Gegensätze: Bayerns Müller jubelt, Nastasic ist zerknirscht. © dpa
Schalke 04

Schalke verliert mit 0:4, aber die Bayern müssen ackern

Schalkeverlor fast schon erwartungsgemäß den Rückrunden-Auftakt mit 0:4 gegen Bayern München. Aber der Deutsche Rekordmeister musste mehr dafür tun als im Vorfeld erwartet.

Jubelnde Bayern-Spieler, geknickte Schalker. Nach 90 Minuten war eigentlich alles wie immer seit dem Dezember 2010, als der FC Schalke 04 zum bislang letzten Mal ein Bundesliga-Spiel gegen Bayern München gewinnen konnte. Aber im Gegensatz zum Peinlich-Hinspiel (0:8) konnten die Königsblauen den arg ramponierten Rasen der Veltins-Arena erhobenen Hauptes verlassen.

Denn auf dem in der Tat schwer zu bespielenden Geläuf mussten die Bayern buchstäblich richtig ackern, bevor sie ihren 4:0 (1:0)-Sieg unter Dach und Fach hatten. In einigen Phasen der Partie gelang es der Mannschaft von S04-Trainer Christian Gross nämlich tatsächlich, dass das Spiel nicht wie das ungleiche Duell zwischen schon relativ abgeschlagenem Schlusslicht und souveränem Tabellenführer aussah.

Viel Gutes, viel Schlechtes

Dabei glich die Schalker Aufstellung schon so etwas wie einem „Hofknicks“ gegenüber dem Favoriten. Mit Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac standen nämlich ausgerechnet die beiden Spieler gar nicht erst im Kader, auf die die Hoffnungen vieler S04-Fans ruhen, doch noch eine Aufholjagd Richtung Relegations- oder gar Nicht-Abstiegsplatz starten zu können. Dabei hatte Gross am Freitag noch erklärt, dass Huntelaar „eine gute Option für die Bank“ und die Blessur, die sich Kolasinac gegen Köln zugezogen hatte, wohl nur halb so wild sei. Es schien also so, als wolle Gross das Duo für aussichtsreichere Spiele schonen zu wollen.

Aber tatsächlich ist es offenbar sogar möglich, dass Kolasinac und Huntelaar auch noch am Samstag bei Werder Bremen pausieren müssen. Und spätestens dann braucht Schalke erste Erfolge, um den Kopf aus der immer enger werdenden Abstiegs-Schlinge doch noch ziehen zu können.

Rekord für Manuel Neuer

Gegen die Bayern wäre eine solche Erwartungshaltung vermessen gewesen – obwohl sich das Kellerkind tapfer gegen den Favoriten wehrte und durch einen Kopfball von Mark Uth (11.) sogar die erste Großchance des Spiels hatte. Manuel Neuer parierte und legte damit einen Grundstein für seinen Rekord – in 197 Bundesliga-Spielen blieb der Ex-Schalker ohne Gegentor. Oliver Kahn brachte es auf 196.Zwei Bayern-RekordeVon der „Null“ konnte Neuers früherer Teamkollege Ralf Fährmann auch gegen die Bayern nur träumen. 33 Minuten lang hielt der „blaue Beton“, dann stand Thomas Müller im Strafraum zu frei, um sich das 1:0 per Kopf entgehen zu lassen. „Wir haben ein paar Dinge richtig gut gemacht“, bilanzierte Gross, „ein paar aber auch richtig schlecht. Dazu zählt, dass die Gegentore viel zu einfach fielen.“

Gut beobachtet: Denn auch beim 0:2 durch Robert Lewandowski (54./traf zum elften Mal in Serie gegen Schalke und stellte damit ebenfalls einen Bundesliga-Rekord auf), beim 0:3 durch Müller (88.) und beim 0:4 durch David Alaba (90.), als der vorher überragende Ralf Fährmann nicht auf der Höhe war, blieben den Bayern die großen Kraftanstrengungen, die sie ansonsten in dem Spiel aufbringen mussten, erspart. Also endete die Partie so standesgemäß, dass Fährmann sie rasch abhaken möchte: „Die Bayern waren besser, haben verdient gewonnen. Wir müssen uns den Mund abputzen und in Bremen gewinnen.“

Ein Coup wie Mainz gegen Leipzig gelang Schalke also nicht, dafür gab es Entwarnung aus Hoffenheim. Durch die Kölner Niederlage bleibt der Abstand zum Relegationsplatz unverändert. Aber die Spiele werden immer weniger. Auch für die Bayern: Als die Konkurrenz reihenweise schwächelte, waren sie zur Stelle. Aber dafür mussten sie ackern auf dem Schalker Rasen, der nun ausgetauscht wird.

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