Erleichterung pur bei Rodrigo Zalazar und Victor Palsson (v.l.). © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke-Trainer Grammozis: „Dieser Sieg gibt uns Selbstvertrauen“

Große Erleichterung auf Schalke: Mit 3:1 (1:1) gegen Fortuna Düsseldorf gelang der lang ersehnte erste Heimsieg in der laufenden Zweitligasaison. Überragend dabei: Simon Terodde.

Nur vier Punkte aus vier Spielen – Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis wusste, dass die Vereinsfamilie der Königsblauen mit dieser Ausbeute nicht zufrieden war. Er selbst auch nicht. Also baute er die Startelf gegenüber der Anfangsformation bei der 1:4-Schlappe in Regensburg erneut um.

Die markantesten Auffälligkeiten: Mit Kou Itakura und Darko Churlinov standen die in Regensburg eingewechselten letzten Neuzugänge in der ersten Elf. Itakura in der Innenverteidigung, Charlinov als rechter Außenbahnspieler.

Kalte Stimmungsdusche

Von Beginn an entwickelte sich ein höchst munteres Spielchen, ein offener Schlagabtausch sozusagen. Der erfreute die Schalker Fans unter den 25.000 zugelassenen und auch anwesenden Zuschauern solange, wie Schalke am Drücker war. Schon nach acht Minuten hatten die Blau-Weißen durch Simon Terodde, der zweimal am glänzend reagierenden Florian Kastenmeier im Fortunen-Tor scheiterte, dicke Chancen.

Doch dann kam die kalte Stimmungsdusche: Nach einem ziemlichen Durcheinander in der Schalker Abwehr war Shinta Appelkamp zur Stelle und traf zur Düsseldorfer 1:0-Führung.

Aber Schalke kam zurück, und zwar unverzüglich: Simon Terodde drehte den Spieß um, profitierte nun von einem Missverständnis in der Gäste-Abwehr, passte auf Marius Bülter und der vollendete zum 1:1 – nur zwei Minuten nach dem Führungstor der Fortunen.

Bülter trifft den Pfosten

Die Welt in der Veltins-Arena war also wieder in Ordnung, vor allem auch weil Schalke weiter Druck machte. Victor Palsson mit einem Kopfball übers Tor (26.), Marius Bülter mit einem Pfostenschuss (38.) und wieder Simon Terodde, der zum dritten Mal in Kastenmeier seinen Meister fand, hatten gute Chancen.

Es roch jetzt irgendwie nach dem ersten Schalker Saison-Heimsieg – erst recht, nachdem Simon Terodde nach Flanke von Marius Bülter in der 47. Minute das 2:1 für Schalke erzielte. Terodde stand da, wo ein Torjäger stehen muss, obwohl die Düsseldorfer in der Szene in Überzahl waren und die Szene eigentlich hätten klären können. Es war das fünfte Saisontor von Terodde – im fünften Spiel!

Fortuna wehrt sich lange

Wie würde Schalke mit der Führung umgehen? Weiter Dampf machen – oder verwalten wie gegen Aue, was prompt schief ging? Es war wohl eher eine Mischung aus beidem – denn Schalke wollte wahrscheinlich weiter nach vorn spielen, hatte durch Bülter auch noch eine gute Chance (59., Kastenmeier hielt), aber nun wurde auch Düsseldorf wieder richtig munter. Und Schalke hatte großes Glück, dass ein fast einminütiges Scheibenschießen aufs Tor von Ralf Fährmann in der 59. Minute ohne Konsequenzen blieb.

Genauso wie ein Kopfball von Dominick Drexler, den Kastenmeier parierte – es blieb ein Spiel mit ständigem Hin und Her, die Spannung war mit den Händen zum Greifen. Für die Zuschauer eine prima Angelegenheit – als Trainer wird sich zumindest Dimitrios Grammozis etwas mehr Spielkontrolle von seiner Mannschaft gewünscht haben, die allerdings prächtig kämpfte und sichtlich um Wiedergutmachung für den blutleeren Auftritt in Regensburg bemüht war.

Das große Zittern

Dennoch begann nun wieder die Phase des großen Zitterns. Schalkes Fans rutschte vor allem in der 77. Minute das Herz in die Hose, als Ralf Fährmann großartig gegen Kristoffer Peterson parierte.

Erst gegen Spielende, das in einer zünftigen „Rudelbildung“ noch einen Höhepunkt der ganz anderen Art hatte, konnte sich Schalke wieder aus dem Klammergriff der Fortuna befreien – dokumentiert durch das 3:1 durch Simon Terodde in der 90. Minute, der sich nach einem Schalker Freistoß großartig durchgesetzt und eiskalt abgeschlossen hatte. Nun drohte das geschlossene Stadiondach wegzufliegen, die Arena bebte, 25.000 Zuschauer wirkten wie sonst 60.000. Der erste Schalker Saison-Heimsieg war perfekt!

Grammozis ist erleichtert

Auch Grammozis war die Erleichterung hinterher anzumerken. „Unsere Körpersprache und Kompaktheit waren entscheidend. Die Jungs sollen diesen Erfolg genießen. Aber wir werden jetzt nicht durchdrehen. Dieser Sieg gibt uns Selbstvertrauen,“ sagte der 43-Jährige.

Grammozis lobte außerdem die Schalker Fans: „Sie sind nach dem Rückstand nicht unruhig geworden, sondern haben uns weiter toll unterstützt.“

Dass die gesamte Mannschaft das entscheidende 3:1 gemeinsam auf dem Platz feierte, ist für den Schalker Trainer ein klares Zeichen, „dass wir eine Mannschaft sind“.

In der Trainingswoche habe er gespürt, dass jeder Spieler die Niederlage in Regensburg vergessen machen wollte. Dies ist den Königsblauen gegen Düsseldorf ohne Zweifel gelungen.

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