Bastian Oczipka und der Schalker Neustart

Schalke 04

Sein erstes Jahr auf Schalke lief gut, das zweite sehr enttäuschend. Sein drittes Schalke-Jahr ist für Bastian Oczipka nun richtungweisend.

Gelsenkirchen

, 08.10.2019, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bastian Oczipka und der Schalker Neustart

Hart attackiert wird in dieser Szene Bastian Oczipka (Mitte). © dpa

Denn am 30. Juni 2020 läuft der Vertrag des Linksverteidigers beim FC Schalke 04 aus und Gespräche zwischen Verein und Spieler über eine Weiterbeschäftigung gab es bisher nicht. Doch dieser Umstand versetzt Oczipka nicht in Panik. „Das beunruhigt mich nicht“, betonte der gebürtige Bergisch-Gladbacher. Dass Schalke nach einer enttäuschenden Saison erst einmal abwarten möchte, wohin sich sportlich jeder einzelne Spieler entwickele, sei nachvollziehbar. „Ich kann damit leben“, so Oczipka.



Keinen Hehl macht er jedoch daraus, dass er gern auf Schalke bleiben will. „Ich habe den Verein schätzen gelernt, auch wenn ich hier teilweise sehr turbulente Zeiten erlebt habe“, betonte der Außenbahnspieler.


Verletzung warf Abwehrspieler zurück


Im Urlaub im Sommer habe er sich bemüht, den Kopf frei zu bekommen und die negativen Gedanken zu verdrängen. „In der vergangenen Spielzeit ist vieles schief gelaufen. Auch bei mir. Ich hatte Probleme, nach meiner Leistenverletzung wieder in den Rhythmus zu kommen“, so Oczipka.



Nun sei ein Neustart eingeleitet worden und die Stimmung in der Kabine eine ganz andere. In der vergangenen Spielzeit seien viele Spieler oft gereizt gewesen, weil sich zu wenige Erfolgserlebnisse einstellten. „Du kommst in einen negativen Strudel. Dann ist es sehr schwer, dich davon zu befreien. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden“, so der Linksverteidiger.




Verantwortung ruht auf mehreren Schultern


Nun habe sich auch durch die Neuzugänge die Struktur der Mannschaft verändert. „Die Zeit der Effenbergs gibt es nicht mehr. Wir haben bei uns die Verantwortung auf viele Schultern verteilt“, betonte Oczipka, der zwar nicht dem Mannschaftsrat angehört, aber aufgrund seiner langjährigen Bundesligaerfahrung unter anderem bei Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt hat die Meinung des 30-Jährogen in der Kabine ihr Gewicht.


Eine wichtige Rolle komme auch Trainer David Wagner zu. „Wir können intensiver trainieren, weil wir leider nicht international dabei sein und deshalb mehr Zeit haben“, erzählt der Defensiv-Spezialist, der sich aber auch immer wieder gern in das Schalker Offensivspiel einschaltet.



Lob für Suat Serdar


Bei aller Freude über den gelungenen Saisonstart will Oczipka weder die aktuelle Bundesliga-Platzierung (Platz sechs) noch das Punktekonto (14 Zähler) überbewerten. „Jetzt geht es für uns darum, noch mehr Konstanz reinzubekommen. Wir wollen es ganz Deutschland zeigen, dass Schalke viel besser ist als in der vergangenen Saison“, so der Linksverteidiger.



Dass Suat Serdar für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde, hat Oczipka sehr gefreut: „Er hat es sich verdient. Dass er noch mehr Torgefahr entwickelt hat, tut unserer Mannschaft sehr gut“.



Konkurrenz notwendig



Dass Schalke mit Juan Miranda einen talentierten Linksverteidiger verpflichtet hat, der Oczipka über kurz oder lang aus der Mannschaft verdrängen könnte, löst bei ihm auch keine Angstgefühle aus. „Jeder Mannschaft braucht auf allen Positionen Konkurrenz, um weiter zu kommen“, glaubt Oczipka. Womöglich ist die Ausleihe des Spaniers auch noch ein kleiner Mosaikstein, der seiner Eigenmotivation gut getan hat.

Lesen Sie jetzt