Der Top-Favorit auf den Schalker Trainerposten: Christian Gross. © dpa
Schalke 04

Schalke 04 und die Trainerfrage: Grünes Licht für Christian Gross

Wer wird der neue Schalke-Trainer? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwochabend der Schalker Aufsichtsrat. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Entscheidung gefallen.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider präsentierte dem Gremium die Vorzüge eines Trainers, der schon seit Tagen gehandelt wird: Christian Gross. Dass dieser Vorschlag abgelehnt wird, ist nicht zu erwarten, denn dann wäre Schneider so beschädigt, dass er wohl seinen Rücktritt erklären würde.

Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe äußerte sich Schalke nicht zur Trainerfrage. Doch Gross ist längst der einzige Kandidat von Schneider, der ihn aus gemeinsamen Tagen beim VfB Stuttgart kennt. Peter Knäbel, Direktor der Knappenschmiede, hat ebenfalls bereits mit Schalkes Trainer Nummer vier seit September (!) zusammengearbeitet, und zwar sechs Jahre lang zwischen 2003 und 2009 beim FC Basel.

„Harter Hund“

Gross gilt als „harter Hund“, der viel Wert auf fitte Spieler legt. Allerdings hat er seit acht Jahren nicht mehr in Europa gearbeitet. Zwischen 2014 und Februar 2020 trainierte der 66-Jährige Vereine in Saudi-Arabien und Ägypten. Trotz fehlender Bundesliga-Kenntnisse in den vergangenen Jahren traut Schneider dem in Zürich geborenen Trainer zu, den Tabellenletzten vor dem Abstieg zu bewahren. Sein Vertrag soll bis zum Saisonende befristet sein. Ursprünglich hatte Gross geplant, keine Mannschaft mehr zu trainieren.

Dass es sich um eine Herkulesaufgabe handelt, ist bei bereits sechs Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz längst kein Geheimnis mehr. Der Pokalerfolg gegen Ulm war nur ein bisschen Balsam für die Schalker Seele, die 2020 sehr viel verkraften musste.

Nur 17 Tore in 30 Spielen

29 Bundesligaspiele in Folge ohne Sieg sind es bereits, sodass der Rekord von Tasmania Berlin (31 Partien) längst in Reichweite ist. Das ist zum Leidwesen der Schalker Anhänger längst nicht die einzige negative Bestmarke im bald abgelaufenen Jahr. Nur 17 Tore hat Schalke 04 in den 30 Ligaspielen dieses Kalenderjahres erzielt und damit einen neuen Bundesliga-Negativrekord aufgestellt. Von allen Teams, die in einem Jahr durchgängig im Oberhaus vertreten waren, gehörte der Tiefstwert bisher dem 1. FC Köln, der 2009 in 34 Partien 26-mal traf.

Erschreckend ist auch die Tatsache, dass die Königsblauen im Kalenderjahr 2020 in der Bundesliga nur auf einen Sieg, zehn Unentschieden und 19 Niederlagen kamen. Die Tordifferenz betrug minus 56.

Sorgen um Salif Sané

Um solche Horrorzahlen vergessen zu lassen, sind große Anstrengungen nötig. Bereits am 27. Dezember stehen der Trainingsstart und neue Corona-Tests auf dem Programm. Nach dem Pokalerfolg gegen Ulm mussten sich die Schalker Spieler sowie das Trainer- und Funktionsteam bereits testen lassen, um im vorgeschriebenen Fünf-Tages-Rhythmus der Deutschen Fußball-Liga zu bleiben. Bereits am 2. Januar geht es in der Bundesliga für Schalke mit der Auswärtspartie bei Hertha BSC weiter.

Ob dann Salif Sané für Schalke 04 am Ball sein kann, erscheint fraglich. Der Innenverteidiger fehlte überraschend im Pokalspiel gegen Um, weil er erneut über Knieprobleme klagte. Huub Stevens klang nicht gerade optimistisch, als er sagte: „Wenn wir ihn eingesetzt hätten, wäre er vielleicht länger ausgefallen“.

Der Innenverteidiger hatte sich Mitte November eine Knieverletzung bei Länderspielen mit dem Senegal zugezogen. Danach entschieden die Schalker Mediziner, das Problem konservativ zu behandeln und auf eine Operation zu verzichten. Rund drei Wochen später kehrte der Defensivspezialist ins Mannschaftstraining zurück.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt