Comeback gegen Freiburg? Harit (r.) wird in dieser Szene von Naldo getröstet. © dpa
Schalke 04

Warum die Partie gegen Freiburg für Schalke ein Schlüsselspiel ist

Wie beendet der FC Schalke 04 das desaströse Fußballjahr 2020? Eine erste Antwort gibt es am Mittwoch (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Freiburg.

Natürlich war es für die gesamte Schalker Delegation in Augsburg nicht leicht, nach dem unglücklichen Zusammenprall von Mark Uth, der eine Gehirnerschütterung davontrug, zur Tagesordnung überzugehen. Die Erleichterung war groß, als Uth schon bei der Videoanalyse dieses Spiels dabei war.

Schalke-Trainer Manuel Baum sieht zwar Fortschritte bei seiner Mannschaft, die endlich als Team auf dem Platz stehe und läuferisch alles in die Waagschale werfe. Aber er gab sich auch selbstkritisch: „Es war mit Sicherheit nicht nur Pech, wie es in Augsburg für uns gelaufen ist. Wenn man das zweite Tor sieht, ist es eher Unvermögen“.

Das Maximale erreichen

Die lange Schalker Fehlerkette, die dem Ausgleich der Gastgeber in der Nachspielzeit vorausging, muss Schalke sofort abstellen, wenn es endlich etwas mit dem ersten Saisonsieg werden soll. Sieben Punkte hatte Baum als internes Richtziel aus den letzten drei Bundesligaspielen in diesem Jahr vorgegeben. Die sind noch möglich, aber nur, wenn Schalke nach Freiburg auch im folgenden Heimspiel gegen Arminia Bielefeld als Sieger vom Platz geht.

„Wir wollen das Maximale erreichen“, bekräftigte Baum, der seiner Mannschaft auch eine Serie zutraut, wenn erst einmal der Knoten mit dem ersten Sieg geplatzt ist. Wie wichtig Siege gegen Freiburg und Bielefeld wären, dafür genügt schon der Blick auf die Tabelle. Schafft Schalke das nicht, stünde der Verein zum Weihnachtsfest mit einer einstelligen Punktzahl auf einem direkten Abstiegsplatz.

Lob für Nassim Boujellab

Damit diese Horror-Vorstellung nicht Realität wird, sollten Schalkes Spieler bis an ihre Schmerzgrenze gehen. So wie zum Beispiel Nassim Boujellab. Der Marokkaner wurde in der Halbzeitpause in Augsburg nach einem Kopfballduell viermal getackert. Baum lobte: „Nassim hatte bis sieben Uhr morgens wegen Kopfschmerzen nicht in den Schlaf gefunden. Jetzt wirkt er wieder fit. Wer ihn kennt, der weiß, dass er viel wegstecken kann“.

Boujellab ist ein Kandidat als Uth-Ersatz als „Freigeist auf der Zehnerposition“ (O-Ton-Baum). Sein erstes Bundesligator, das ihm in Augsburg gelang, dürfte dem 21-Jährigen zusätzliches Selbstvertrauen geben.

Comeback für Amine Harit?

Möglichkeit Nummer zwei um das Fehlen von Uth zu kompensieren wäre das Comeback von Amine Harit, der in Augsburg wegen Knieproblemen passen musste, jetzt aber wieder fit ist. Der Problem-Profi steht nach zahlreichen Eskapaden in der Bringschuld endlich mal wieder eine überzeugende Leistung zu zeigen.

Schalke muss sich darüber im klaren sein, dass mit dem SC Freiburg ein Gegner in die Veltins-Arena kommt, der wesentlich stärker als die Augsburger einzuschätzen ist. SC-Trainer Christian Streich will sich nicht von der Krise der Königsblauen blenden lassen. „Die Schalker Negativserie ist für uns kein Thema. Wenn man Fernsehen schaut, bekommt man es natürlich gezeigt. Aber wir haben noch nie darüber gesprochen“, betonte der 55-Jährige.

Statistik macht wenig Mut

Streich will den Abstand zu den Königsblauen in der Tabelle mindestens halten. „Wir werden nicht überrascht sein, wenn wir auf ein kämpferisches Schalke treffen. Aber sie werden auch auf ein kämpferisches Freiburg treffen.“

Die Statistik macht Schalke wenig Mut, ihre schwarze Serie zu beenden. Von 20 Bundesliga-Heimspielen gegen die Breisgauer gewannen die Blau-Weißen nur sieben.

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