Hält sich noch eine Hintertür offen: Klaas-Jan Huntelaar. © dpa
Schalke 04

Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und die Hintertür

Als Klaas-Jan Huntelaar noch für Ajax Amsterdam spielte, verkündete er sein Karriereende im Sommer 2021. Nun hält er sich eine Hintertür offen.

Solch ein Tor eines Stürmers hatten die Schalker Fans in dieser Saison noch nicht gesehen. Es lief die 81. Minute in der Leverkusener BayArena, als Klaas-Jan Huntelaar die Vorarbeit von Can Bozdogan mustergültig verarbeitete. Er nahm den Ball mit der Brust an und vollstreckte, so, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt. Zwar verhinderte dieses 1:2 aus Schalker Sicht keine weitere Niederlage, aber Huntelaar bewies mit diesem Treffer, dass er noch nichts verlernt hat.

Prompt setzte dies eine Diskussion in Gang, die im schnelllebigen Fußball-Geschäft zu erwarten war: Wäre Huntelaar trotz seiner 37 Jahre nicht doch noch ein Spieler für Schalkes Zukunft, die ab Juli wohl Zweite Bundesliga heißt?

Bisher hatte der „Hunter“ einen klaren Plan. Am Saisonende sollte nach 19 Profijahren unter anderem bei Ajax Amsterdam, Real Madrid, AC Mailand und Schalke Schluss sein. Dies hatte der Mittelstürmer allerdings erklärt, als er noch bei Ajax Amsterdam unter Vertrag stand. Doch nachdem der Angreifer sich im Januar entschieden hatte, auf weitere Kurz-Einsätze bei Ajax zu verzichten und stattdessen zu seiner alten Liebe Schalke 04 zurückzukehren, lässt sich der Routinier ein Hintertürchen offen.

Karriereende?

Das angekündigte Karriereende scheint nicht mehr in Stein gemeißelt. „Mein Kopf ist im Hier und Jetzt. Was später passieren wird, werden wir sehen“, so Huntelaar.

Der Familienfrieden wäre jedenfalls nicht gefährdet, sollte sich Huntelaar entgegen seiner ursprünglichen Planung für eine Fortsetzung seiner Karriere entscheiden. Lebenspartnerin Mandy lasse ihm freie Hand, „ihr ist nur wichtig, dass ich glücklich bin mit dem, was ich mache,“ so der 76-fache Nationalspieler.

Der zweifache WM-Teilnehmer (2010 und 2014) steckt emotional womöglich in einer Zwickmühle. Seine große Karriere mit einem Abstieg zu beschließen, worauf bei Schalke 04 alles hindeutet, wäre für einen wie Huntelaar nur schwer zu verkraften.

Andererseits muss er auf die Signale seines Körpers hören. Die Verletzungsanfälligkeit nach so vielen Jahren im Profifußball nimmt zu. Im August wird der Niederländer bereits 38 Jahre alt. Ob man sich in diesem Alter noch die Zweite Bundesliga antun muss?

Jeden Tag hart arbeiten

Wie Huntelaar sich entscheidet, ist nach seinen Angaben wesentlich eine Kopfsache. „Jetzt beschäftige ich mich nur mit der aktuellen Situation. Aber man weiß ja nie…“

Wie ehrgeizig der „Hunter“ noch ist, beweist die Tatsache, dass er wegen seiner Wadenprobleme sogar auf einem Physiotherapeuten von Ajax Amsterdam zurückgriff, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Die 90 Minuten in Leverkusen habe er körperlich gut überstanden. Nun hofft er mit Schalke 04 noch so viele Spiele wie möglich zu gewinnen.

Offensiver Ansatz

Dabei helfen soll der offensivere Ansatz des neuen Trainers Dimitrios Grammozis, den Huntelaar ausdrücklich befürwortet. „Das Spiel in Leverkusen hat uns gezeigt, dass wir als Mannschaft mehr nach vorne gehen müssen. Da musst du auch ein gewisses Risiko eingehen, sonst wird es zu einfach für den Gegner. Wir müssen die vorhandene Energie in Positives umsetzen“, so die Forderung des ältesten Schalker Bundesliga-Torschützen.

Er will jedenfalls alles dafür tun, damit Schalke vielleicht doch noch den Klassenerhalt schafft. Das erwartet er auch von allen anderen Spielern im Kader. Nur wer sich jeden Tag verbessern wolle, werde im Profifußball Fuß fassen, so das Credo des Niederländers.

Huntelaar hofft, dass sich gerade die jungen Schalker Spieler seine Worte zu Herzen nehmen. Nur Talent allein reiche nicht. Die Königsblauen haben dies im bisherigen Saisonverlauf schmerzlich zu spüren bekommen.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.