"Die WM hat mich weiter gebracht"

Schalke-Talent Lewis Holtby

GELSENKIRCHEN Etwas blass um die Nase sah Lewis Holtby am Dienstag noch aus. Das lag nicht am Training beim FC Schalke 04, sondern an den Reisestrapazen, die er hinter sich hatte.

von Von Frank Leszinski

, 13.10.2009, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Talent Lewis Holtby.

Schalkes Talent Lewis Holtby.

„Dabei muss ich Geduld haben. Deshalb habe ich einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Ich bin mir darüber im klaren, dass es nicht von Null auf Hundert geht“, betont der offensivstarke Mittelfeldspieler. Die U 20-Weltmeisterschaft hat Holtby genutzt, um einerseits mehr Wettkampfpraxis zu bekommen, als ihm zuletzt auf Schalke eingeräumt wurde. Und anderseits hat er mit guten Leistungen weiter auf sich aufmerksam gemacht.   In den Gruppenspielen war der 19-Jährige eine feste Größe im Team von Bundestrainer Horst Hrubesch. Lediglich im Achtelfinale gegen Nigeria spielte der junge Schalker schwach und leistete sich einen folgenschweren Fehlpass, den der Gegner zum Führungstreffer nutzte und Holtby kurz danach seine Auswechslung bescherte. Im Viertelfinale gegen Brasilien stand Holtby wieder in der Anfangsformation und sorgte mit dem Führungstor für deutsche Halbfinal-Hoffnungen. Doch in der Verlängerung waren die Brasilianer das glücklichere Team.

Das 1:0 gegen Brasilien erzielte der nur 1,74 m große Mittelfeldspieler sogar per Kopf. „Das war erst mein zweites Kopfballtor in meiner Karriere“, erinnert sich Holtby gerne an diesen Augenblick zurück. Sein erstes Tor per Kopf gelang dem Ex-Aachener noch in der Oberliga in einer Partie gegen den KFC Uerdingen. Danach ging es sportlich nur noch bergauf. Auch in der Vorbereitung beim FC Schalke 04 wusste der quirlige Mittelfeldspieler zu überzeugen. Magath: „Seine konditionelle Verfassung war überragend.“ Doch beim Saisonstart in Nürnberg leistete sich der 18-Jährige bei einem aussichtsreichen Schalker Konter einen Blackout, der nicht nur Trainer Magath sehr erzürnte, sondern Holtby auch einen ersten kleinen Karriere-Knick bescherte. „Jetzt habe ich den Kopf wieder frei, auch dank der Weltmeisterschaft.“

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