Bruchhagen hält Schneiders Aus auf Schalke für „den größten Fehler“

Schalke 04

Schalkes Ex-Manager hätte sich eine neue Chance für den Schalker Sportvorstand gewünscht - und erinnert in diesem Zusammenhang an seine eigene Zeit bei Eintracht Frankfurt.

Gelsenkirchen

, 20.02.2021, 09:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heribert Bruchhagen: Schneiders Aus ist „der größte Fehler“.

Heribert Bruchhagen: Schneiders Aus ist „der größte Fehler“. © dpa

Die beste Steilvorlage zum Revier-Derby kam für den FC Schalke 04 am Freitagabend aus Bielefeld: Die Arminia, die am Montag noch mit einem 3:3 bei Bayern München verblüfft hatte, verlor ihr Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 0:3. Mit einem Sieg im Revier-Derby könnte Schalke also endlich einmal spürbaren Boden gut machen bei der Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt.

An der beruflichen Situation von Jochen Schneider würde aber auch das nichts mehr ändern. Der Entschluss steht fest: Schalke wird sich am Saisonende von dem Sportvorstand trennen, dessen Vertrag eigentlich noch ein Jahr lang gelaufen wäre. Eine Entscheidung, die wenig überraschte und allgemein als „nachvollziehbar“, wenn nicht sogar als „alternativlos“ kommentiert wurde. Zumindest im Schalker Lager selbst - zumindest ein Bundesliga-Experte sieht die Dinge von außen betrachtet ein wenig anders.

„Mit der Eintracht ab- und wieder aufgestiegen“

Heribert Bruchhagen, von 1989 bis 1992 selbst in verantwortlicher Position im Schalker Management tätig, hätte sich eine neue Chance für Schneider gewünscht: „Es sind in der letzten Zeit auf Schalke sicherlich viele Fehler gemacht worden, auch von Jochen Schneider. Aber dass er jetzt zum Saisonende geht, halte ich für den größten Fehler. Und das nicht nur, weil ich Jochen Schneider persönlich kenne und sehr, sehr schätze.“

Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten erinnert Bruchhagen in dem Zusammenhang an seine eigene Zeit bei Eintracht Frankfurt: „Ich bin in einer vergleichbaren Position wie Jochen Schneider sie auf Schalke hat mit der Eintracht abgestiegen. Der Aufsichtsrat hat mir aber das Vertrauen ausgesprochen - und weiter ging‘s. Wir sind wieder aufgestiegen und die Dinge haben sich gut entwickelt. Eine ähnliche Haltung hätte ich mir nun auch vom Schalker Aufsichtsrat gewünscht. Aber wahrscheinlich war das schwer durchzusetzen. Ein neuer Mann muss jetzt erstmal wieder die ganzen Abläufe, die Geschäftsstelle, das Personal und so weiter kennenlernen. Jochen Schneider kennt das jetzt alles schon. Ich hätte sein Bleiben begrüßt.“

„Bei einem Abstieg käme Schalke schnell zurück“

Sollte Schalke am Ende der Saison tatsächlich ins Erstliga-Gras beißen müssen und absteigen, wäre Bruchhagen, der außer auf Schalke und in Frankfurt auch bei Arminia Bielefeld und beim HSV in verantwortlicher Position tätig war, um den Verein nicht bange: „Schalke wird schnell wieder zurückkommen und aufsteigen. Dafür wird auch die Nibelungentreue der Schalker Fans sorgen, die auch in der Zweiten Liga fest zu ihrem Verein stehen werden.“

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