Martin Fraisl hat sich auf Schalke glänzend bewährt. © Tim Rehbein
Schalke 04

Schalke 04 und sein Klartext-Torhüter Martin Fraisl

Besser konnte sein Einstand im Schalker Tor nicht ausfallen: Drei Spiele, kein Gegentor. Martin Fraisl hat sich als Nummer eins etabliert. Der Österreicher spricht immer Klartext.

Schon sein erster Auftritt hinterließ bei den Journalisten seine Wirkung. Martin Fraisl gab auf Fragen Antworten, die die Reporter in der heutigen Medienwelt gar nicht mehr gewohnt waren.

Kostprobe gefällig? Bitte sehr. So antwortete Fraisl auf die Frage, was er auf Schalke erreichen wolle: „Ich bin kein Daumendrücker, sondern zu Schalke gekommen, um zu spielen“. Da staunten die Medienvertreter, dass da jemand nicht wie üblich um den heißen Brei herumsprach, sondern Klartext redete.

„Ich möchte authentisch sein“

Dass war auch am Freitag, einen Tag vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden, der Fall. Als der Österreicher noch einmal auf dieses Gespräch angesprochen wurde, zeigte sich, dass er der Gleiche geblieben war wie bei seiner Vorstellung.

„Der Anspruch eines jeden Fußballers ist es, auf dem Platz zu stehen. Ich möchte authentisch sein und die Wahrheit sagen. Das mag für Außenstehende etwas kernig wirken, aber wir leben auf Schalke eine Direktheit“, so Fraisl.

Jedes Training wie ein Finale

Nachdem er für Ralf Fährmann ins Schalker Tor beordert wurde, kassierte der 28-Jährige in drei Partien noch kein einziges Gegentor. Sein Erfolgsrezept? „Ich sehe jedes Training wie ein Finale und gebe richtig Gas. Wenn ich auf dem Feld stehen darf, mache ich das mit voller Leidenschaft, Herzblut und Intensität“.

Auch bei Fraisl ist die Vorfreude vor dem Heimspiel gegen Dresden groß. „Es ist ein Vorteil, dass uns viele Fans unterstützen werden. Viele von uns werden zum ersten Mal in eine Veltins-Arena einlaufen, die so richtig kocht. Das ist geil und darauf freue ich mich sehr.“

Lehmann hält Bestmarke

Die königsblaue Erstliga-Bestmarke ohne Gegentreffer hält übrigens Jens Lehmann. Der Ex-Nationaltorwart blieb in der Saison 1996/1997 starke 597 Minuten unbezwungen – darunter sechs Zu-Null-Spiele.

In vier verschiedenen Ländern – Österreich, Rumänien, Deutschland und den Niederlanden – hat Fraisl bereits gespielt. Die Zweite Liga ist für den Torhüter aufgrund seiner Zeit beim SV Sandhausen, für den er zwischen Juli 2019 und Januar 2021 auflief, kein neues Terrain.

„Es ist ein Vorteil, dass ich die 2. Liga kenne“, sagt Fraisl. „Ich kann meinen Mitspielern Anhaltspunkte geben, wie die anderen Vereine ticken und wie sie sich auf Schalke einstellen.“

Dass die Torhüter-Hierarchie auf Schalke kräftig durcheinander gewirbelt wurde, hat laut Fraisl keine Auswirkungen auf sein Verhältnis zur ehemaligen Nummer eins Ralf Fährmann gehabt. Fraisl: „Wir hatten von Anfang an ein gutes Verhältnis. Das hat sich nicht geändert. Er ist ein cooler Typ und wichtig für uns. Ich bin froh, dass ich mich täglich mit ihm messen kann.“

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