Aufarbeitung der Derby-Ereignisse auf Schalke dauert an

Randale im BVB-Fanblock

Vom Derbysieg des BVB sind es die erschreckenden Bilder vor dem Anpfiff, die hängen bleiben. Etwa 100 Chaoten randalieren im Dortmunder Fanblock, zündeten Pyrotechnik, feuerten Leuchtraketen auf Schalke-Fans und ihren eigenen Torhüter. Es drängt sich die Frage auf, warum die Krawallmacher überhaupt ins Stadion kommen?

GELSENKIRCHEN

29.10.2013, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
So sah es Samstag kurz vor dem Anpfiff im Dortmunder Fanblock aus.

So sah es Samstag kurz vor dem Anpfiff im Dortmunder Fanblock aus.

Die BVB-Anhänger wollten von Essen mit der Bahn nach Gelsenkirchen-Buer. Dort wäre es zum Zusammenstoß mit Schalke-Fans gekommen. Die Polizei hielt sie daher in Essen auf. Als ein Zug in den Bahnhof einfuhr, rannten die BVB-Fans über die Gleise. Der Zug musste notbremsen. Die Polizei nahm die Personalien von 397 Fans auf. Sie fand dabei Pyrotechnik bei der Gruppe, konnte diese jedoch keiner einzelnen Person zuordnen. Dennoch wurde die Gruppe anschließend zum Stadion gefahren. Die Polizei sagt, man habe keine rechtliche Handhabe gehabt, die Gruppe festzuhalten. Also orderten die Beamten Busse, um die BVB-Fans nach Gelsenkirchen zur bringen. Damit sollte die weitere Anreise kontrolliert werden.

Die Gruppe wurde nicht gründlicher kontrolliert, so berichtet die Poliezi, weil da Personal gefehlt habe. Professor Thomas Feltes, Kriminologe an der Ruhr-Universität in Bochum, sagt aber, dass eine Kontrolle der Polizei auch unmittelbar vor oder auch noch im Eingangsbereich des Stadions möglich gewesen wäre. Die Polizei Gelsenkirchen sagt nur: "Das ist so entschieden worden." Dass die Polizei während der Randale nicht in den Block gestürmt ist, bewertet Feltes als "richtige Entscheidung". Es hätte für mehr Chaos gesorgt. Polizeisprecher Johannes Schäfers sagt: "Es war einsatztaktisch nicht möglich, den Block zu räumen."In der Dortmunder Fanszene wird über die Aktion am Samstag kontrovers diskutiert. Viele BVB-Fans sind erschrocken über Teile des eigenen Anhangs. Auch unter den Ultras selbst sind die Ausschreitungen umstritten.

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