Zweijahresvertrag unterschrieben: Ein „Ankerspieler“ soll Marcin Kaminski (l.) nach den Vorstellungen von Sportvorstand Peter Knäbel (r.) auf Schalke werden. © FC Schalke 04

Schalke hat erste Achse stehen – Gesicht des Kaders bekommt Konturen

Mit Marcin Kaminski hat Schalke den vierten externen Neuzugang verpflichtet. Eine erste Achse steht – mit viel Erfahrung. Spieler der Knappenschmiede sollen „Herausforderer“ sein.

Es sind aufgeregte Zeiten, also wird den auf Schalke tätigen Personen genau auf die Finger geschaut bei so ziemlich allem, was sie tun – auch der Social-Media-Abteilung.

Die hatte sich nämlich am Donnerstag erlaubt, im Namen des FC Schalke 04 Clemens Tönnies zum 65. Geburtstag zu gratulieren und damit einen mittelschweren Sturm der Entrüstung ausgelöst – Schalkes langjähriger Aufsichtsrats-Vorsitzender, Ende Juni 2020 zurückgetreten, ist für einige „Königsblaue“ offenbar nach wie vor ein „rotes Tuch“.

Viel Erfahrung verpflichtet

Aber noch genauer beobachten die Schalker Fans und Mitglieder natürlich die Aktivitäten der Kaderplaner, allen voran Sportvorstand Peter Knäbel und Sportdirektor Rouven Schröder. Der künftige Zweitligist meldete nun den vierten externen Neuzugang – diesmal einen für die Abwehr: Vom VfB Stuttgart kommt Marcin Kaminski nach Gelsenkirchen, wo er einen Zweijahres-Vertrag unterschrieb.

Der 29-jährige Innenverteidiger spielte seit 2016 in Stuttgart, war zwischenzeitlich an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen und absolvierte für beide Vereine insgesamt 87 Liga-Einsätze.

Dass es nicht mehr wurden, „verdankt“ der siebenfache polnische Nationalspieler auch einem Kreuzbandriss im rechten Knie, den er sich 2019 zuzog. In der nun abgelaufenen Saison kam Kaminski zu fünf Bundesliga-Einsätzen. Sein Vertrag bei den Schwaben lief aus und wurde nicht verlängert – Kaminski kommt also ablösefrei zum FC Schalke 04.

Marcin Kaminski für die Abwehr, Victor Palsson und Danny Latza fürs Mittelfeld, Simon Terodde für den Sturm – eine erste Schalker Achse steht also schon einmal. Es ist vor allem eine Achse mit viel Erfahrung, die die Routiniers mit nach Schalke bringen.

„Ein Ankerspieler“

Der 31-jährige Danny Latza hat für den FC Schalke 04, Darmstadt 98, den VfL Bochum und Mainz 05 insgesamt 285 Liga-Spiele absolviert. Victor Palsson hat mit seinen 30 Jahren bereits zahlreiche Stationen hinter sich, bei Darmstadt 98 kam er auf 51 Zweitliga-Einsätze. Simon Teroddes Profi-Klubs hießen MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln, Union Berlin, VfL Bochum, VfB Stuttgart und Hamburger SV – 319 Einsätze in der Ersten und Zweiten Bundesliga konnte Terodde dabei verbuchen.

Und nun Marcin Kaminski, der nach den Vorstellungen von Peter Knäbel ebenfalls „ein Ankerspieler unserer neuen Mannschaft“ werden soll. Kaminski gilt als kopfballstark und hat Qualitäten im Spielaufbau – Fähigkeiten, die Schalke auch in der Zweiten Liga gut zu Gesicht stünden und die vor allem auch Sebastian Schonlau zugeschrieben werden. An dem Verteidiger des SC Paderborn war Schalke ebenfalls interessiert, doch der Spieler entschied sich für einen Wechsel zum Hamburger SV.

Trainingsstart am 17. Juni

In einem Interview mit „Schalke TV“ verriet Knäbel, dass es das Ziel sei, bis zur Mitgliederversammlung am 13. Juni bzw. zum Trainingsstart am 17. Juni schon klare Konturen des Gesichtes der neuen Mannschaft erkennbar werden zu lassen. „Elf bis 15 gestandene Spieler“, so Knäbel, soll der neue Kader umfassen, dazu kämen die „Herausforderer aus der Knappenschmiede“.

Saisonstart in der Zweiten Liga ist am 23. Juli. Gut möglich, dass Schalke das Eröffnungsspiel bestreitet. Obwohl die Konkurrenz an prominenten Traditions-Klubs im „Unterhaus“ so groß ist wie nie. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass mit dem 1. FC Köln noch ein weiterer dazukommt…

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