Volle Konzentration auf den Ball: Schalke-Neuzugang Sebastian Bülter. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Worauf Schalkes Neuzugang Marius Bülter besonders stolz ist

Noch hat er keine Wohnung im Ruhrgebiet gefunden, aber das stört Marius Bülter eher wenig. Der Neuzugang von Union Berlin ist auf Schalke schnell angekommen. Das Interview.

Marius Bülter hat sich auf Schalke gut eingelebt. Vor einigen Jahren wurde er schon einmal von den Königsblauen umworben. Damals handelte es sich allerdings um die Regionalligamannschaft.

Flanke Bülter, Tor Terrode – das hat in den Testspielen schon gut geklappt.

Bülter: Ja, auch wenn es erst zwei Partien an der Seite von Simon im Schalker Angriff waren. Er ist ein Super-Typ. So etwas gibt einem vor dem Saisonstart ein gutes Gefühl, wenn man sich auf dem Platz schnell gut versteht.

Im Trainingslager in Mittersill verriet Trainer Grammozis, das Sie ihm sogar leid taten, weil Sie in den Trainingseinheiten an ihre Grenzen gingen. Welche Körperteile taten Ihnen alle weh?

Eigentlich alle (lacht). Es war schon ein sehr, sehr hartes Trainingslager. Da waren einerseits die hohen Anforderungen, und andererseits die Länge mit zwölf Tagen. Das war ungewöhnlich, aber notwendig. Ich bin sehr froh, dass mein Wechsel von Union Berlin noch vor Beginn des Aufenthalts in Mittersill unter Dach und Fach war.

Warum?

Erstens war Union noch gar nicht in die Vorbereitung gestartet, ich musste also etwas aufholen. Außerdem hat Schalke eine völlig neue Mannschaft. Deshalb war das Trainingslager der perfekte Rahmen, um meine Mitspieler und den Staff intensiv kennenzulernen. Im normalen Trainingsbetrieb bleibt dafür wenig Zeit.

Sie sind von einem Erstligisten, der in der neuen Saison sogar international spielen wird, in die 2. Liga gegangen. Ist das nicht ein Abstieg?

Das kann man so sehen, keine Frage. Aber Schalke ist so ein großer Club, da greift dieser Vergleich zu kurz. Außerdem hoffen alle im Verein, dass der momentane Unterschied zwischen Union Berlin und Schalke nur von kurzer Dauer ist.

Was gab den Ausschlag zum Wechsel?

Mein Bauchgefühl und die Tatsache, dass ich einfach Bock auf Schalke habe. Es ist immer noch ein großer Verein. Ich freue mich sehr darauf, in der Veltins-Arena zu spielen. Meine Vorfreude wächst mit jedem Tag.

Fühlen Sie sich als Stammspieler?

Die Saison hat ja noch gar nicht begonnen. Natürlich hoffe ich, am Freitag gegen den Hamburger SV in der Schalker Startelf zu stehen. Doch das muss ich mir – wie jeder andere Spieler auch – durch gute Trainingsleistungen verdienen. Ich glaube daran, dass harte Arbeit belohnt wird.

Ihre Karriere verlief keineswegs direkt auf eine Profi-Laufbahn zu. Gab es ein Schlüsselerlebnis, wo Sie dachten, ich kann es in der Bundesliga packen?

Nach vielen Jahren beim SV Rödinghausen habe ich mir gesagt: Entweder ich bleibe bis zum Karriereende hier oder ich versuche mit 25 Jahren mein Glück in der 3. Liga. Die Entscheidung, zum 1. FC Magdeburg zu gehen, war wegweisend für meine weitere Laufbahn.

Als Sie in der Regionalliga spielten, haben Sie parallel Maschinenbau studiert.

Das war zeitlich machbar, auch wenn wir in der Regionalliga täglich trainiert haben. Ich habe das Studium in Osnabrück zwar nicht in der Regelstudienzeit geschafft, sondern zehn Semester benötigt. Aber ich bin sehr zufrieden und stolz darauf, dass ich es erfolgreich durchgezogen habe.

2019 wechselten Sie dann zu Union Berlin und wurden in ihrer ersten Bundesligasaison dort Publikumsliebling.

Das war eine tolle Zeit. Bei Union wird sehr professionell und erfolgreich gearbeitet. Ich bin sehr gespannt, wie es dort in der kommenden Saison weiter geht.

Bei Ihnen lief es im zweiten Jahr bei Union nicht mehr ganz so gut.

Das hing auch damit zusammen, dass das Spielsystem geändert wurde. Ich empfinde meine zweite Saison aber nicht als so enttäuschend, wie es oft dargestellt wurde, sondern blicke gerne darauf zurück.

Haben Sie mit Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert, der viele Jahre auf Schalke gearbeitet hat, über die Besonderheiten von Königsblau gesprochen?

Das war nicht nötig. Ich stamme aus dem Tecklenburger Land. Wer dort lebt, weiß, was Schalke bedeutet.

Was nehmen Sie sich für ihr erstes Jahr auf Schalke vor?

Eine konkrete Anzahl an Toren kann ich Ihnen nicht nennen, weil ich sie nicht im Kopf habe. Damit habe ich mich noch nie in meiner Karriere beschäftigt. Natürlich will ich meinen Teil dazu beitragen, dass Schalke in der 2. Liga eine gute Rolle spielt.

Der Auftakt mit dem Heimspiel gegen den Hamburger SV ist gleich ein echter „Knaller“.

Beide Mannschaften wollen oben mitspielen, das ist klar. Die Ansprüche sind auf Schalke wie auch beim HSV hoch. Wir haben hoffentlich wie geplant unsere Fans im Stadion. Das ist für Schalke 04 enorm wichtig. Unsere Anhänger können uns im Spiel mit ihren Anfeuerungen tragen und unseren Aktionen eine besondere Wucht verleihen.

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