Deutlicher Umsatzrückgang beim FC Schalke 04

Schalke 04

Schalke bekommt die Quittung für seine riskante Finanzpolitik. Im ersten Halbjahr 2020 fiel der Umsatz von 151,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 102,1 Millionen Euro.

Gelsenkirchen

, 30.09.2020, 10:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen fehlender Großveranstaltungen in der Veltins-Arena fehlen Schalke auch Mieteinnahmen.

Wegen fehlender Großveranstaltungen in der Veltins-Arena fehlen Schalke auch Mieteinnahmen. © dpa

Dies ist auch auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, aber längst nicht nur. Die Königsblauen mussten mit umfangreichen Kostensenkungsmaßnahmen – wie beispielsweise dem Gehaltsverzicht im Lizenzspielerbereich sowie anderen Bereichen des Konzerns, flächendeckender Kurzarbeit sowie dem Stopp von Investitionsprojekten – reagieren.

Der Halbjahresfehlbetrag beträgt 9,7 Mio. Euro (im ersten Halbjahr 2019: 18,3 Mio. Euro). Die Nettofinanzverbindlichkeiten steigen im ersten Halbjahr 2020 auf 120,8 Millionen Euro (118,7 Mio. Euro zum 31.12.2019). Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten liegen zum 30.06.2020 bei 205,3 Millionen Euro (31.12.2019: 197,9 Mio. Euro).

Der Umsatzrückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 resultiert vor allem aus gesunkenen Erträgen aus der Vermarktung der medialen Verwertungsrechte (48,0 Mio. Euro/i. Vj. 61,9 Mio. Euro), auf Grund der Teilnahme an der UEFA Champions League in der Spielzeit 2018/2019, aus Transferentschädigungen (4,8 Mio. Euro/i. Vj. 14,1 Mio. Euro) sowie aus den Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal 2020.

Fehlende Mieteinnahmen

Die Erlöse im Spielbetrieb sanken auf Grund der vier Heimspiele, die Corona-bedingt ohne Zuschauer ausgetragen werden mussten, auf 9,2 Millionen Euro (i. Vj. 19,2 Mio. Euro). Dies hatte zudem Auswirkungen auf die Sponsoringerlöse, weil im Bereich Hospitality und Logenvermarktung bei diesen Partien ebenfalls keine Umsätze erzielt werden konnten (28,7 Mio. Euro/i. Vj. 35,6 Mio. Euro). Gleiches gilt für die Erlöse im Catering (2,5 Mio. Euro/i. Vj. 8,3 Mio. Euro) sowie im Merchandising (5,7 Mio. Euro/i. Vj. 6,7 Mio. Euro) – in beiden Bereichen ist der Geschäftsbetrieb im zweiten Quartal 2020 ganz oder teilweise zum Erliegen gekommen. Bei den sonstigen Erlösen (3,2 Mio. Euro/i. Vj. 5,5 Mio. Euro) resultiert das Absinken vor allem aus fehlenden Mieteinnahmen im Zuge der Durchführung von Großveranstaltungen in der Veltins-Arena.

Für das Gesamtjahr 2020 planen die Königsblauen aufgrund der weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie geringeren Erträgen aus der medialen Verwertung mit Umsatzerlösen zwischen 160 und 200 Millionen Euro und einem Jahresfehlbetrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Finanzverbindlichkeiten werden bis zum 31.12.2020 laut Vereinsangaben insbesondere aufgrund eines durch die Corona-Pandemie begründeten Darlehens sowie der plangemäßen Inanspruchnahme des Kredits im Rahmen des Bauprojekts Berger Feld II um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ansteigen.

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