Asamoah beendet am Saisonende seine Karriere

"Schalke 04 ist mein Verein"

Der Junge weint, schluchzt und ist nicht zu beruhigen. Gerade hat er erfahren, dass er nicht die sportliche Qualifikation für die Schalker U 14 geschafft hat. Auch seine Eltern können den Tränenfluss ihres Schützlings vor der Schalker Geschäftsstelle nicht stoppen.

GELSENKIRCHEN

27.03.2015, 19:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geht in den Ruhestand: Gerald Asamoah.

Geht in den Ruhestand: Gerald Asamoah.

Fußball ist manchmal ein ziemlich hartes Geschäft. Das weiß auch Gerald Asamoah. Der Schalker Publikumsliebling bleibt stehen, als er den weinenden Jungen sieht und spricht ihm Mut zu. „Guck nach vorne, es geht immer weiter“, sagt der 36-Jährige. Und die Worte der Schalke-Legende zeigen Wirkung. Der junge Kicker hört auf zu weinen.

Hilfsbereiter Mensch

Diese kleine Begebenheit macht deutlich, dass Asamoah trotz seiner großen Erfolge auf dem Boden geblieben ist. Der Schalker Stürmer, der am 23. Mai seine lange Karriere beenden wird, ist ein hilfsbereiter Mensch. Auch darum lieben ihn die Schalker Anhänger. Wenn „Asa“ früher in der Veltins-Arena auflief, dann hat er immer „volle Pulle“ gespielt. Er war ein Kämpfer, kein Techniker.

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„Die Fans müssen in jedem Spiel erkennen können, dass die Spieler alles in diesen 90 Minuten aus sich herausholen. Schalke ist ein Arbeiterverein, da zählt immer noch Leidenschaft und Engagement an erster Stelle. Es gibt doch nichts Schöneres, wenn man nach einem gewonnen Spiel am Montag zum Bäcker geht und die Leute klopfen einem auf die Schulter und loben deine Leistung“, erzählt Asamoah immer noch mit leuchtenden Augen und kindlicher Begeisterung, wenn er auf seine Profikarriere zurückblickt.

Mitglied der Ehrenkabine

Wie populär er auf Schalke ist, kam besonders auf einer Jahreshauptversammlung zum Ausdruck, als er in die Schalker Ehrenkabine gewählt wurde. Minutenlang gab es stehende Ovationen für den zweimaligen WM-Teilnehmer und zweifachen Schalker Pokalsieger.

Mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass am 23. Mai Feierabend ist. Aber nicht mit Schalke. Dort wird er wohl in anderer Funktion weiter arbeiten. Ein Job als Jugendtrainer wäre eine Möglichkeit, die B-Lizenz hat er schon erworben.

"Schalke ist mein Verein"

Denn: „Schalke ist mein Verein“, sagt der 36-Jährige, und man glaubt ihm jedes Wort und hofft, dass er als Jugendtrainer nicht zu viele weinende Kinder trösten muss wie zuletzt den Jungen an der Schalker Geschäftsstelle.

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