Der SV Sandhausen hat sich in der 2. Liga etabliert. © dpa
Schalke 04

Schalke gegen Sandhausen: Zwei Vereine in verschiedenen Fußball-Welten

Wenn der Schalke am Samstag den SV Sandhausen empfängt, so ist dieses Aufeinandertreffen nicht nur eine Zweitliga-Premiere. Es ist auch das Duell zweier unterschiedlicher Fußball-Welten.

Schalke 04 und SV Sandhausen trennen in vielerlei Hinsicht Welten. Das zeigen verschiedene Vergleichsgrößen.

Mitgliederzahl: Hier ist der Unterschied zwischen Schake und Sandhausen besonders eklatant. Während Schalke zu den größten Sportvereinen der Welt zählt und seine Mitgliederzahl trotz des Abstiegs auf aktuell 160.023 steigern konnte, ist die Vereinsfamilie des baden-württembergischen Klubs mit 950 Mitgliedern (Stand: 10. Juni 2021) überschaubar. Mit nur 15.000 Einwohnern ist Sandhausen zugleich der kleinste Standort im deutschen Profi-Fußball.

Saisonetat: Obwohl die Königsblauen wegen des Abstiegs ihre Personalkosten für die Mannschaft erheblich senken mussten, beträgt der Etat immer noch rund 20 Millionen Euro. Damit zählt Schalke zur Zweitliga-Spitzengruppe. In Sandhausen dürfte es rund die Hälfte sein. Durch die Corona-Pandemie war zuletzt von einer Million Euro weniger an Zuschauer- und 1,8 Millionen Euro weniger an TV-Einnahmen die Rede.

Breites Sponsoren-Fundament

Stadion: Schalke verfügt mit der Veltins-Arena über eines der modernsten Stadien in Europa. 62.271 Zuschauer können hier bei ausverkauftem Haus die Spiele verfolgen. Im BWT-Stadion am Hardtwald in Sandhausen finden lediglich 15.033 Zuschauer Platz.

Sponsoren: Wegen des Abstiegs mussten die Blau-Weißen im Sponsoring zwar Abstriche hinnehmen, doch diese fallen zumindest im ersten Zweitligajahr nicht so eklatant ins Gewicht. Das dürfte sich erst ändern, wenn die Königsblauen über mehrere Jahr ein Dasein in der 2. Liga fristen würden.

Sandhausen hat ein breites Fundament von Sponsoren, die meisten sind in der Gegend um Heidelberg beheimatet. Trotz der Coronavirus-Krise steht der Verein nach eigenen Angaben finanziell gut da und konnte seine Sponsoren-Einnahmen zuletzt sogar steigern. Die „Geisterspiele“ trafen den Klub aufgrund der geringen Zuschauerresonanz weniger als andere.

Machmeier der „Macher“

Kaderwert: Auf dem Internetportal transfermarkt.de wird der Kaderwert des FC Schalke 04 mit 30,90 Millionen Euro beziffert, beim SV Sandhausen sind es 11,85 Millionen Euro. Wertvollster Schalker Spieler ist aktuell Malick Thiaw (4,5 Mio. Euro). Bei Sandhausen hat nur Mittelfeldspieler Marcel Ritzmaier einen Marktwert von einer Million. Sonst kommt niemand über die Millionengrenze.

Vorstand: Schalke vertraut neuen Köpfen mit Peter Knäbel (Sportvorstand), Kristina Rühl-Hamers (Finanzen, Personal und Recht) und ab dem 1. Januar 2022 als Vorstandsvorsitzendem Dr. Bernd Schröder (Strategie, Kommunikation, Marketing und Vertrieb).

In Sandhausen geht nichts ohne Jürgen Machmeier. Der 60-Jährige ist Macher, Sponsor und Visionär. Als er 1999 zunächst kommissarisch den Vorsitz übernahm, war Sandhausen noch Oberligist. Danach gibt es steil bergauf.

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