Im Düsseldorfer „Maritim Hotel“ fällte der neue Schalker Sportvorstand Jochen Schneider zusamen mit dem Aufsichtsrat eine nutige Entscheidung, die viele nicht erwartet hatten.

Gelsenkirchen

, 04.03.2019, 19:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Domenico Tedesco wird am Freitag in Bremen auf der Schalker Trainerbank sitzen. Das ist eine mutige Entscheidung der Klubführung. Schalkes neuer Sportvorstand Jochen Schneider und der Aufsichtsrat hätten es sich auch leichter machen und die in diesen Fällen meistens praktizierte Lösung umsetzen können: Kein sportlicher Erfolg, also wechseln wir den Trainer. Das haben die Königsblauen in der Vergangenheit schon unzählige Male praktiziert.


Doch diesmal will Schalke nicht den üblichen Mechanismen folgen. Ob die Entscheidung pro Tedesco allerdings klug war, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht seriös beurteilen. Das Debakel gegen Düsseldorf ließ selbst Berufsoptimisten zweifeln, dass Schalke mit diesem Trainer noch die Kurve bekommt. Zu leblos, zu mutlos und zu kraftlos präsentierten sich die Königsblauen, während Tedesco machtlos dem Treiben seiner Spieler am Spielfeldrand zuschauen musste.

Schlaflose Nächte für Entscheider?

Deshalb ist das Vertrauen, das Tedesco weiterhin entgegengebracht wird, einzig und allein vom sportlichen Erfolg abhängig. Was passiert, wenn Schalke auch in Bremen verliert? Geht die Trainerdiskussion dann in eine neue Runde und wird die Unruhe im Klub noch größer? Steht Schalke dann im Abstiegskampf mit einem noch deutlicher angezählten Trainer? Fragen über Fragen, die die Schalker Entscheider bis zum Freitagabend womöglich noch so manche schlaflose Nacht kosten werden.


Für die Spieler sollte die Entscheidung, am Trainer festzuhalten, ein allerletzter Weckruf sein, alles in die Waagschale zu werfen, damit Vizemeister Schalke nicht noch tiefer in den Abstiegskampf verwickelt wird. Tedesco muss in dieser prekären Situation noch genauer hinschauen, wer die entsprechende Mentalität mitbringt und wer nicht.


Der 33-Jährige hat zugegeben, dass ihm zuletzt in dieser Hinsicht Fehler unterlaufen sind. In Bremen dürfen ihm keine passieren. Sonst könnte es mit der Geduld von Jochen Schneider endgültig vorbei sein.

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