Im Hintergrund: Peter Peters wurde zwar vom Wahlausschuss nicht zur Wahl zugelassen, durch den Rücktritt von Dr. Jens Buchta (r.) könnte sich allerdings eine Hintertür öffnen. Links der vor einem Jahr zurückgetretene langjährige Aufsichtsrats-Vorsitzende Clemens Tönnies. © dpa

Welche Schalker Hintertür sich durch Dr. Buchtas Rückzug öffnen könnte

Schalkes Aufsichtsrats-Chef, der das Gremium nach der Versammlung am Sonntag verlassen wird, ist Vertreter der Abteilungen. Wird am Ende ein schon abgelehnter Kandidat sein Nachfolger?

Gerüchte gab es schon länger, der Zeitpunkt indes überrascht: Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Dr. Jens Buchta wird das Kontroll-Gremium der Königsblauen nach der Mitgliederversammlung am Sonntag verlassen. Das gab der 58-jährige Jurist am Donnerstagabend bekannt.

Seit 15 Jahren gehört Dr. Buchta dem S04-Aufsichtsrat an, seit einem Jahr als Nachfolger von Clemens Tönnies als Vorsitzender. „Ich bin der Ansicht, dass jetzt Andere Verantwortung übernehmen und die Weiterentwicklung des Vereins vorantreiben sollten“, lautet der Kernsatz in der Begründung für seinen Rücktritt.

Peters und der Beirats-Besuch

Finanzvorstand Peter Peters, Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies, Sportvorstand Jochen Schneider, Marketing-Vorstand Alexander Jobst, dazwischen mehrere Trainer – innerhalb eines Jahres hat es in der Schalker Chefetage eine so noch nie dagewesene Welle an Rücktritten, Beurlaubungen und mehr oder weniger freiwilligen Vertragsauflösungen (wie bei Jobst) gegeben. Als Vertreter der Schalker Abteilungen hätte Dr. Buchta mindestens noch ein Jahr lang im Amt bleiben können.

Dass Dr. Buchta besonders die letzten zwölf Monate als „besonders intensiv“ bezeichnet, ist eine moderate Umschreibung von dem Gegenwind, den er als Aufsichtsratschef bekam: Besonders seine Rolle in den jäh gescheiterten Verhandlungen mit Ralf Rangnick nahmen ihm viele Schalker übel. Dr. Buchta berichtete hinterher von „persönlichen Bedrohungen“.

Sonntag letzter Tag im Amt

Sonderlich wohl schien sich Dr. Buchta bei allem Bemühen in vorderster Front nicht zu fühlen, insofern hielt sich das Erstaunen in Grenzen, als erste Rücktritts-Gedanken durch die Gerüchteküche schwirrten. In der wird aber weiter mit allen Finessen geköchelt – und dabei kommt nun eine Variante sogar durch die Hintertür.

Die könnte sich durch den Rücktritt von Dr. Buchta nämlich für Peter Peters öffnen. Der langjährige Finanzvorstand wurde zwar vom Wahlausschuss nicht als Kandidat für die Aufsichtsrats-Wahl am Sonntag zugelassen, aber damit muss noch nicht aller Tage Abend für Peters sein.

Thon und Menze im Gespräch

Denn im Schalker Umfeld wird gemutmaßt, ausgerechnet Peters könne nun das neue vom Sportbeirat bzw. den Abteilungen kooptierte Aufsichtsrats-Mitglied werden. Das würde den unerwarteten Besuch erklären, den Peters – Kassierer der Schalker Ski-Abteilung – neulich dem tagenden Sportbeirat abstattete. Peters könnte antreiben, dass der DFB und die DFL, wo er hochrangige und lukrative Positionen besetzt, in Zukunft von Amtsinhabern in dieser Kategorie auch einen Posten in einem Verein verlangen. Als Abteilungs-Vertreter im Aufsichtsrat sollen auch Olaf Thon und Bodo Menze im Gespräch sein.

Macht Dr. Buchta den Weg also frei für Peters? Das hätte ein Geschmäckle. Letzte Amtshandlung von Dr. Buchta als Aufsichtsrats-Chef wird am Sonntag die Leitung der (virtuellen) Schalker Mitgliederversammlung sein.

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