Rodrigo Zalazar: Gegen Sandhausen am Samstag „eine Option“ für die Schalker Startelf. © RHR-FOTO
Schalke 04

Rodrigo Zalazar: Auf Schalke noch ein Hoffnungsträger im Wartestand

An die Verpflichtung des 22-Jährigen waren viele Erwartungen geknüpft - aber bei dem Mittelfeldspieler ist noch Luft nach oben. Auch weil Zalazar manchmal zu viel will, wenn Geduld gefragt ist.

Dimitrios Grammozis lässt die Katze noch nicht aus dem Sack, macht dem wohl prominentesten Schalker Bankdrücker der letzten Spiele aber zumindest etwas Hoffnung. „Natürlich“, so Grammozis, sei Rodrigo Zalazar „eine Option“ für die Schalker Startelf am Samstag gegen den SV Sandhausen (13.30 Uhr, live bei Sky).

Zu der gehörte der 22-Jährige zuletzt nicht: Bei der 2:4-Niederlage gegen Darmstadt wurde Rodrigo Zalazar in der 62. Minute eingewechselt, beim 1:1 in Bremen kam er direkt nach dem Seitenwechsel ins Spiel. Und war in beiden Spielen maßgeblich daran beteiligt, dass Schalkes Offensiv-Abteilung besser in Schwung kam als vorher ohne ihn. In Bremen bereitete er durch einen beherzten Schuss sogar die 1:0-Führung und das damit verbundene Rekord-Tor durch Simon Terodde vor.

Option für die Startelf

Auch für solche Szenen ist er schließlich geholt worden – mit kaum einem Schalker Transfer waren so große Hoffnungen und Erwartungen verknüpft worden wie mit dem von Rodrigo Zalazar. Sportdirektor Rouven Schröder legte sich richtig ins Zeug, um den Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt ausleihen zu können, nachdem der vorher beim FC St. Pauli, wohin er ebenfalls ausgeliehen war, überzeugt hatte.

Aber irgendwie ist Zalazar auf Schalke ein noch unerfülltes Versprechen, ein Hoffnungsträger im Wartestand. Das liegt nicht etwa daran, dass es Zalazar an Engagement mangelt, im Gegenteil. Ob im Training oder Spiel – sobald der Ball rollt, will Zalazar ihn haben, fordert ihn geradezu. Und obwohl prinzipiell eher mit dem Blick fürs Offensivspiel gesegnet ist Zalazar sich auch nicht zu schade, hinten mit auszuhelfen.

Nebenleute schwächeln

Zalazar will viel, keine Frage. Manchmal vielleicht zu viel. „Und das“, so Dimitrios Grammozis, „geht dann halt auf Kosten von irgendetwas“. Schalkes Trainer wünscht sich von Schalkes Nummer 10 „mehr Geduld“, damit die bislang oft noch zu ungestümen Aktionen von Zalazar auch einen konstruktiven und nicht nur aktionistischen Beitrag zum Schalker Spiel leisten.

Dass Zalazar gegen Sandhausen nun wieder gute Startelf-Chancen winken, hängt auch mit seinen Nebenleuten zusammen und der wieder aufgekommenen Diskussion darüber, dass sich Schalke insgesamt zu wenig Torchancen herausspielt. Sowohl Dominick Drexler als auch Victor Palsson und Kapitän Danny Latza kamen zuletzt nicht an ihr Top-Niveau heran, die Sehnsucht nach einem zumindest stets irgendetwas versuchenden Zalazar wuchs.

„Noch Luft nach oben“

„Rodrigo hat noch Luft nach oben“, ist sich Grammozis sicher, weist aber direkt darauf hin, dass das nicht nur für Rodrigo Zalazar gilt. Der in Spanien geborene ehemalige uruguayische Nationalspieler mit dem feinen rechten Fuß ist auf Schalke noch ein wenig auf der Suche nach sich selbst. 23 Tore hat Schalke in der Liga bislang erzielt (inklusive des Eigentores von Darmstadts Pfeiffer), Zalazar war an zwei Treffern beteiligt – das ist eine Quote von ca. elf Prozent.

Fußball, hat Karl-Heinz Rummenigge dem Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld einst ins Stammbuch geschrieben, sei keine Mathematik. Aber das sind halt Zahlen, die belegen, dass Zalazars Bilanz noch ausbaufähig ist. Gegen Sandhausen will er da weitermachen, wo er in Bremen aufgehört hat. Aber nicht als Einwechselspieler – sondern von Beginn an. Hoffnung hat ihm Trainer Dimitrios Grammozis zumindest schon mal gemacht.

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