Schalke-Maskottchen Erwin war auch im Bergmannsheil zu Besuch. © Schalke 04 / Rabas
Schalke 04

„Schalke hilft!“ war auch 2020 trotz des Corona-Geschehens sehr aktiv

Losgelöst von sportlichen Erfolgen oder Misserfolgen ist Schalke 04 sehr engagiert, wenn es darum geht, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Ein Beispiel: „Schalke hilft!“

Der FC Schalke 04 ist für viele Menschen mehr als nur ein Fußballverein. Er hat auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung, der sich nicht nur die Führungskräfte, sondern auch alle Mitarbeiter bewusst sind. Schalke war in vielen Dingen Vorreiter, sei es beim Kampf um Diskriminierung, bei der Verabschiedung einer neuen Satzung oder bei der Digitalisierung.

Aber es geht dem Verein auch um ganz praktische und unbürokratische

Hilfestellungen, gerade in schwierigen Zeiten wie momentan bei der

Corona-Krise und in der Weihnachtszeit. Hier fühlt sich die vereinseigene Stiftung „Schalke hilft! besonders aufgerufen, Hilfe und Unterstützung zu leisten.

Kreative Lösung gefunden

Weihnachtsaktion einmal anders: Da die von Schalke hilft! organisierten Weihnachtsbesuche der Königsblauen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie leider in gewohnter Form nicht stattfinden können, musste eine kreative Lösung her. Die U23 der Schalker traf sich zum gemeinsamen Plätzchenbacken in der VELTINS-Arena, anschließend fuhren Mitarbeiter des Clubs gemeinsam mit Maskottchen Erwin zur „Auslieferung“ der Leckereien zu Krankenhäusern in Gelsenkirchen und Essen.

„In diesem Jahr sind die Rahmenbedingungen leider verändert, da haben wir nach Alternativen gesucht. Durch diese Aktion ist es uns gelungen, den Kindern auch in diesem Jahr eine Freude zu machen“, sagt Sebastian Buntkirchen, Geschäftsführer von Schalke hilft!.

Maskottchen Erwin immer dabei

Mit dem Mannschaftsbus ging es für Erwin und seine Helfer zur Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen sowie zur Kinderklinik des Universitätsklinikum Essen. Mit im Gepäck waren neben den Keksen natürlich auch einige Fanartikel der Königsblauen, die für große Freude bei den Kindern sorgten. Zusätzlich überreichten Erwin und die S04-Mitarbeiter auch noch einen königsblauen Scheck – alles aufgrund der durch die Pandemie bedingten strengen Besucherregeln natürlich vor den Gebäuden.

Dr. Gerrit Lautner, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen: „Ich bin froh, dass Schalke heute trotz Corona gekommen ist und Maskottchen Erwin als Vertreter der Mannschaft uns mit Geschenken bedacht hat. Die Kinder bekommen in diesem Jahr Corona-bedingt viel weniger Besuch und sind deshalb über Geschenke in der Vorweihnachtszeit besonders dankbar.“ Auch Dr. Jorit Ness, Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen, hat sich über den Besuch gefreut: „Schalke kommt ja jedes Jahr und beglückt unsere Patienten, die auch in der Adventszeit hier sein müssen. Die Kinder freuen sich darauf bereits im Voraus, das ist einfach super.“

Viele Aktionen durchgeführt

Trotz Corona hat die Stiftung auch im ungewöhnlichen Jahr 2020 viele

Aktionen durchgeführt. Finanziell gefördert hat die Stiftung in

Zusammenarbeit mit den Ultras Gelsenkirchen zum Beispiel die

Auslieferung von 600 Kumpelkisten für Menschen in Quarantäne und

Risikogruppen. Darin enthalten waren Produkte, die die

Lebensmittelgrundversorgung sichern.

An sechs Tagen in der Woche fand die Auslieferung stand. Wer dies einmal mitgemacht hat und die glücklichen Augen der Empfänger von Kumpelkisten gesehen hat, dem wird sofort klar, wie wertvoll diese Arbeit ist.

