DFB-Sportgericht stellt Verfahren gegen Schalke-Trainer David Wagner ein

Schalke 04

Die Rote Karte aus dem Pokalspiel gegen Berlin hat für Trainer David Wagner keine Folgen: Das Sportgericht stellte das Verfahren gegen ihn ein. Die Begründung überrascht.

Gelsenkirchen

, 07.02.2020, 13:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Aufreger: Schiedsrichter Harm Osmers zeigt David Wagner die Rote Karte.

Der Aufreger: Schiedsrichter Harm Osmers zeigt David Wagner die Rote Karte. © dpa

Es war die Aufregerszene am Dienstag: Als Herthas Spieler Jordan Torunarigha nach einer Mascarell-Grätsche in Richtung Schalker-Trainerbank rutschte, versuchte David Wagner, dem Spieler aufzuhelfen - der aufgebrachte Torunarigha schleuderte einen Getränkehalter von sich. Der Berliner sah Gelb-Rot, nach Studium der Videobilder zeigte Schiedsrichter Harm Osmers Wagner die Rote Karte.

Zu Unrecht, befand das Sportgericht heute, stellte das Verfahren ein und hob die Vorsperre damit auf. Wagner darf somit im DFB-Pokal-Viertelfinale (Auslosung am Sonntag, 18 Uhr), wie gewohnt auf der Bank sitzen.

So beurteilt das Sportgericht das Verhalten Wagners

Das Sportgericht konnte - anders als der Schiedsrichter - kein unsportliches Verhalten Wagners erkennen. „Sein Verhalten, in der vom Kontrollausschuss detailgenau ermittelten Situation, war von Hilfestellung und beruhigender Fürsorge gegenüber dem unmittelbar zuvor gefoulten und erregten Spieler Torunarigha geprägt“, heißt es in der Begründung. Das habe auch Torunarigha selbst vor dem Gericht bestätigt.

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Damit widersprach das Gericht ausdrücklich der Darstellung von Schiedsrichter Osmers, der zunächst eine Tätlichkeit gesehen haben wollte, zwei Tage später jedoch als Grund für die Rote Karte angab, Wagner habe das Spiel verzögern wollen. „Trainer Wagner hat weder eine Tätlichkeit begangen, noch das ohnehin unterbrochene Spiel schuldhaft verzögert“, so das Gericht.

Jochen Schneider hatte den Freispruch erwartet

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hatte schon am Dienstag nach dem Spiel gesagt, er erwarte einen Freispruch. Jetzt sieht er sich in seiner Haltung bestätigt.

„Für uns ist dieser Freispruch folgerichtig, denn wir haben immer das betont, was auch die TV-Bilder gezeigt haben: dass unser Trainer David Wagner in besagter Szene keinerlei unsportliches Verhalten in irgendeiner Form an den Tag

gelegt hat, sondern dass sein Verhalten von Fair Play gegenüber Jordan Torunarigha getragen war“, so Schneider.

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