Schalke gegen Dresden: Wie eine „Mobilmachung“ - dabei soll der Ball doch eigentlich im MIttelpunkt stehen. © dpa
Schalke 04 / Kommentar

Vorfreude auf den Fußballabend auf Schalke wird auf harte Probe gestellt

Anreise von gewaltbereiten Fans, Hochrisiko-Maßnahmen von Stadt und Polizei, kein Alkoholverkauf als „Krönung“ - alles zum Schutz vor der befürchteten Randale.

Bier und Bratwurst gehören zum Fußball irgendwie dazu – das hat sich, auch wenn die kulinarischen Angebote in den letzten Jahren ständig erweitert wurden, bis heute irgendwie als Tradition bewahrt. Was nun nicht heißen soll, dass es nicht auch ohne Bier geht. Aber viele Stadion-Besucher, völlig unabhängig vom Verein, freuen sich auf „ihr Bierchen“.

Alternativlos: Sicherheit geht vor

Am Samstag wird es auf Schalke nun keinen Alkohol-Verkauf geben – logisch, dass diese Nachricht in den sozialen Medien schon kurz nach Bekanntgabe am Donnerstagabend heftige Wellen schlug. So alternativlos die Entscheidung des Vereins, der damit den Bedenken der Polizei Rechnung trug, auch sein mag – die Vorfreude der „normalen“ Fußball-Fans auf den Fußball-Abend auf Schalke, der mit über 56.000 Zuschauern ja auch wieder so etwas wie die „Rückkehr zur Normalität“ sein sollte, wird mittlerweile auf eine sehr harte Probe gestellt. Und das hat nicht mit Bier oder Alkohol zu tun.

Denn alles, was sich im Vorfeld des Schalker Spiels gegen Dresden so tut, gleicht mehr einer „Mobilmachung“. Und zwar als Reaktion auf die Informationen, dass aus Dresden mehrere tausend Fans, darunter zahlreiche gewaltbereite, anreisen werden – darunter auch einige tausend, die überhaupt keine Karte für das Spiel haben. Das riecht nicht nur nach Randale, das schreit geradezu danach.

Wie eine „Mobilmachung“

Appelle der Polizei, eine Sonderausgabe der Öffentlichen Bekanntmachungen der Stadt mit einer Allgemeinverfügung, die Fan-Märsche und das Tragen von Waffen verbietet – beim Durchlesen bleibt einem da fast die Spucke weg, weil es den Ernst dessen verdeutlicht, was Polizei und Stadt da tatsächlich erwarten – und weil es doch eigentlich um Fußball gehen soll.

Wer sich die Liste der Vorkommnisse, an denen die Dynamo-Fangemeinde beteiligt war und die die Stadt als Begründung für ihre Allgemeinverfügung aufgeführt hat, durchliest, erschrickt: Denn das erinnert mehr an eine Spur der Verwüstung als an irgendein Interesse an einem Fußballspiel.

Spur der Verwüstung

Der Verbot des Alkohol-Verkaufs in der Arena war nun quasi die letzte Patrone, um nun wirklich alle Stadionbesucher für dieses Thema zu sensibilisieren. Machen wir uns nichts vor: Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr – wer sich sein(e) Bierchen vorher sichern will, wird dazu auch außerhalb des Stadions reichlich Gelegenheiten finden. Aber vielleicht lohnt es sich, bei einem Spiel mit einer solch großen Umfeld-Brisanz auch einfach mal klaren Kopf zu behalten…

Es ist wie so oft im Leben: Weil ein paar (in diesem Fall allerdings deutlich mehr als ein paar) aus der Reihe zu tanzen drohen, muss die vernünftige Mehrheit Einschränkungen in Kauf nehmen. Hoffen wir einfach mal, dass am Samstag alles im Rahmen bleibt – vor dem Spiel, währenddessen und danach. Damit sich die Schalker Fans auf das Heimspiel danach endlich wieder so richtig freuen können. Und vielleicht auch wieder „ihr“ Bierchen bekommen – im Stadion.

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