Völlig losgelöst: Klaas-Jan Huntelaar (2.v.r.) und seine Schalker Mannschaftskameraden nach dem DFB-Pokalsieg 2011. © dpa
Schalke 04

Wie Schalke-Stürmer Huntelaar seine sportliche Zukunft plant

Am 21. Mai 2011 wurde Schalke DFB-Pokalsieger. Zur siegreichen Mannschaft gehörte Klaas-Jan Huntelaar. Wie er diesen Erfolg erlebt hat und wie er seine Zukunft plant, verrät er im Interview.

Ob Klaas-Jan Huntelaar beim Saisonfinale des FC Schalke 04 in Köln dabei sein kann, ist wegen eines Blutergusses offen. Schalke will sich nach den Worten von Trainer Dimitrios Grammozis würdig aus der Bundesliga verabschieden.

Heute vor genau zehn Jahren feierte der FC Schalke 04 im DFB-Pokal-Finale einen 5:0-Erfolg gegen den MSV Duisburg. Was fällt Ihnen dabei sofort ein?

Huntelaar: Da denke ich zuerst an die grandiose Feier nach dem Spiel in Berlin und einen Tag später in Gelsenkirchen. Das bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis, weil auch meine Familie dabei war und es so viel zu erzählen gab. Jeder hat seine ganz persönlichen, unvergesslichen Eindrücke gesammelt.

Haben Sie in dieser Nacht überhaupt geschlafen?

Ein bisschen. Aber als ich ins Bett ging, war es draußen schon hell. (grinsend)

Bekommen Sie noch die Torschützen im Finale zusammen?

Die Reihenfolge müsste so gewesen sein: Julian Draxler, ich, Benni Höwedes. Dann müsste Jurados Tor kommen, und danach habe ich noch mal getroffen.

Auch in Gelsenkirchen wurde der Schalker Pokalsieg 2011 kräftig gefeiert. Die Torhüter Manuel Neuer (r.) und Mathias Schober (l.) ließen sich während eines Autokorso der Mannschaft von den Fans feiern. © dpa © dpa

Hatten Sie Zweifel am Schalker Sieg? Duisburg war damals zwar Zeitligist, aber Schalke hatte sechs Pflichtspiele in Folge zuvor nicht gewonnen.

Ehrlich gesagt nein. Wir hatten die Bundesligasaison zwar nur auf Rang 14 abgeschlossen, denn es gab einige Unruhe, und wir hatten auch reichlich Verletzungspech. Was unser sportliches Potenzial betraf, habe ich mir aber keine Sorgen gemacht. Außerdem hat man in den letzten Trainingseinheiten gemerkt, dass alle Spieler hoch konzentriert waren.

Sie mussten zuvor lange aussetzen. Erstmals seit dem 26. Februar standen Sie im Pokalfinale wieder in der Schalker Startelf.

Ich hatte mir eine Innenbandverletzung zugezogen, bin lange ausgefallen.

Felix Magath führte Schalke zwar ins Pokalfinale, aber er wurde vorher entlassen und durch Ralf Rangnick ersetzt. Hatten Sie Mitleid mit Magath?

Nein. Aber Fakt ist auch, er hatte seinen Anteil daran, dass wir 2011 Pokalsieger geworden sind. Das darf man nicht vergessen. Denken Sie nur daran, dass wir unter seiner Leitung im Halbfinale bei den Bayern mit 1:0 gewonnen haben.

Durch ein Tor von Raul, der mit Schalke seinen ersten Pokalsieg seiner Karriere feierte. Wenn man dann noch an Namen wie Julian Draxler, Benedikt Höwedes oder Jefferson Farfan denkt, wird man schon ein bisschen wehmütig.

Es war damals eine tolle Truppe. Zu vielen damaligen Mitspielern wie Jermaine Jones, Benni Höwedes oder Manuel Neuer habe ich immer noch regelmäßigen Kontakt.

Neuer war rund um das Pokalfinale in aller Munde, weil sich sein Wechsel zu Bayern München abzeichnete. Clemens Tönnies hat im Rahmen der Pokalfeier bis morgens um fünf auf ihn eingeredet, damit er auf Schalke bleibt. Haben Sie auch versucht, Neuer von seinem Plan abzubringen?

Nein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Druck in den meisten Fällen Gegendruck erzeugt. Wenn man einen Menschen zu etwas drängt, macht er meistens das Gegenteil. Das war eine Entscheidung, die Manuel für sich treffen musste.

Wie sieht denn Ihre Entscheidung in Sachen Zukunft aus? Hängen Sie auf Schalke noch ein Jahr dran?

Das steht noch nicht fest. Ich setze mich dabei nicht unter Druck und lasse mir die nötige Zeit. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist für mich, wie der Kader für die neue Saison aussieht. Er sollte sich so darstellen, dass Schalke in den oberen Tabellenregionen mitmischen kann. Denn diese Saison war sehr, sehr schlecht.

Sie werden im August 38 Jahre alt. Trauen Sie sich körperlich noch eine Spielzeit zu?

Absolut. Ich bin vorsichtiger geworden als zu Beginn meiner Karriere und höre mehr auf die Signale meines Körpers. Gegen Frankfurt habe ich in der ersten Halbzeit schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Als es nach dem Seitenwechsel nicht besser wurde, bin ich lieber raus gegangen.

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