Entscheidung steht: Neuer-Wechsel zum FC Bayern wahrscheinlich

Gesichtsverlust

Fragen nach seiner beruflichen Zukunft hat Manuel Neuer in den letzten Wochen immer abgeblockt. Bis zum Samstag Abend in den Katakomben des Bremer Weserstadions - da hat das "Gesicht des FC Schalke 04" seine verbale Zurückhaltung aufgegeben.

BREMEN

von Von Frank Leszinski

, 17.04.2011, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Manuel Neuer pariert in Bremen zunächst den Elfmeter von Sandro Wagner, der im Nachschuss allerdings trifft. Nach dem Schlusspfiff betätigte sich der Schalke-Keeper dann als Sphinx.

Manuel Neuer pariert in Bremen zunächst den Elfmeter von Sandro Wagner, der im Nachschuss allerdings trifft. Nach dem Schlusspfiff betätigte sich der Schalke-Keeper dann als Sphinx.

Wäre seine Entscheidung pro Schalke ausgefallen, hätte er sich längst entsprechend äußern können. So scheint der Abschied von seinem Herzensklub, für den er seit dem 1. März 1991 ununterbrochen aktiv war, längst beschlossene Sache. Der einzige Punkt, der noch strittig ist, betrifft die Höhe der Ablösesumme, die der FC Bayern bereit ist zu zahlen. Denn Neuers Vertrag bei den Königsblauen läuft ja noch bis zum 30. Juni 2012. Neuer ohne Ablösesumme ziehen zu lassen, kann sich Schalke trotz der Zusatzeinnahmen durch die Champions League nicht leisten. Das wäre aus kaufmännischer Sicht ungeachtet der Verdienste von Neuer um den FC Schalke 04 unverantwortlich. In diesem Sinne sind auch die Äußerungen von Schalke-Manager Horst Heldt zu verstehen: „Es gibt Gespräche und Tendenzen. Manuel hat uns seine Überlegungen mitgeteilt. Wir werden es nicht ewig hinauszögern und es noch im Laufe der Saison veröffentlichen. Jetzt ist nicht der richtige Augenblick. Ich muss darauf hinweisen, dass der Spieler noch einen Vertrag bis 2012 hat und noch kein Verein an uns herangetreten ist. Es gibt noch Gesprächsbedarf.“

Der betrifft aber allein die finanziellen Forderungen der Schalker, die angeblich 20 Millionen Euro für den Torhüter fordern. Dass Schalke den Wechsel seines Idols in dieser Phase noch nicht verkünden will, ist verständlich, weil das Halbfinale in der Champions League gegen Manchester United ebenso unmittelbar bevor steht wie in der Bundesliga die Auswärtspartie beim FC Bayern München (30. April). Dem Interesse ausländischer Klubs an seiner Verpflichtung hatte Neuer bereits vor einigen Wochen eine Absage erteilt: „Muss man als Fußballer ins Ausland gehen? Ich sehe das nicht so!“ Warum die Bayern so scharf auf den Ur-Schalker sind, bewies Neuer auch in Bremen. Er wehrte einen Elfmeter von Sandro Wagner ab, der jedoch im Nachschuss dann erfolgreich war. „Ich hätte viel lieber ein Elfmeterschießen gehabt, da hätte Wagner keinen Nachschuss mehr gehabt“, scherzte Neuer, der sich mit dem Bremer Stürmer über 90 Minuten ein „Privatduell“ lieferte. Denn mehrmals wurde Neuer von Wagner im Fünfmeterraum unfair attackiert.

Solche Nervenstärke wird der 25-Jährige auch bei den Bayern brauchen, um die Fans des Rekordmeisters auf seine Seite zu bringen. Doch wenn der Nationaltorwart seine Form auch in München konservieren kann, dürften seine Kritiker schnell verstummen. Schalke muss sich auf die Suche nach einer neuen Nummer eins machen. Kandidaten sollen Wiese (Bremen), Baumann (Freiburg) und Zieler (Hannover) sein.  

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