Momentan der einzige Schalker Führungsspieler: Mark Uth. © dpa
Schalke 04

Schalke 04: Wo sind die Häuptlinge auf dem Fußballplatz?

Welche Spieler können den FC Schalke 04 aus der Krise führen? Wo sind die Häuptlinge? Diese Frage treibt nicht nur viele Fans der Königsblauen um.

Auch Trainer Manuel Baum macht sich natürliche intensive Gedanken, wie er schnellstmöglich eine anerkannte Hierarchie in der Mannschaft etablieren kann. Der mangelhaft zusammengestellte Kader ihm allerdings Baum nur wenige personelle Möglichkeiten.

Dabei hatte der 41-Jährige zu Beginn seiner Amtszeit festgestellt, dass er gern mit einem stabilen Gerüst von Führungsspielern arbeiten würde. Aktuell gibt es aktuell nur einen Akteur, der vorangeht: Mark Uth.

Nur Mark Uth geht voran

Damit war nicht zu rechnen, denn eigentlich wollte der gebürtige Kölner nach seiner Ausleihe zur vergangenen Rückrunde bei seinem Heimatklub 1. FC Köln bleiben. Doch das war für die Kölner finanziell nicht möglich. Es spricht für Uth, dass er sich nicht in den Schmollwinkel zurückzog, sondern die Situation annahm und den Einsatz zeigte, der für einen Profi-Fußballer eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Auch bei der 0:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen ging Uth voran. Ihm war nicht nur kein Weg zu weit, sondern er richtete während des Spiels immer wieder aufmunternde Appelle an seine Mitspieler, von denen jedoch die meisten weiterhin überfordert sind.

Mascarell läuft seiner Bestform hinterher

Was Uth aktuell leistet, gehört eigentlich zur Kernkompetenz von Omar Mascarell, dem Schalker Mannschaftskapitän. Doch der Spanier hinkt momentan weit seiner Bestform hinterher, auch wenn er gegen Leverkusen 12,66 Kilometer herunterspulte. Mascarell ist im bisherigen Saisonverlauf oft viel zu langsam in den Zweikämpfen. Besonders augenfällig war diese Schwäche im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg, wo er ohne Ball langsamer war als sein Gegenspieler Xaver Schlager.

Wenn der Kapitän einer Bundesligamannschaft so schwach spielt, wird es schwierig mit der Akzeptanz innerhalb der eigenen Mannschaft. Das gilt auch für seinen Stellvertreter Benjamin Stambouli, der nach seiner monatelangen Zwangspause wegen einer Fußverletzung bisher den Bundesliga-Anforderungen nicht gerecht wird.

Amine Harit kehrt zurück

Führungsspieler-Ambitionen hat auch Suat Serdar. Doch einerseits ist der Nationalspieler eher ein zurückhaltender Typ, und andererseits durch seine Verletzungsanfälligkeit im bisherigen Saisonverlauf kein stabiler Faktor innerhalb des Teams. Auch gegen Leverkusen war Serdar nicht in der Lage, dem Schalker Mittelfeldspiel die notwendige Struktur zu geben, um eine weitere Niederlage zu verhindern.

Vor dem Saisonstart hatte auch Amine Harit Ansprüche auf mehr Verantwortung angemeldet und wollte in den Mannschaftsrat. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen gerade beim Marokkaner weit auseinander. Zahlreiche Eskapaden brachten ihm zuletzt wieder einmal eine Suspendierung ein, die der Verein nun beendet hat.

Keine andere Wahl

Als diese Zeitung am Montag mit Jochen Schneider über eine Rückkehr von Amine Harit ins Mannschaftstraining sprach, reagierte der Sportvorstand wie immer bei Personalfragen zurückhaltend. Doch jetzt ist es entschieden: Heute wird Amine Harit ins Mannschaftstraining zurückkehren. „Im Gespräch hat uns Amine davon überzeugt, dass er wieder ein wertvoller Bestandteil der Mannschaft sein kann“, erklärte Schneider.

Schalke blieb im Grunde gar keine andere Wahl, als Harit wieder zu integrieren. Denn den Spieler rauszuschmeißen, würde eine immense Kapitalvernichtung für den Verein bedeuten, die sich die mit einem großen Schuldenberg belasteten Schalker überhaupt nicht leisten können. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft noch bis zum 30. Juni 2024.

Schalke wäre bestimmt nicht abgeneigt, Harit in der Winterpause zu verkaufen. Doch wird es für solch einen verhaltensauffälligen Spieler überhaupt Interessenten geben? Der Marktwert des Schalkers ist bereits um vier Millionen auf 16 Millionen Euro gefallen.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt