Ob Mark Uth (l.) seinen Vertrag (bis 2022) auf Schalke erfüllt, ist völlig offen. © dpa

Schalke und das Keller-Duell mit drei besonderen Hauptdarstellern

Für Schalke-Stürmer Mark Uth sowie Kölns Geschäftsführer Horst Heldt und Mittelfeldspieler Max Meyer ist das Saisonfinale so brisant wie noch nie.

Es gibt viele Geschichten, die man rund um das Saisonfinale zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 (Samstag 15.30 Uhr, Sky) erzählen könnte. Die Palette könnte reichen von der besonderen Vorbereitung der Kölner auf diese Partie bis zur Frage, ob es Schalke endlich gelingt, ein Auswärtsspiel zu gewinnen.

Doch der Reiz dieses Duells zwischen Fast- und sicherem Absteiger bündelt sich ganz besonders in drei Personen: Schalke-Stürmer Mark Uth, FC-Geschäftsführer Horst Heldt sowie Kölns Spieler Max Meyer.

Droht ein Gewissenskonflikt?

Mark Uth: Auch wenn der 29-Jährige das Schalker Trikot trägt, der gebürtige Kölner hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass der „Effzeh“ sein Herzensverein ist. Das ist durchaus legitim, denn Uth hat auf seinen anderen Stationen während seiner Profikarriere immer sein Bestes gegeben.

Doch Köln bleibt für den gebürtigen Kölner etwas ganz Besonderes. Droht nun ein Gewissenskonflikt, weil Uth mit einer starken Leistung oder womöglich seinen Toren die Domstädter in die 2 Liga schießen kann? Von solchen Überlegungen will Dimitrios Grammozis nichts wissen.

„Behandelt wie jeder andere“

„Dann hätten wir Goncalo Paciencia auch nicht gegen Frankfurt einsetzen dürfen. So denken wir nicht. Mark hat Vertrag bei Schalke und wird so behandelt wie jeder andere auch,“ betonte der Schalker Trainer. Zusätzliche Brisanz erhalten die heutigen 90 Minuten für Uth, weil die Kölner eine Rückholaktion ihres „verlorenen Sohnes“ planen, den sie bereits einmal von Schalke ausgeliehen haben.

Der Vertrag von Uth läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Aus finanziellen Gründen würden die Blau-Weißen Uth nach dieser Saison am liebsten verkaufen, weil er zu den Großverdienern im Kader gehört.

Was passiert mit Heldt?

Horst Heldt: Der FC-Geschäftsführer mit Schalke-Vergangenheit wäre durch einen Abstieg erheblich beschädigt, denn die Kaderplanung gehört zu seinen Kernkompetenzen. In einer fußballverrückten Stadt wie Köln wäre es keine Überraschung, wenn im Abstiegsfall die Suche nach den Schuldigen auch bei Heldt ansetzen würde.

Der Ex-Schalker Max Meyer (M.) spielt beim 1. FC Köln nur eine Mitläuferrolle. © dpa © dpa

Der 51-Jährige hat zwar noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023, aber was heißt das schon in der Bundesliga? Heldt weiß natürlich um die Bedeutung der Partie beim Wiedersehen mit den Königsblauen. „Ein Endspiel am letzten Spieltag hat sich niemand hier gewünscht. Aber die Mannschaft hat oft bewiesen, dass sie mit Drucksituationen umgehen kann“.

Sechsmal nicht im Kader

Max Meyer: Auf Schalke erhielt der gebürtige Oberhausener seinen ersten Profi-Vertrag auch dank der Rückendeckung des damaligen Schalke-Managers Horst Heldt. Seitdem standen beide in engem Kontakt. Nachdem Meyer im Unfrieden Gelsenkirchen verließ und bei Crystal Palace nicht glücklich wurde, holte Heldt ihn in der Winterpause nach Köln.

Doch bisher konnte sich der 25-Jährige, der vor wenigen Jahren von seinem Berater Roger Wittmann noch als „Weltklassespieler“ gepriesen wurde, in der Domstadt nicht durchsetzen.

Zukunft von Mayer offen

Nur neun Einsätze stehen in Meyers persönlicher Spielstatistik beim 1. FC Köln. Sechsmal schaffte er es nicht einmal in den Kader, wie auch beim letzten Spiel in Berlin (0:0).

Es wäre deshalb keine Überraschung, wenn Meyer auch beim Wiedersehen mit seinem früheren Klub nur zum Zuschauen verurteilt wäre. Dass am Saisonende sein Vertrag ausläuft macht für ihn die Situation nicht einfacher. Diejenigen, die Meyer einst eine große Karriere voraussagten, sind längst schweigsam geworden.

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