Bordon und seine neue Motivation

Zweiter Frühling

GELSENKIRCHEN Jefferson Farfan hat MArcelo Bordon den Ball abgenommen. Doch der Brasilianer sprintet im Trainingsspiel hinterher und lenkt die Flanke seines Mannschaftskameraden mit letzter Kraft ins Aus.

von Von Frank Leszinksi

, 21.10.2009, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
epa04993453 Real Madrid's Brazilian defender Marcelo (L) kicks the ball to score against Celta Vigo during their Spanish Primera Division soccer match at Balaidos stadium in Vigo, Galicia, northwestern Spain, 24 October 2015. EPA/Lavandeira jr +++(c) dpa - Bildfunk+++

epa04993453 Real Madrid's Brazilian defender Marcelo (L) kicks the ball to score against Celta Vigo during their Spanish Primera Division soccer match at Balaidos stadium in Vigo, Galicia, northwestern Spain, 24 October 2015. EPA/Lavandeira jr +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Stuttgarter Stürmer waren am vergangenen Samstag oft der Verzweiflung nahe. Dass Bordon wieder die Kurve gekriegt hat, war nicht unbedingt zu erwarten. Noch Anfang Januar hatte er erklärt, dass er seinen bis 2011 laufenden Vertrag nicht erfüllen und ein Jahr früher in seine brasilianische Heimat zurückkehren wolle. Als die sportliche Krise auf Schalke im Frühjahr 2009 immer größer wurde, schien ein vorzeitiger Abschied des Routiniers sogar noch in diesem Jahr längst nicht mehr ausgeschlossen. Bordon war völlig frustriert über die schlechte Entwicklung bei den Königsblauen und trat deshalb auch vom Amt des Kapitäns zurück. Doch diese Frustperiode hat der Brasilianer mittlerweile längst überwunden. Der Grund dafür heißt Felix Magath. Seit der 56-Jährige auf Schalke regiert, hat er bei Bordon eine neue Motivation entfacht. „Ohne Magath“, so Bordon gestern frank und frei, „wäre ich nicht mehr hier.

Dieser Trainer hat einen Plan und klare Ziele.“ Für den Brasilianer ist das kein Zufall. „Ich kenne Magath ja schon seit zehn Jahren aus meiner Stuttgarter Zeit. Im Vergleich dazu, hat er sich noch verbessert. Überall, wo er in den vergangenen Jahren gearbeitet hat, kam der Erfolg.“ Auch beim FC Schalke 04, der am nächsten Wochenende sogar die Tabellenführung in der Bundesliga übernehmen könnte. Vorausgesetzt, Spitzenreiter Bayer Leverkusen gewinnt nicht sein Heimspiel gegen Dortmund und Schalke gelingt ein klarer Sieg gegen den Hamburger SV. Doch von der Tabellenspitze oder gar von Meisterschaftsträumen will der Schalker Abwehrrecke (noch) nichts wissen: „Wie die anderen Clubs spielen, interessiert mich nicht. Ich schaue nur auf unsere Spiele. Momentan passt einfach alles. Aber wir sind ganz klar im Kopf und wissen, dass wir nicht so viel Qualität haben, dass alles von selbst läuft. Wir müssen in jedem Spiel kämpfen.“

Die Schalker Erfolge in der Bundesliga führt Bordon auf die harte Trainingsarbeit unter Magath zurück: „Unsere gute Ausgangsposition ist die Antwort auf unsere harte Arbeit und unseren Einsatz beim Training. So etwas macht sich auf Dauer bezahlt.“ Dass der nächste Gegner Hamburger SV heute noch in der Europa League spielt und eine große Verletztenliste beklagt, sieht der Schalker Defensivspezialist nicht als Vorteil für seine Mannschaft an:   „Ich denke, das spielt keine Rolle. Ich persönlich würde lieber alle zwei Tage spielen anstatt zu trainieren, denn so bleibt man im Rhythmus. Hamburg hat auch ohne einige Leistungsträger genügend Qualität. Jetzt wollen sich andere HSV-Spieler empfehlen. Das macht den Gegner für uns noch unberechenbarer.“ Deshalb ist Bordon auch vorsichtig bei der Beantwortung der Frage, ob Schalke eine Spitzenmannschaft sei. „Dafür ist es noch zu früh, um ein Urteil abzugeben. Da müssen wir noch einige Spiele abwarten.“ Das macht Sinn. Nach dem HSV stehen die Spitzenspiele gegen Leverkusen und Bayern München auf dem Programm.

  • Der derzeit verletzte Schalker Mittelfeldspieler Jermaine Jones darf mit den USA von einer Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika träumen.Denn der Weltverband FIFA hat dem Wunsch des dreimaligen A-Nationalspielers nach einem Verbandswechsel entsprochen.

 

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