangene Wochenende. Danny da Costa, wohl auch von Schalke umworben, hatte in Mainz gerade mal eine Trainingseinheit absolviert, ehe er mit einer bärenstarken Leistung mit dem Karnevalsverein 3:2 gegen den Titelkandidaten RB Leipzig gewann.

Erst ein Sieg unter Gross

Vielleicht gelingt William ja ein ähnlicher Einstand bei den Königsblauen. Der 25-Jährige wird ohne Kaufoption bis zum Saisonende von den Schalkern ausgeliehen. William bestritt als Stammkraft von Sommer 2017 bis Anfang Februar 2020 insgesamt 81 Pflichtspiele für die „Wölfe“, bevor er sich einen Kreuzbandriss zuzog und lange ausfiel.

Seit November 2020 ist er wieder fit, konnte sich aber gegen seine Konkurrenten auf der rechten Abwehrseite, Ridle Baku und Kevin Mbabu, nicht durchsetzen. Die Leihgebühr, die Schalke an Wolfsburg zahlt, soll rund eine Million Euro betragen. William, der die Rückennummer 13 erhält, ist voller Vorfreude: „Ich kann es kaum abwarten, endlich auf Schalke loszulegen.

Jede Position endlich doppelt besetzt

Für Schalke bedeuten die neuen Spieler, dass endlich jede Position im Kader doppelt besetzt ist. Die Kicker sind jetzt gefordert, sie müssen unbedingt am nächsten Samstag in Bremen liefern, sonst droht der erneute Trainerwechsel von Manuel Baum zu Christian Gross ein Muster ohne Wert zu sein.

Ergebnistechnisch ist er es bisher schon. Aus fünf Spielen unter der Regie des Schweizers gab es nur einen Sieg, aber vier Niederlagen. Löst man sich von der rein ergebnismäßigen Betrachtung, lässt sich immerhin feststellen, dass es im Spiel nach vorne Fortschritte unter Gross gibt. Dies bekamen selbst die Bayern zu spüren, die mit Glück und Manuel Neuer im Tor einen Gegentreffer vermieden.

31 Torschüsse zugelassen

Andererseits hat sich unter Gross die Schalker Defensivschwäche weiterhin als konstante negative Größe erwiesen. Gegen die Münchner ließen die Gastgeber 31 Torschüsse zu – so viele wie noch keine Mannschaft in einem Spiel der laufenden Saison.

Für den früheren Schalker Manuel Neuer hat sein Heimatverein aber immer noch die Chance, den Klassenerhalt zu schaffen. „Den Schalkern fehlt einfach ein richtiger Erfolgsmoment. Gegen eine Mannschaft wie uns wird es echt schwierig. Aber wenn sie gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte zwei- oder dreimal hintereinander gewinnen, kann sich das Blatt noch wenden“, sagte der 34-Jährige: „Es wird schwierig für Schalke. Aber ich drücke alle Daumen.“

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