Eine kleine Geste mit positiver Wirkung waren auch die Überraschungsbesuche für die Belegschaften der Krankenhäuser im Gelsenkirchener Stadtgebiet. Schalke hilft! und die Ultras hatten Pizza mitgebracht als kleines Dankeschön für die großartige Arbeit, die in den Krankenhäusern geleitet wird.

Kontakte auch nach Italien

Schalke hilft! ist aber nicht nur vor Ort vertreten, sondern auch weit

über die Stadtgrenzen hinaus. Seit einigen Jahren ist die Schalker

Fanszene eng mit der Curva Sud Siberiano aus Salerno befreundet. Die

Stadt im Süden Italiens, ähnlich wie das ganze Land, wurde von der

Corona-Krise besonders hart getroffen – Schalke hilft! und die Ultras

Gelsenkirchen haben sich dort engagiert.

Die italienischen Fangruppen der Curva Sud unterstützen dort eine

örtliche Hilfsorganisation, die versucht, die gegenwärtige Situation zu

bewältigen. In ihren Räumlichkeiten in der Altstadt von Salerno werden

täglich Kleidung und Grundnahrungsmittel für die Menschen aus

Risikogruppen, Obdachlosen, Alte und Bedürftige gesammelt.

Außerdem wird in örtlichen Krankenhäusern geholfen. Diese Initiative hat Schalke hilft! und Ultras Gelsenkirchen mit einer Spende von 1904 € und Kumpelkisten gefüllt mit Kleidung unterstützt, damit die Arbeit dort fortgesetzt werden kann.

Seminar über Diskriminierung

Auch bei fußballspezifischen Aktionen ist die Schalker Stiftung

engagiert. Beim Bolzplatz-Projekt, gefördert von der RAG-Stiftung, geht

es um die Sanierung von Fußballplätzen in der Emscher-Lippe-Region. Zwei Fußballplätze in Gelsenkirchen wurden bereits komplett saniert; ein weiterer Platz wurde kürzlich in Herne fertiggestellt.

Weitere Bereiche, die „Schalke hilft!“ unterstützt, sind

sportpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche durch Trainer aus der FC Schalke 04 Fussballschule und Knappenschmiede, Freizeit und Ferienprogramme (Sommer- und Herbstferien) sowie

Trainingsangebote für Förderschulen aus Gelsenkirchen.

Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern

Auch die Problematik der Diskriminierung im Stadion wurde intensiv

behandelt. Mit diesem Thema haben sich Volunteers und

Vereinsmitarbeiter, die am Spieltag Fankontakt haben, im Rahmen eines Workshops, der von Schalke hilft! organisiert wurde, beschäftigt. Das Seminar war das vierte in einer Reihe von fünf Kursen, bei denen die Schalker Ehrenamtler nach und nach in Gruppen geschult werden.

Geleitet wurde der fast vierstündige Kurs von den Sozialarbeitern und

Referenten Patrick Arnold und Michael Neumann, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anhand von praktischen Übungen, informativen Vorträgen und intensiven Dialogen die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Diskriminierung näherbrachten.

Buntkirchen zieht positives Fazit

Vorbereitet sein, Diskriminierung wahrnehmen, die Situation einschätzen und entsprechend handeln: Nach vier Stunden intensiver Arbeit waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult, gestärkt und weitergebildet – und wissen, wie sie im Fall von diskriminierenden Handlungen im Stadion agieren können, um so sich und anderen helfen können.

Man sieht an diesem bei weitem nicht vollständigen Überblick, auf welch unterschiedlichen Themenfeldern die Stiftung aktiv ist. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Pandemie fällt das Jahresfazit von Sebastian Buntkirchen positiv aus: „In diesem Jahr ist nicht nur für den Fußball vieles anders – auch mit unserer Stiftung Schalke hilft! mussten wir entsprechend umdenken.

Aktionen und Aktivitäten, die für 2020 geplant waren – wie beispielsweise eine erneute Gedenkstättenfahrt – mussten ausfallen. Dafür ergeben sich in einer solchen Pandemie andere Bereiche, in denen unsere Unterstützung benötigt wird. Am Ende bleibt aber eins: Wir wollen den Menschen in Gelsenkirchen und der Umgebung helfen – und das haben wir auch in diesem Jahr getan.“

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