Schalke 04

Schalke vergibt die Ernst Alexander Auszeichnung

Finaler Punkt der zweiwöchigen #stehtauf-Aktivitäten. Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte und Inklusionsaktivist Klaus-Dieter Seiffert als Preisträger.
Die Preisträger der Ernst Alexander Auszeichnung: links Patrick Arnold von der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW e.V., rechts Klaus-Dieter Seiffert. © FC Schalke 04

Der FC Schalke 04 und seine vereinseigene Stiftung Schalke hilft! vergeben jährlich die Ernst Alexander Auszeichnung für außergewöhnliches Engagement für ein friedliches, gesellschaftliches Miteinander und gegen jedwede Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. In diesem Jahr zeichnet der Verein deshalb die Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW e.V. unter der Leitung von Patrick Arnold und Klaus-Dieter Seiffert, Gelsenkirchener Inklusionsaktivist, aus.

Vielfältiges Engagement

Das Engagement der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW e.V. gestaltet sich vielfältig, neben dem Kampf gegen Antisemitismus werden mithilfe teils neu entwickelter Formate viele weitere Diskriminierungsformen sichtbar gemacht, um deren Auswirkungen durch präventive Angebote zu reduzieren.

Jüngste Projektbeispiele sind die Fortbildungen zum Thema Gedenkstättenarbeit in der NS-Gedenkstätte Mittelbau-Dora sowie eine Bildungsreise nach Prag und Theresienstadt. Aus dem Projekt „Erinnerungsorte“ sind an allen 15 Mitgliedsstandorten Touren entstanden, bei denen sich die jugendlichen Besucher beim Rundgang durch die eigene Stadt durch einen völlig neuen Blickwinkel dem Thema Nationalsozialismus nähern.

Beratungsstelle gegründet

Inklusionsaktivist Klaus-Dieter Seiffert hat aus aktuellem Anlass eine Beratungsstelle gegründet. Die Corona-Krise ist eine gesamtgesellschaftliche Belastungsprobe, die einige allerdings noch stärker einschränkt als andere, dazu zählen hörgeschädigte Menschen. Allein in Gelsenkirchen leben 300 Gehörlose und 42.000 Schwerhörige. Oftmals können einfache Besuche beim Arzt, der Post, Apotheke oder bei Behörden nicht mehr stattfinden.

Bereits vor der Pandemie gab es zahlreiche Hürden für Betroffene, doch nun können sie aufgrund der Maskenpflicht nicht mal mehr von den Lippen ablesen. Klaus-Dieter Seiffert unterstützt bei der Informationsbeschaffung, erläutert die Corona-Warn-App und stellt Kontakte zu Ärzten, Einrichtungen sowie Behörden her. Er erhält die Sonderauszeichnung für stille Corona-Helden. Patrick Arnold und Klaus-Dieter Seiffert stellen eindrücklich unter Beweis, dass es am Ende immer zählt, den Blick nicht aufs Ich, sondern aufs Wir zu lenken.

„Wichtige Rolle im Verein“

„Im Namen des gesamten Vorstands gratuliere ich Patrick Arnold und der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW sowie Klaus-Dieter Seiffert von Herzen zur Ernst Alexander Auszeichnung. Beide stellen eindrücklich unter Beweis, dass es am Ende immer zählt, den Blick nicht aufs Ich, sondern aufs Wir zu lenken. So schwer die Zeiten auch sein mögen – der Einsatz für andere, der Einsatz für Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, zahlt sich aus. Auch deshalb nimmt die Ernst Alexander Auszeichnung in unserem Verein eine solch wichtige Rolle ein“, so Alexander Jobst, Schalkes Vorstand Marketing, Vertrieb und Organisation.

Die Verleihung der Ernst Alexander Auszeichnung ist der finale Punkt der zweiwöchigen #stehtauf-Aktivitäten des S04. Im Rahmen der Aktionswochen fand ein Online-Vortrag zu Antisemitismus statt, der S04 hat sich mit einem Video erneut unmissverständlich positioniert und bei Fanbelange aktuell sprachen die Fanbeauftragten mit dem Fanclub „Regenbogen-Knappen e.V. Schalker für Vielfalt“.

„Teil der Schalker Identität“

„Wir stellen heute mehr denn je fest, dass wir uns aktiv für die Werte einer demokratischen Gesellschaft einsetzen müssen – als Fußballverein mit einer großen Strahlkraft ist dies Verpflichtung und Selbstverständnis gleichermaßen. Auf Schalke ist kein Platz für Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung – dafür stehen wir auf und ein. Toleranz, Fairness und Vielfalt sind auf Schalke nicht nur Worte, sondern Teil unserer Identität“, so Sebastian Buntkirchen, Schalkes Direktor für Fans & Vereinsangelegenheiten und Geschäftsführer der vereinseigenen Stiftung Schalke hilft!

Das Motto #stehtauf geht auf das Jahr 2015 zurück, als Spieler, Trainer und Verantwortliche nach Übergriffen auf geflüchtete Menschen mit einem bewegenden Video ein unmissverständliches Zeichen gegen Rassismus setzten. Die Botschaft ist nach wie vor relevant und bezieht sich auf den 1997 im Parkstadion entstandenen Gesang „Steht auf, wenn ihr Schalker seid“ – ergänzt durch: „Steht auf, wenn ihr Menschen seid.“

Ans Leitmotiv angeknüpft

Mit Eröffnung der #stehtauf-Anlaufstelle in der VELTINS-Arena zu Beginn der Saison 2019/2020 hat der FC Schalke 04 an dieses Leitmotiv angeknüpft. Die Anlaufstelle bietet im hinteren Teil des Schalke Museums einen sicheren Ort für alle Opfer von Diskriminierung oder Gewalt und ist ein innovativer Ansatz zur Bekämpfung von Ausgrenzung im Stadion. Bereits 2020 veranstaltete der S04 eine ganze #stehtauf-Aktionswoche.

Der FC Schalke 04 und die vereinseigene Stiftung Schalke hilft! schreiben die Ernst Alexander Auszeichnung fortlaufend aus. Damit ehren die Königsblauen öffentliches Engagement für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander sowie gegen Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus, Extremismus und Gewalt. Einzelpersonen, Initiativen, Fanclubs, Schulen, Gruppen, Vereine und Projektträger können sich selbst bewerben oder von Dritten vorgeschlagen werden. Bei der Form des Engagements bestehen keine Einschränkungen, es kann befristet oder unbefristet sein. Die Auszeichnung ist mit 1904 Euro dotiert und wird jeweils rund um den Geburtstag von Ernst Alexander am 5. Februar verliehen.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.