Gegen Dynamo Dresden wird die Veltins-Arena fast ausverkauft sein. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke 04 zwischen Vorfreude und Anspannung

Mit einem Sieg gegen Dynamo Dresden kann Schalke zumindest für einige Stunden auf einen direkten Aufstiegsplatz rücken. Nicht nur deshalb ist es ein besonderes Heimspiel.

Darauf haben Schalkes Spieler, Trainer und Fans sehnsüchtig gewartet: Das Heimspiel gegen Dynamo Dresden (Sa. 20.30 Uhr, Sport1 und Sky) kann endlich vor einer Kulisse stattfinden, die auf Schalke vor Corona üblich war, nämlich vor fast vollem Haus. 56.617 Fans dürfen dabei sein.

„Wir sensibilisieren die Jungs, dass jetzt eine ganz andere Kulisse auf uns wartet. Das wird akustisch ein Unterschied. Ich spüre mehr Vorfreude als Druck. Die Jungs haben richtig Bock. Die Partie in Hannover war ein guter Vorgeschmack“, sagte Dimitrios Grammozis.

Personallage entspannt sich

Der Schalker Trainer hatte am Freitag auch deshalb so gute Laune, weil sich die Personalsituation mehr und mehr entspannt. „Danny Latza, aber auch Blendi Idrizi, Dries Wouters und Marc Rzatkowski sind voll im Mannschaftstraining und haben der Belastung stand gehalten“, berichtete der 43-Jährige.

Vor allem die Rückkehr von Latza wäre für die Königsblauen enorm wichtig. Der 31-Jährige hatte sich zum Zweitliga-Auftakt gegen den Hamburger SV eine schwere Knieverletzung zugezogen. Nun könnte es für den gebürtigen Gelsenkirchener nach drei Monaten zu einem Kurzeinsatz reichen.

„Englische Woche“ steht bevor

Dass sich die Personalsituation so entspannt, ist für Schalke vor dem Hintergrund der ersten „Englischen Woche“ in dieser Saison besonders wichtig, denn schon am Dienstag (im DFB-Pokal bei 1860 München) und Freitag (in der 2. Liga in Heidenheim) stehen die nächsten Prüfungen auf dem Programm.

Dominick Drexler wäre in diesen Partien zu gern dabei, doch hinter seinem Mitwirken steht ein großes Fragezeichen. Im Hannover-Spiel hatte sich der 31-Jährige eine tiefe Fleischwunde im Bereich der Achillessehne zugezogen, die genäht werden musste. Grammozis: „Sein Einsatz ist fraglich.“

Warum Drexler grübelte

Schon auf der Rückfahrt von Hannover nach Gelsenkirchen grübelte Drechsler, wie Torwart Martin Fraisl verriet. „Da saß er im Bus neben mir und hat gesagt: ,Alter, wenn ich das Spiel gegen Dresden versäume, dann weiß ich nicht, wie ich reagiere‘“, schilderte der Österreicher die Gemütslage des Mittelfeldspielers.

Ganz andere Sorgen hat die Gelsenkirchener Polizei. Sie rechnet mit einer hohen Mobilisierung der Fanszene der Dresdener, die in der Vergangenheit mehrfach durch massive Ausschreitungen und gewalttätige Aktionen in Erscheinung getreten sind.

Dresden und sein „Motto-Tag“

Dynamo-Anhänger haben in den vergangenen Jahren jeweils eine Auswärtsbegegnung der Saison zum „Motto-Tag“ ausgerufen. Diese „Motto-Tage“ waren geprägt von massivem Einsatz von Fanmärschen, Pyrotechnik sowie Kassen- und Blockstürmen. Nach Angaben der Stadt Gelsenkirchen wurde das Spiel auf Schalke dafür ausgewählt. Deshalb gibt es auch ein Bierverbot.

Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge ruft die Fans von Schalke 04 und Dynamo Dresden deshalb zu einem fairen und friedlichen Umgang miteinander auf: „Am Samstag ist weder vor noch in der Arena Platz für Anfeindungen und Hasstiraden, für Gewalt und Pyrotechnik. Wir wollen ein schönes Fußballspiel und ein faires Kräftemessen auf dem Rasen sehen – und keine Krawallmacher auf den Straßen.“

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