Amine Harit (l.) hat sich mit Trainer Christian Gross ausgesprochen. © dpa
Schalke 04

Was Schalke-Trainer Gross im Pokalspiel in Wolfsburg plant

Beim Pokalspiel in Wolfsburg (18.30 Uhr, Sport1) muss Schalke 04 noch auf Neuzugang Shkodran Mustafi verzichten. Klaas-Jan Huntelaar wird wohl geschont.

Wenn es überhaupt einen positiven sportlichen Aspekt beim FC Schalke 04 im bisherigen Saisonverlauf gibt, dann kann man das Abschneiden im DFB-Pokal anführen. Zwar waren die Leistungen in den ersten beiden Pokalrunden gegen Schweinfurt (4:1) und Ulm (3:1) nicht überzeugend, aber das Weiterkommen ist in diesem Wettbewerb die einzige Richtschnur.

Nun hat Schalke mit dem aktuellen Bundesligadritten VfL Wolfsburg allerdings einen Gegner vor der Brust, der als klarer Favorit in das Spiel geht. Schalke-Trainer Christian Gross will allerdings nichts davon wissen, den Pokalwettbewerb zugunsten des Abstiegskampfes in der Bundesliga in den Hintergrund zu rücken.

Vertrauen zu Mustafi

„Wir können keine Kräfte sparen, sondern werden sehr gefordert werden. Das ist ein Spiel für die Visitenkarte. Am Ende der Karriere muss auch etwas auf der Rückseite stehen – nicht nur die Mobilnummer und die Mail-Adresse,“ betonte Gross, der auf Neuzugang Shkrodan Mustafi verzichten muss. Der auf den letzten Drücker vom FC Arsenal verpflichtete Abwehrspieler ist wegen der Corona-Pandemie und verschärfter Bestimmungen noch in Quarantäne.

Gross schwärmte von dem Weltmeister von 2014: „Ich kenne Mustafi von seinen Auslandseinsätzen und hatte bei einem Benefizspiel die Möglichkeit, ihn kennenzulernen. Ich schätze ihn, er ist ein seriöser Spieler“. Der 66-Jährige hofft, dass Mustafi am Samstag zum Kader für das Heimspiel gegen Leipzig gehört.

Rönnow steht im Tor

Gegen Wolfsburg ist noch offen, ob Suat Serdar (Erkältung) und Klaas-Jan Huntelaar (Wade) zum Aufgebot gehören werden. Gross schwankt offenbar noch, ob er Huntelaar wieder einen Kurzeinsatz gönnt oder doch lieber schont für die nächste Bundesligapartie. Neue Verletzungsprobleme beim „Hunter“ gebe es nicht, versicherte der Schalker Trainer, der im Tor gemäß einer Absprache diesmal Frederik Rönnow den Vorzug gibt.

Auch Amine Harit dürfte wieder in der Schalker Startformation stehen, obwohl er auf seine Auswechslung in Bremen wütend reagiert hatte. Doch Gross berichtete von einem „guten Gespräch“ mit dem Mittelfeldspieler.

Angebot für Harit?

„Ich habe ihm erklärt, dass wir auf links neue Impulse brauchten, weil wir in Bremen nur über rechts angegriffen haben. Er schadet sich und seiner Karriere nur selbst mit solchen Aktionen. Das hat er verstanden“, glaubt der Schalker Trainer.

Wie lange Harit noch das Schalker Trikot tragen wird, muss man indes abwarten und wird wohl wesentlich davon abhängen, ob Schalke doch noch den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft. Die spanische Sportzeitung „Marca“ berichtete, dass Harit angeblich am Montag noch unbedingt Schalke verlassen wollte, doch das Angebot von Villarreal sei für den Bundesligisten kein Thema gewesen.

Ein Verkauf des Marokkaners hätte den Eindruck verstärkt, dass Schalke nicht mehr an den Klassenerhalt in der Bundesliga glaubt. Denn bei allen Schwierigkeiten, die Schalke mit Harit schon hatte, ist der 23-Jährige an guten Tagen ein Unterschiedsspieler. Aber die Blau-Weißen müssen längst zweigleisig planen, insofern machte die Ausleihe plus Kaufoption bei Ozan Kabak durchaus Sinn. Denn sollte Schalke tatsächlich absteigen, dürfte der Verein im Sommer gezwungen sein, weitere Spieler zu verkaufen, und zwar zu Preisen, die wesentlich die interessierten Vereine diktieren.

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