31,5-Mio.-Euro-Bürgschaft: Positive Signale fürs Unternehmen Schalke

Schalke 04

Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags hat beraten. Entscheidung fällt der Landesbürgschaftsausschuss. Schalke ist als „gewerbliches Unternehmen“ antragsberechtigt.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum und Boris Spernol

, 10.07.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Schalke, wir leben Dich“: Grundsätzlich antragsberechtigt.

„Schalke, wir leben Dich“: Grundsätzlich antragsberechtigt. © dpa

„Tagesordnungspunkt B - Nichtöffentlicher Teil. 3. Bürgschaften für Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.“ Was da so nüchtern im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags NRW terminiert war, hatte am Freitag für den FC Schalke 04 große Bedeutung. Denn die zuständigen Landespolitiker berieten über die von den Königsblauen beantragte Landesbürgschaft.

35-Mio.-Euro-Kredit absichern

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) vermeldete am Freitag mittag erstmals Details des Bürgschafts-Antrags, der bislang noch nicht bestätigt worden war. Schalke habe demnach eine 31,5-Millionen-Euro-Bürgschaft beantragt, um damit ein Bank-Darlehen in Höhe von 35 Millionen Euro abzusichern.

Entschieden ist über den Schalker Antrag noch nicht – das ist Sache des Landesbürgschaftsausschusses. Wie das Finanzministerium in einer Vorlage für den Finanzausschuss ausführt, stellt ein Fußballverein der 1. oder 2. Bundesliga „grundsätzlich ein gewerbliches Unternehmen im Sinne der Bürgschaftsrichtlinien dar“ – und ist damit antragsberechtigt.

Zustimmung kein Selbstläufer

Ein Selbstläufer ist die Zustimmung dennoch nicht – in der öffentlichen Wahrnehmung ist der Eindruck entstanden, ein Verein, der offenbar über seine Verhältnisse gelebt hat, würde nun im Zweifel den Steuerzahler dafür zur Kasse bitten. Beim Aussenden positiver Signale für den S04-Antrag bemüht sich die Politik daher, Schalke als für die Region und den Strukturwandel relevantes Unternehmen zu bewerten.

Heike Gebhardt, SPD-Landtagsabgeordnete aus Gelsenkirchen und Mitglied im Finanzausschuss, verweist auf die Entwicklung im Berger Feld: „Ohne die jahrzehntelange Nutzung durch einen Bundesligisten mit seiner enormen Anziehungskraft auf Besucher sähe das Berger Feld ganz anders aus. Es hätte sich dort kein modernder Dienstleistungsstandort entwickeln können.“ Der Arena-Park mit einem Digitallabor gelte „als wichtigstes wirtschaftspolitisches Projekt in Gelsenkirchen. Bei einer Insolvenz von Schalke 04 ist dieses Projekt gefährdet.“

„Keine Extra-Wurst“

Für Oliver Wittke, Vorsitzender der Ruhr-CDU, geht es „um keine politische, sondern um eine wirtschaftliche Entscheidung. Eine Extra-Wurst darf es für Schalke nicht geben. Aber Schalke sollte bei der Prüfung durch den Ausschuss als wichtiges Unternehmen, auch in Bezug auf Arbeitsplätze, bewertet werden. Ich bin guter Dinge.“

Bereits für den Bau der 2001 eröffneten Arena hatte Schalke eine Landesbürgschaft beantragt und bewilligt bekommen, aber nicht in Anspruch nehmen müssen.

Geld nicht für Spieler-Transfers

Der 35-Millionen-Euro-Kredit ist als „Betriebsmittel-Darlehen“ deklariert. Für den Einkauf neuer Spieler, so Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst, dürfe er nicht verwendet werden.

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