Schalke 04

Schalke 04 und seine drei neuen „jungen Wilden“

Kerim Calhanoglu, Matthew Hoppe, Jan-Luca Schuler – drei Namen, die selbst Schalke-Fans in dieser Saison nicht unbedingt mit dem Bundesliga-Kader ihres Vereins in Verbindung gebracht hätten.
Schalker Bundesliga-Debütant: Matthew Hoppe. © dpa

Doch aus der sportlichen Not geboren, muss Schalke noch mehr als ursprünglich geplant auf die eigene Knappenschmiede setzen. Wir stellen die drei Youngster vor.

Kerim Calhanoglu: Nach dem Ausfall von Bastian Oczipka hatten viele Experten vermutet, dass Calhanoglu in Mönchengladbach auf der linken Abwehrseite zum Einsatz kommen würde. Doch Trainer Manuel Baum entschied sich für eine Viererkette mit Malick Thiaw auf der Oczipka-Position, immerhin stand Calhanoglu im Kader der Königsblauen und dürfte über kurz oder lang auch sein Bundesliga-Debüt feiern.

Neuzugang aus Hoffenheim

Denn der Verteidiger, der erst in diesem Sommer von 1899 Hoffenheim nach Gelsenkirchen wechselte, war in dieser Spielzeit schnell durch starke Leistungen in der A-Jugend in den Fokus gerückt. Ende September unterschrieb der 18-Jährige bereits einen Profi-Vertrag. Der Kapitän der U19 kam bislang in allen Partien der Königsblauen in der A-Jugend-Bundesliga über 90 Minuten zum Einsatz.

„Kerim ist ein talentierter Junge mit viel Potenzial und einem richtig guten Charakter“, sagte U19-Trainer Norbert Elgert kürzlich über den Junioren-Nationalspieler, dessen Cousin Hakan nach Bundesligastationen beim Hamburger SV und Bayer Leverkusen mittlerweile beim AC Mailand kickt.

Matthew Hoppe: Der US-Amerikaner kam in Mönchengladbach in den Genuss seiner Bundesliga-Premiere. Schalke schätzt an dem 19-Jährigen seine herausragende Mentalität. Und in der Tat, im Borussia-Park scheute der Stürmer keine weiten Wege bis zu seiner Auswechslung nach 81 Minuten. „Hoppe hat sich voll reingeschmissen. Das muss einfach der Weg von Schalke 04 sein“, bilanzierte Lizenzspiel-Koordinator Sascha Riether.

Selbstbewusster Auftritt

Hoppe machte auf sich aufmerksam, als er im Testspiel gegen die Schalker Profis selbstbewusst auftrat. Ein Torjäger ist er aber bisher nicht. Für die U23 traf er erst einmal ins Schwarze in der laufenden Regionalligasaison bei 15 Einsätzen. In der vergangenen Spielzeit in der U19-Bundesliga waren es auch lediglich drei Treffer.

Aufgrund der angespannten Personallage der Blau-Weißen dürfte Hoppe gute Chancen haben, weiter im Bundesliga-Kader zu verbleiben. Denn Goncalo Paciencia dürfte nach erfolgreicher Knie-Operation in Portugal in diesem Jahr nicht mehr für die Königsblauen spielen. Nimmt man noch die Vertragsauflösung von Vedad Ibisevic hinzu und berücksichtigt, dass Rabbi Matondo (Knieprobleme) angeschlagen ist und Steven Skrzybski und Mark Uth kürzer treten müssen, sind seine Chancen auf weitere Einsätze noch in diesem Jahr durchaus vorhanden.

Jan-Luca Schuler: Neun Minuten kam der Angreifer für Matthew Hoppe im Borussia-Park in der Schlussphase zum Einsatz. Der 21-jährige Mittelstürmer wechselte im Januar diesen Jahres vom 1. FC Köln zu Schalke, wo er zuletzt für die U23 in der Regionalliga aktiv war.

Zwei Arten von Talenten

Dort markierte der 1,88 m große Stürmer in 21 Partien sechs Tore. Die meiste Zeit seiner Laufbahn verbrachte Schuler beim 1. FC Kaiserslautern, für den er insgesamt zehn Jahre (2006 bis 2016) spielte. Dabei wurde er von einigen schweren Verletzungen zurückgeworfen, kämpfte sich aber immer zurück.

Für alle drei Nachwuchskräfte dieses Trios gilt, dass die Erwartungen in ihre Leistungsfähigkeit nicht zu hoch sein sollten. Denn sie werden sozusagen ins kalte Wasser geschmissen und müssen in einer verunsicherten Mannschaft, die tief im Abstiegskampf steckt, ihren Mann stehen. Es gibt einfachere Ausgangspositionen, um in der Bundesliga Fuß zu fassen.

Trainer Manuel Baum sagte bei Sky über seine Talente: „Wenn man Spieler aus der Jugend hochzieht, gibt es zwei Arten. Die einen, die im ersten Moment ein bisschen überwältigt sind, wenn sie im Profibereich ankommen. Und es gibt die Spieler, die hochkommen und bei denen man sofort das Gefühl hat: Die sind einfach da und haben Spaß und Freude dabei.“ Hoppe und Co. zählt Baum zur zweiten Kategorie.

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